Das katalanische Theater des 19. Jahrhunderts

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Theater des neunzehnten Jahrhunderts

In Katalonien wurden die ersten romantischen Stücke auf Spanisch geschrieben. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand ein bedeutendes romantisches katalanisches Drama. Es kam zu einer Proliferation unter dem Einfluss der Romantik während des Beginns der Renaixença (Wiederbelebung), die mit dem neoklassischen Theater bricht, welches sehr starre Regeln festlegte und keine Abweichungen zuließ. Der romantische Schriftsteller, der Freiheit suchte, drückte sich in den folgenden Merkmalen aus:

  • Das Verschwinden der Grenze zwischen den dramatischen Genres.
  • Mischung aus Prosa und Versen.
  • Die Ablehnung der klassischen Einheiten (Ort, Zeit und Handlung).
  • Größere Vielfalt von Situationen und Charakteren.

Das romantische Drama

Eines der wichtigsten Genres dieser Ära war das romantische Drama. Es ist eine Synthese aus Elementen der Komödie und der klassischen Tragödie – Formen, die im Neoklassizismus als völlig unvereinbar galten.

Merkmale des romantischen Dramas:

  • Liebe: Sie ist das wichtigste Thema und wird als absolute Leidenschaft dargestellt, die keine Gesetze befolgt und vor nichts Halt macht. Die Suche nach einer perfekten, aber unmöglichen Liebe führt oft zu einem tragischen Ende.
  • Der Held: Er ist der Protagonist, ein geheimnisvolles Individuum, das einer ungerechten Gesellschaft gegenübersteht oder einen Machtkampf gegen das Schicksal führt. Er lebt, um etwas zu erreichen, das oft unerreichbar bleibt.
  • Emotionale Kapazität: Die Dramatisierung nutzt eine Reihe von Ressourcen: schockierende und dynamische Handlungsszenen, Intrigen, leidenschaftliche und erhabene Charaktere sowie eine spektakuläre und beeindruckende Szenografie.

Historisches Drama und ländliche Sitten

Historisches Drama: Historische Ereignisse prägen die Handlung des Stücks, wobei sie manchmal nur eine sekundäre Rolle spielen, um die Aktion voranzutreiben oder den Ausbruch zu motivieren.

Das Drama der ländlichen Sitten: Es stellt eine Idealisierung der ländlichen katalanischen Familie dar, als Hüter von Werten und Bräuchen. Die Handlung ist sentimental geprägt und kombiniert Humor mit dramatischen Elementen.

Àngel Guimerà

Er repräsentiert die Vollendung des Theaters der Renaissance (Renaixença) mit einer umfangreichen literarischen Produktion von unbestreitbarer Qualität. Geboren in Santa Cruz de Tenerife, war der Dramatiker und Dichter kanarischer Herkunft. Er begann sein literarisches Leben auf Spanisch, wurde aber bald durch Artikel in katalanischer Sprache bekannt. Tatsächlich trat er bei den Blumenspielen (Jocs Florals) 1871 zunächst als Dichter in Erscheinung, bevor er sich ganz dem Theater widmete. Zwei Jahre später gewann er drei Auszeichnungen und wurde zum Mestre en Gai Saber (Meister des frohen Wissens) ausgerufen.

Guimerà erneuerte das Liebesdrama mit der Schaffung der romantischen Tragödie und des realistischen Dramas: persönliche und originelle dramatische Gattungen, die seine theatralische Laufbahn charakterisieren. Diese wird in die Zeit der Romantik (1879–1890) und die Phase der Einführung realistischer Elemente (1890–1900) unterteilt, in der er, ohne die Ideen der romantischen Tragödie gänzlich aufzugeben, das Genre ästhetisch modernisierte.

Die romantische Tragödie

Guimerà interpretierte den Begriff des historischen und romantischen Dramas in seinen frühen Werken als Tragödien. Wichtigste Merkmale:

  • Patriotische und historische Argumente: Die Handlung spielt in einer realen oder imaginären Vergangenheit. Guimerà verfolgt einen literarischen und künstlerischen Zweck; Themen und Charaktere in den Tragödien haben universelle Tragweite.
  • Idealisierung der Charaktere: Die Figuren sind stets idealisiert. Die dramatische Handlung dreht sich um ihre Leidenschaften sowie ihre erregten, feurigen Gefühle, die sich oft in der Natur widerspiegeln.
  • Innovation im Versgebrauch: Guimerà schreibt seine Tragödien in Versen.

Die wichtigsten Werke sind Galla Placidia, Judith de Welp sowie Mar i Cel (Meer und Himmel).

Das realistische Drama

Es integriert realistische Funktionen in das romantische Drama. Das Werk Terra Baixa (Tiefland) zeigt deutliche Merkmale des realistischen Dramas:

  • Vorhandensein sozialer Probleme: Die Beziehung zwischen Herr und Arbeiter bildet stets den Hintergrund der Haupthandlung (in diesem Fall ein Liebesthema).
  • Figuren aus der Realität: Die Charaktere stammen meist aus bescheidenen Verhältnissen.
  • Verwendung von Prosa und einer Umgangssprache.

Handlung von Terra Baixa: Sebastià, ein despotischer und ruinierter Landbesitzer, der eine Beziehung mit Marta unterhält, ist gezwungen, eine reiche Erbin zu heiraten. Um Marta weiterhin als Geliebte behalten zu können, verheiratet Sebastià sie mit Manelic, einem unschuldigen Hirten, der die Situation nicht kennt. Der Adel des Geistes von Manelic beeindruckt Marta; sie erkennt die Lage und gemeinsam kämpfen sie gegen die Falle, die Sebastià vorbereitet hat. Das Werk besitzt eine offensichtliche Symbolik: Die Flucht ist eine Ode an die Ehrlichkeit und die Freiheit des Einzelnen.

Die romantischen Elemente, die im realistischen Drama verbleiben, sind: eine idealisierte Vision der Welt und der Menschen, Charaktere, die Ideen repräsentieren, feurige Gefühle und das Ziel, Leidenschaften darzustellen.

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