Kapitalismus und Imperialismus: Definitionen und Lenins Analyse
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Kapitalismus: Grundlagen und Merkmale
Der Kapitalismus ist ein politisches, soziales und wirtschaftliches Umfeld, in dem große Unternehmen und eine wohlhabende Minderheit die Kontrolle über Eigentum besitzen. Dies umfasst Anlagegüter wie Grund und Boden, Fabriken, Aktien und Geld.
Als Wirtschaftssystem spielt das Privateigentum eine zentrale Rolle. Dies ist eines der grundlegenden Prinzipien des Kapitalismus. Weitere Kernelemente sind:
- Freie Unternehmensgründung und Wahlfreiheit
- Eigennutz als dominierende Motivation
- Wettbewerb
- Die Bedeutung des Preissystems oder Marktes
- Eine begrenzte Rolle der Regierung
Imperialismus: Definition und historische Einordnung
Definition des Imperialismus
Der Imperialismus ist die Haltung eines Staates, Ansprüche gegenüber anderen Staaten oder Völkern zu erheben.
Lenins Erklärung des Imperialismus
Lenin behauptete, dass der Imperialismus nicht nur aus dem Kapitalismus entsteht, sondern eine wirkliche Stufe der kapitalistischen Entwicklung darstellt: die Gipfelstufe, gekennzeichnet durch eine wachsende Verbindung zwischen Industrie und Banken der Metropolen.
Er definierte den Imperialismus als die höchste Stufe des Kapitalismus, getrieben durch die Notwendigkeit neuer Märkte.
Interpretation des Imperialismus aus historischem Materialismus (nach Lenin)
Lenin sah den Imperialismus als das höchste und letzte Stadium des Kapitalismus, das Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts begann. Diese Phase markierte den Zerfall und den Beginn der siegreichen sozialistischen Revolution.
Lenin formulierte fünf Hauptmerkmale des Imperialismus:
1. Konzentration von Produktion und Kapital
Dies führte zur Bildung von Monopolen, die eine entscheidende Rolle im Wirtschaftsleben spielen.
2. Fusion von Banken und Industrie
Die Grundlage hierfür ist das sogenannte „Finanzkapital“ und die Entstehung einer Finanzoligarchie.
3. Export von Kapital
Im Gegensatz zum Warenexport gewinnt der Export von Kapital besondere Bedeutung.
4. Internationale Monopolverbände
Es bilden sich internationale Gewerkschaften des Monopolkapitals, die die Welt unter sich aufteilen.