Katalanische Literatur unter Franco und der Weg zur Moderne

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Der gesellschaftspolitische Kontext der Erzählung

Wie beeinflusste der gesellschaftspolitische Kontext die Erzählung der Zeit? Während der Zweiten Republik wurde die Satzung verabschiedet, die der katalanischen Sprache die Offizialität verlieh. Unsere Literatur näherte sich der Normalität an: Die Schaffung, Veröffentlichung und der Konsum aller Genres florierten, vor allem weil die Fiktion das beliebteste Genre beim Publikum war. Die Balearen und Valencia versuchten, denselben Weg einzuschlagen, konnten dies jedoch aufgrund des Ausbruchs des Krieges nicht vollenden.

Kultur unter dem Franco-Regime

Nach dem Bürgerkrieg im Jahr 1939 wurden all diese Fortschritte abgeschafft. Die Franco-Diktatur verbot die Sprache erneut, was zur Unterdrückung der Intellektuellen und zur Verbannung vieler führte.

  • Unser Umgang mit der Sprache verschwand aus der Öffentlichkeit und verlagerte sich in den Untergrund.
  • Die Nutzung war auf die private und familiäre Sphäre beschränkt.
  • Dies geschah, um die spanische Sprache als einziges Maß für die Beziehung zwischen den Bürgern (in der Schule, in den Medien) zu etablieren, was zur Gewinnung neuer Spanischsprecher führen sollte.

Die Verfolgung der Sprache war in Katalonien, wo sie Amtssprache gewesen war, besonders hart. In Valencia hingegen wurde die Sprache im umgangssprachlichen Gebrauch und in der Volkskultur geduldet.

  1. Es wurden weiterhin die Jocs Florals (Blumenspiele) abgehalten.
  2. Es entstanden Darstellungen von Skizzen und Comics durch die Gruppe Lo Rat Penat.

Zeitstrahl der Unterdrückung und Erholung

1939–1946: Die Phase der maximalen Unterdrückung

In dieser Zeit gingen Intellektuelle und alle, die die Sprache verteidigten, ins Exil. Es herrschte ein langes Schweigen ohne Veröffentlichungen und ohne Leser. Es gab lediglich einige versteckte Ausgaben.

1946–1956: Langsame Lockerung

Die Repression wurde reduziert, und es entstanden wieder erste Darstellungen sowie einige katalanische Literaturpreise und Verlage. Langsam kehrte der Gebrauch der Sprache in der Literatur zurück, obwohl die Arbeiten im Untergrund weitergingen. Exilierte Schriftsteller schufen eine Literatur der Sehnsucht nach ihrem Land.

Zensur und literarische Gattungen

Die Nachkriegsliteratur war spärlich gesät: Die Intellektuellen waren zerstreut, durch die Zensur gedämpft und die Sprache war verboten. Unsere Literatur erlebte eine Doppel-Zensur: Die Einschränkung der Meinungsfreiheit und das Verbot des öffentlichen Gebrauchs der katalanischen Sprache.

Die erzählenden Genres litten am meisten unter der Zensur, da sie aufgrund ihres kommerziellen Potenzials zur Standardisierung der Sprache und zur Verbreitung von Ideen beigetragen hätten. Der Abbau der Infrastruktur durch das Franco-Regime erschwerte zudem das Marketing und das Verlagswesen.

Narrative Genres und ihre Ausprägungen

Die leichte Liberalisierung des Regimes führte zu einer ungleichmäßigen literarischen Ernte:

  • Der Roman der Vermeidung: Die Vermeidung der Realität war eine kreative Alternative zur Not der Romanciers. Ein Beispiel ist Joan Perucho mit „Die natürliche Geschichte“, die von Vampirismus erzählt und Witz, Ironie sowie Fantasie mit historischen Figuren mischt.
  • Der psychologische Roman: Nach dem Krieg nahm er einen existenzialistischen Charakter an. Beispiele sind Xavier Benguerel und Joan Sales, Autor des Romans „Flüchtiger Glanz“ (Incerta glòria), ein Paradebeispiel für die Franco-Zensur, da die Originalversion erst 1969 vollständig erscheinen konnte.
  • Der realistische Roman: Er thematisiert die schwierigen Lebensbedingungen des Krieges. Viele Werke wurden erst in den späten sechziger Jahren veröffentlicht. Herausragend ist Joaquim Amat-Piniella mit „K.L. Reich“, einer Chronik über die Erfahrungen in den Nazi-Konzentrationslagern.
  • Weitere Autoren: Vicenç Riera Llorca („Tots tres surten d’Olot“), Avel·lí Artís-Gener (Tísner) mit „556. Brigade“ und Manuel de Pedrolo, der besonders von der Zensur verfolgt wurde.

