Katalanisches Theater: Nachkriegszeit, Erneuerung und Gegenwart

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Theater in der Nachkriegszeit und 1970er Jahre

Nach dem Bürgerkrieg und unter dem Franco-Regime war das katalanische Theater verboten. Die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit erfolgte nur langsam und zunächst in traditionellen dramatischen Formen. In den 1940er und 1950er Jahren blieb das katalanische Theater weitgehend von den zeitgenössischen europäischen und nordamerikanischen Strömungen abgekoppelt.

In diesem Zeitraum von etwa vierzig Jahren versuchte Josep Maria de Sagarra eine Erneuerung des Theaters, hatte jedoch zunächst keinen nachhaltigen Erfolg; die Entwicklung kehrte vielfach zum klassischen Theater der Vergangenheit zurück, zu dramatischen Gedichten und Sittenkomödien.

Zwischen den Fünfziger- und Sechzigerjahren gab es erneute Erneuerungsversuche im Theater. Diese Erneuerung zeigte sich im professionellen Theater und in theatralischen Texten von Autoren wie Josep Palau i Fabre oder Villalonga. Zudem entstanden neue nichtinstitutionelle Plattformen und Gruppen in Barcelona sowie die Escola d'Art Dramàtic Adrià Gual. Ziel war es, das europäische Theater mit dem katalanischen zu verbinden und die freie Theaterszene zu fördern, die häufig Theater als politisches und soziales Kampfmittel mit hoher Reichweite verstand.

Unabhängige Theatergruppen leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Erneuerung durch neue Stücke und durch die Entwicklung zentraler Bühnenpersönlichkeiten wie Regisseuren, Bühnenbildnern und Musikern.

Ein weiterer Faktor der Theatererneuerung war die Einführung der Josep Maria de Sagarra-Auszeichnung, die jungen Schriftstellern und Dramatikern Fördermöglichkeiten bot.

Wandel in den späten 1960er Jahren

Ende der Sechzigerjahre vollzog sich ein wichtiger Wandel: Regisseure, Inszenierungsideen und Körperausdruck gewannen gegenüber dem reinen Autorentext an Bedeutung. Es setzten sich funktionale Techniken und ein kollektiver Ansatz zwischen Publikum und Bühne durch. Die Zeit der Regieinszenierungen kam, und Gruppen wie Els Joglars, Els Comediants und Dagoll Dagom wurden zu prägenden Truppen dieser Erneuerung.

Entwicklung des valencianischen Theaters

Das valencianische Theater wurde besonders durch zwei Autoren beeinflusst: die Brüder Josep und Lluís-Rudolf Sirera. Diese Autoren und weitere Beteiligte formulierten das "Manifest des valencianischen Theaters" und betonten die Notwendigkeit eines modernen Theaters, das einerseits historische Traditionen einbezieht und andererseits klassische Autoren rezipiert. Sie forderten die Normierung der Sprache sowie finanzielle Unterstützung und Hilfen für das Theater.

Rudolf Sirera trug zur Theaterentwicklung bei, indem er Formensuche betrieb und Elemente aus anderen Medien und Ressourcen integrierte; das Ziel blieb jedoch immer die Rückgabe des Theaters an das Publikum.

Ein weiteres hervorzuhebendes Thema ist die Arbeit von Manuel Molina und seine Reflexionen über die Geschichte Valencias, die dem valencianischen Theater wichtige Impulse gaben.

Grundlegende Merkmale des aktuellen Dramas

Während der 1970er und 1980er Jahre gewann das Theater wieder an Boden und erreichte neue Prominenz, unter anderem durch Gruppen wie Els Joglars, Els Comediants und durch Ensembles mit starkem körperlichen Ausdruck. In den späten 1980er Jahren setzte sich dieser Trend fort; es kam zu einem Wiederaufwertungsprozess des Textes, der auch in ganz Europa zu beobachten war. Das gesprochene Wort wurde wieder als zentrales Element des Theaters wahrgenommen, ebenso die Fähigkeit zur Abstraktion und vor allem zum Handeln.

Traditionelle Modelle wurden zunehmend überwunden; Einflüsse von Autoren wie Harold Pinter und Samuel Beckett sind erkennbar. Zu den Protagonisten der Erneuerung zählen neben anderen Sergi Belbel und Benedikt Jornet, die als Bezugspunkte für junge Autoren dienten.

Darüber hinaus stärkten institutionelle Einrichtungen in Barcelona seit Beginn der Demokratie (Freiheit, katalanische Dramazentren und Balearen) die Bühneninfrastruktur und unterstützten so auch Valencia. Offene Räume und kleine Säle stellen eine weitere Alternative dar, auf der die Entstehung neuer Autoren und Formate beruht.

In diesen Jahren lässt sich eine neue Art von Dramatiker beobachten, der häufig mehrere Funktionen zugleich übernimmt: als Autor, Regisseur und manchmal auch als Schauspieler. Sergi Belbel ist ein Beispiel für einen Autor-Regisseur, und Carlos Alberola in Valencia ist ein Beispiel für einen Autor-Regisseur-Schauspieler.

Sergi Belbel und Lluïsa Cunillé repräsentieren das neue Drama auf Katalanisch. Belbel, in ganz Europa bekannt, entwickelte Humor vom Minimalismus hin zu einem realistischeren Drama, das alltägliche Konfrontationen in gemischter dramatischer Form schildert. Cunillé arbeitet mit fragmentarischen Dialogen, theatraler Forschung und scheinbar irrelevanten Mustern, in denen es oft keine eindeutigen Bezugspunkte gibt; dadurch verschiebt sich der Konflikt in der Szene und berührt die Zuschauer auf andere Weise.

Die Theaterszene der späten zwanziger, der späten zwanzigsten und der frühen einundzwanzigsten Jahre lässt sich durch ihren Reichtum, ihre Dynamik und ihre Fähigkeit zur Anpassung an eine postindustrielle Kultur definieren. Autoren wie Belbel, Benedikt Jornet, Sirera und Alberola haben außerdem für Musiktheater, Fernsehen und Komödien geschrieben und damit die Verflechtungen zwischen den Medien verstärkt.

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