Die katalanische Kultur nach dem Bürgerkrieg
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Übersicht
Nach dem Spanischen Bürgerkrieg war die katalanische Kulturszene, die einst glanzvoll war, nahezu vollständig zerschlagen. Die Sprache und die Institutionen wurden verboten. Viele Autoren sahen sich gezwungen, ins Exil zu gehen, darunter Carles Riba, Josep Carner, Joan Oliver, Pere Calders, Francesc Trabal, Mercè Rodoreda, Agustí Bartra und Lluís Ferran de Pol. Andere, wie Josep Pla oder Salvador Espriu, wurden zum Schweigen gebracht oder mussten ihre Werke in heimlichen Editionen veröffentlichen.
Die kulturelle Erholung
Die Situation begann sich in den frühen 1960er Jahren allmählich zu ändern. Obwohl das Land noch immer unter der Franco-Diktatur stand und die katalanische Kultur weit davon entfernt war, offiziell anerkannt zu werden, entstanden kleine Risse im Regime, die eine beachtliche Öffnung ermöglichten. Besonders hervorzuheben sind folgende Entwicklungen:
Editorial Revival
Es wurden neue Verlage gegründet, wie zum Beispiel Edicions 62, die zu einem bedeutenden Verlagshaus heranwuchsen.
Förderung junger Leser
Durch Zeitschriften wie Cavall Fort wurde eine neue Generation von jungen Lesern an die katalanische Sprache herangeführt. Die Kinder- und Jugendliteratur erlebte mit Autoren wie Joaquim Carbó, Josep Maria Folch i Torres oder Sebastià Sorribas einen beachtlichen Erfolg.
Das Phänomen der „Nova Cançó“
Es entstand die Bewegung der Nova Cançó. Durch diese populäre Musikform äußerten sich zahlreiche Sänger, die – trotz der Grenzen der Zensur – zunehmend häufiger gegen das Regime protestierten.
Literarische Werke der Erneuerung
Bereits in den 1950er Jahren erschienen bedeutende Werke, wie die Kurzgeschichtensammlung Cròniques de la veritat oculta von Pere Calders oder Mites von Jordi Sarsanedas. Auch wichtige Romane und Gedichtbände wurden veröffentlicht, darunter:
- Incerta glòria von Joan Sales
- Cementiri de Sinera von Salvador Espriu
- Salvatge cor von Carles Riba
- Terra de naufragis von Pere Quart
Die 1960er Jahre waren besonders bedeutend für den Roman: 1961 erschien Bearn von Llorenç Villalonga und 1962 La plaça del Diamant von Mercè Rodoreda. Zudem erschienen wichtige Gedichtbände von Gabriel Ferrater (Da nuc, 1960), Pere Quart (Vacances pagades, 1960) und Salvador Espriu (La pell de brau, 1960).