Kants Transzendentale Ästhetik: Raum, Zeit und Erkenntnis
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Reine Anschauung: Raum und Zeit
Kant betrachtet Raum und Zeit als reine Anschauungen (Purae Intuitiones).
- Einblicke (Einzigartigkeit): Raum und Zeit sind einzigartig. Sie dienen nicht dem Verständnis von Konzepten, die auf eine Vielzahl von Individuen angewendet werden könnten. Es gibt keine Vielzahl von Räumen oder Zeiten, sondern nur den einen Raum und die eine Zeit, die unaufhörlich fließt.
- Reinheit (A priori): Sie sind rein, da ihnen jeglicher Stoff oder empirischer Gehalt fehlt. Sie stammen nicht aus der Wirklichkeit.
A priori synthetische Urteile in der Mathematik
Für Kant bilden Geometrie und Arithmetik die Grundlagen der Mathematik.
- Die Geometrie beschäftigt sich mit den Eigenschaften des Raumes.
- Die Arithmetik beruht auf den Eigenschaften der natürlichen Zahlen, die eine Zeitreihe bilden; ihr letzter Grund ist die Zeit.
Da Raum und Zeit a priori Formen sind, sind Geometrie und Arithmetik ebenfalls a priori gültig. Darüber hinaus sind die Eigenschaften, die sie ausdrücken, nicht bereits in den Begriffen von Raum oder Zeit enthalten. Daher sind ihre Urteile synthetisch.
Grundlagen der Transzendentalen Ästhetik
Gefühl, Intuition und das Phänomen
Gefühl ist die Wirkung, die ein Objekt auf unsere Empfindungen erzeugt. Wenn das Subjekt vom Gefühl ergriffen wird, entsteht ein unmittelbares Wissen, das Kant als Anschauung (oder empirische Anschauung) bezeichnet.
Das Objekt, das durch Intuition erfasst wird, nennt man das Phänomen (griechisch: das, was sich manifestiert). Das Subjekt erfasst daher nicht die Sache selbst (das Ding an sich), sondern nur eine Manifestation seiner eigenen.
Materie und Form der Erscheinungen
Die Erscheinungen bestehen aus zwei Komponenten:
- Materie (Inhalt)
- Die Materie ist der Inhalt der Empfindung. Sie stammt vom erkannten Objekt und ist a posteriori (aus der Erfahrung gegeben).
- Form (Struktur)
- Die Form ist die Art und Weise, wie das Subjekt die Materie erfasst. Sie stammt nicht vom Objekt, sondern vom erkennenden Subjekt. Sie ist daher a priori, vor aller Erfahrung.
Raum und Zeit als a priori Formen der Sinnlichkeit
Für Kant existieren Raum und Zeit nicht in der Wirklichkeit selbst, sondern sind die Art und Weise, wie die Sinnlichkeit die besonderen Eindrücke, die wir erhalten, ordnet. Sie sind Strukturen des Subjekts (Formen), die es ermöglichen, Objekte zu erfassen.
Man nennt sie daher a priori Formen der Sinnlichkeit. A priori bedeutet, dass sie nicht aus der Erfahrung stammen, sondern dieser als notwendige Voraussetzung vorausgehen, um Erfahrung überhaupt erst möglich zu machen.