Kataloniens Geschichte: Von der Gemeinschaft zur Diktatur

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Politische Entwicklungen in Katalonien

Die republikanische Bewegung in Katalonien formierte sich Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Partit Republicà Català (PRC) wurde 1917 von Francesc Layret, Marcel·lí Domingo und Lluís Companys gegründet. Zudem rief Francesc Macià 1922 den Estat Català ins Leben. Diese Gruppen bildeten die Keimzellen der 1931 gegründeten Esquerra Republicana de Catalunya (ERC). Parallel dazu gründeten Rafael Campalans, Gabriel Alomar und Manuel Serra i Moret 1923 die Sozialistische Union Kataloniens (USC), nachdem sie aus der PSOE ausgetreten waren.

Die politische Landschaft wurde zudem durch die radikale, anti-katalanistische Stimmung geprägt, die Alejandro Lerroux 1908 etablierte.

3.3 Die Gemeinschaft Kataloniens (Mancomunitat)

Das Projekt der Mancomunitat de Catalunya begann 1911 auf Initiative von Enric Prat de la Riba. Am 6. April 1914 wurde die Gemeinschaft offiziell gegründet, mit Prat de la Riba als erstem Präsidenten. Die Regierung bestand aus acht Beratern.

  • Befugnisse: Die politischen Kompetenzen waren stark begrenzt; der Staat übertrug weder Ressourcen noch echte politische Macht.
  • Zweck: Die Gemeinschaft diente der Bündelung und gemeinsamen Verwaltung von Zuständigkeiten der katalanischen Provinzialräte.
  • Leistungen: Trotz geringer Finanzen leistete die Institution bedeutende Bildungs- und Kulturarbeit, förderte Krankenpflegeschulen und öffentliche Bauprojekte.

Die Arbeit wurde maßgeblich durch den Enthusiasmus von Enric Prat de la Riba (bis 1917) und später durch Josep Puig i Cadafalch sowie deren Mitarbeiter aus verschiedenen politischen Lagern (mit Ausnahme der Lerrouxisten) getragen.

4. Die Diktatur von Primo de Rivera (1923–1930)

Miguel Primo de Rivera, Generalkapitän von Katalonien, führte 1923 einen Militärputsch durch, der von verschiedenen Seiten – einschließlich König Alfons XIII. – unterstützt wurde. Die Bourgeoisie und das Bürgertum begrüßten den Umsturz, da sie sich nach dem „Regeneracionismo“ von Joaquín Costa sehnten – dem Ruf nach einem „eisernen Chirurgen“, einem starken Mann, der Ordnung schafft.

Angesichts des Aufstiegs des Faschismus in Italien, Portugal und Griechenland fürchteten die Mittelschichten eine kommunistische Revolution. Die Diktatur verlief in zwei Phasen:

1. Militärdirektorium (1923–1925)

Primo de Rivera setzte die Verfassung von 1876 sowie das Parlament und alle demokratischen Institutionen außer Kraft. Diese Phase gilt als Vorläufer des späteren Franco-Regimes.

2. Zivildirektorium (1925–1930)

Er gründete die Partei Unión Patriótica, um die Verwaltung zu kontrollieren, und schuf eine beratende Nationalversammlung (Asamblea Nacional Consultiva).

Hinsichtlich der Infrastruktur wurden während der Diktatur zahlreiche Projekte für den Bau von Straßen, Eisenbahnen und die Modernisierung der Linien initiiert.

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