Die Erzählung ab den 70er Jahren

Mit dem Tod Francos änderte sich die Situation für die Autoren grundlegend. Die Demokratisierung erkannte die sprachlichen Rechte der Nationalitäten an. Es entstanden neue Werke, Literaturpreise vermehrten sich und die Zensur entspannte sich.

Enric Valor und die valencianische Prosa

Sein literarisches Werk füllte die Lücke in der erzählenden Prosa während des Valencianischen Revivals. Valor war ein Meister der Volksmärchen. Seine Erzählungen nutzen zwar historische Hintergründe, folgen aber der Linearität der Schriftsteller des 19. Jahrhunderts.

Merkmale seines Stils:

  • Die Werke spielen in wunderschönen Landschaften.
  • Darstellung plausibler Sitten (sowohl positive als auch negative Hindernisse für den Fortschritt).
  • Dialoge und Beschreibungen ebnen den Weg für Analysen über soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde.
  • Thematisierung von Ungerechtigkeit, ländlichem Caciquismo (Lokalherrschaft) und ein sehr korrekter, sorgfältiger Stil.
  • Naturwissenschaftliches und realistisches Erzählmodell mit innovativen Techniken wie der freien indirekten Rede.

Die Psychologie bei Mercè Rodoreda

Die literarische Produktion von Mercè Rodoreda konzentriert sich stark auf die Psychologie der Charaktere. Beeinflusst von Virginia Woolf, Marcel Proust und Thomas Mann, zeichnet sich ihr Werk durch folgende Punkte aus:

  1. Projektion der inneren Welt der Figuren auf Orte und Situationen.
  2. Verschmelzung von Dialogen mit den Gedanken der Charaktere.
  3. Nutzung verschiedener Diskursarten (direkter und indirekter Stil), um Temperament und Charakter darzustellen.
  4. Aufhebung der Grenzen zwischen Erzählung, Beschreibung und Dialog, um den Lauf der Zeit zu vermitteln.

Entwicklungen bis zur Gegenwart

Die Erzählung ab den siebziger Jahren wird von Autoren dominiert, die den Krieg als Kinder erlebten oder danach geboren wurden. Sie erfuhren eine repressive Erziehung, aber auch die Jugendrevolten der sechziger Jahre.

  • Merkmale: Verwendung der ersten Person, poetische Sprache, intime Haltung und starker Kulturalismus (Referenzen auf andere Autoren).
  • Inhalte: Transgression moralischer Werte, Erotik, moderne Kultur und neue Genres wie Krimis oder Reiseliteratur.
  • Heutige Trends: Kosmopolitismus, Flucht aus dem Lokalismus und Reflexion der Moderne.

Trends in der Lyrik von der Nachkriegszeit bis heute

Die Lyrik litt anfangs unter der Isolation und dem Mangel an Kritik. Dennoch entwickelten sich verschiedene Strömungen:

Symbolismus und Avantgarde

Zunächst folgten Dichter der symbolistischen Tradition (wie Carles Riba) oder metaphysischen Bedenken. In der Avantgarde-Tradition experimentierten Autoren wie Josep Palau i Fabre (Einsamkeit, Erotik) und Joan Brossa (visuelle Poesie, soziale Kritik) mit der Sprache.

Der soziale Realismus

Ab den sechziger Jahren (u.a. Salvador Espriu und Pere Quart) gab es eine Orientierung hin zur Darstellung der harten Realität und der Anklage von Ungerechtigkeiten der Diktatur.

  • Prophetische Haltung: Der Dichter spricht für das unterdrückte Volk.
  • Direkte Sprache: Die Kommunikation ist lebhaft und umgangssprachlich, um die gesamte Gesellschaft zu erreichen.
  • Themen: Forderung nach Meinungsfreiheit, das Gefühl des inneren Exils und die Reflexion über die Rolle der Poesie.

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