Karl III.: Aufklärung und Agrarreformen in Spanien
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Die Herrschaft Karls III. und die Aufklärung
Der charakteristischste Aspekt der Herrschaft von Karl III. war der Versuch, einige der sozialen und wirtschaftlichen Probleme Spaniens zu lösen.
Das spanische aufklärerische Denken
Das spanische aufklärerische Denken konzentrierte sich auf ein grundlegendes Anliegen: Der Niedergang Spaniens hat eine ökonomische Wurzel.
Eine Neuausrichtung der wirtschaftlichen Aktivität sollte dem Land neue Vitalität verleihen. Die Eckpunkte dieses Denkens waren:
- Die Notwendigkeit, in Spanien die Kultivierung der „nützlichen Wissenschaften“ als Grundlage für die technische Erneuerung zu entwickeln. Dies erforderte die Erneuerung des nationalen Bildungssystems.
- Eine kritische Analyse der sozialen und wirtschaftlichen Struktur des Landes, um Lösungen zu finden.
- Das Interesse an den neuen politischen Theorien, die ihren Weg nach Europa fanden.
- Die öffentliche Erklärung, nur solche Ideen zu akzeptieren, die mit dem Christentum vereinbar waren.
Während des achtzehnten Jahrhunderts gab es ein anhaltendes Bevölkerungswachstum, begleitet von landwirtschaftlicher Expansion. Es entwickelte sich ein Binnenmarkt, der große Mengen an Industriegütern aufnehmen konnte, mit Ausnahme Kataloniens.
Landwirtschaft und Agrarreformen
Die Landwirtschaft war im achtzehnten Jahrhundert die Basis der spanischen Wirtschaft. Eine Modernisierung und Steigerung der Produktion fand kaum statt; Produktionssteigerungen resultierten hauptsächlich aus der Erweiterung der Anbaufläche.
Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche befand sich in den Händen des Adels und der Kirche und wurde als „tote Hand“ bezeichnet, da es weder verkauft noch verteilt werden konnte.
Die Situation war für die Landwirte schwierig, aber noch schlimmer war sie für die Tagelöhner.
Dies verdeutlichte die Notwendigkeit einer Landreform, der sich Adel und Klerus jedoch widersetzten.
Förderung der Landwirtschaft unter Karl III.
Während der Regierungszeit von Karl III. stand die Förderung der Landwirtschaft im Vordergrund. Aus diesem Grund wurde die Notwendigkeit einer Reform in Spanien diskutiert. Daraus resultierten „Der Vertrag über die Amortisation des Königtums“ von Campomanes und, in der späteren Regierungszeit Karls III., der „Bericht über das Agrar-Gesetz“ von Gaspar Melchor de Jovellanos. Diese Pläne verfolgten ein dreifaches Ziel:
- Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und Schaffung eines nahtlosen Marktes.
- Förderung der sozialen Stabilität durch die Schaffung einer Schicht ländlicher Grundbesitzer, die zur Steigerung der Gewinne beitragen sollten.
- Erhöhung der staatlichen Einnahmen aus der Landwirtschaft durch die Schaffung einer Steuer auf landwirtschaftliches Einkommen.
Vorgeschlagene Maßnahmen zur Zielerreichung
Um diese Ziele zu erreichen, wurden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen:
- Änderung der Eigentümerstruktur: Es wurde vorgeschlagen, dass Ländereien und kirchliche Domänen gekauft und verkauft werden sollten. Dennoch blieb der Landbesitz unverändert. Ausschüttungen wurden nur für unbebaute Ländereien vorgenommen.
- Freihandel mit Getreide: Diese Maßnahme wurde nicht von Veränderungen in den Besitzverhältnissen begleitet, sodass die Landwirte nicht profitierten, sondern nur die Besitzer. Im Jahr 1804 wurde die Freiheit der Preise abgeschafft.
- Einschränkung der Interessen der Viehzüchter auf dem Plateau: Die Honorable Versammlung der Plateau (Mesta) war von den Liberalisierungsmaßnahmen betroffen.
- Die Besiedlung neuer Gebiete: Es gab auch einen Plan zur Kolonisierung unbewohnter Regionen der Sierra Morena.
- Die Besiedlung führte zu den sogenannten „Neuen Städten“ und war erfolgreich.