Das keynesianische Modell: Nachfrage und Gleichgewicht

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Das keynesianische Modell und die Nachfrage

Das keynesianische Modell: Rolle der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage: Nach Keynes war eine hohe Arbeitslosigkeit die Folge eines Mangels an aggregierter (gesamtwirtschaftlicher) Nachfrage. Diese war aufgrund einer unzureichenden Investitionsnachfrage zu niedrig. Keynes befürwortete steuerliche Maßnahmen, insbesondere die Erhöhung öffentlicher Ausgaben, um die Nachfrage zu stimulieren.

Marshall hingegen vertrat die Ansicht, dass Arbeitslosigkeit zwar bestehe, aber dass Wissen und Ausbildung die Fähigkeiten der Belegschaft erhöhen könnten. Dies würde Arbeitnehmer und Unternehmen vor schlechten wirtschaftlichen Entscheidungen schützen, die zu unternehmerischem Scheitern und somit zu Arbeitslosigkeit führen. Nach diesem System könnte Arbeitslosigkeit das Ergebnis von nach unten starren Nominallöhnen sein; Lohnkürzungen wurden hierbei als Lösung für die Arbeitslosigkeit vorgeschlagen.

Das einfache keynesianische Modell

Bedingungen für das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht

Damit die Produktion im Gleichgewicht ist, muss die Produktion der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage entsprechen: Y = E. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage besteht aus drei Komponenten:

  • 1) Verbrauch der privaten Haushalte (C)
  • 2) Gewünschte Investitionsnachfrage der Unternehmen (I)
  • 3) Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen durch den Staat (G)

Im Gleichgewicht gilt: E = Y = C + I + G. Wenn die Produktion die Nachfrage übersteigt (Y > E), akkumulieren Unternehmen unerwünschte Lagerbestände. Es entsteht eine Tendenz, die Produktion zu drosseln, da die Unternehmen die Produktion auf das Niveau der Vorräte reduzieren wollen. Wenn die Nachfrage die Produktion übersteigt (E > Y), kommt es zu einer Reduktion der Vorräte und einer Tendenz zur Produktionssteigerung, da Unternehmen eine weitere Verringerung der Lagerbestände vermeiden wollen. Nur wenn die gesamtwirtschaftliche Nachfrage gleich der Produktion ist, sind die Unternehmen mit ihrem Produktionsniveau zufrieden.

Komponenten der aggregierten Nachfrage

Der Konsum ist die größte Komponente der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und machte in den letzten Jahren zwischen 60 % und 90 % des Bruttosozialprodukts (BSP) aus. Die spezifische Form des Verbrauchs-Einkommens-Verhältnisses wird als Konsumfunktion bezeichnet. Keynes schlug folgende Formel vor: C = A + cYD (mit A > 0 und 0 < c < 1).

Die Steigung der Konsumfunktion ist die marginale Konsumquote (PMC), also der Zuwachs des Verbrauchs pro Einheit zusätzlichem verfügbaren Einkommen. Der Schnittpunkt der Konsumfunktion stellt das positive Konsumniveau bei einem verfügbaren Einkommen von Null dar. Die keynesianische Annahme besagt, dass der Konsum steigt, wenn das verfügbare Einkommen steigt, wobei der Anstieg des Konsums geringer ist als der Anstieg des Einkommens.

Das verfügbare Einkommen teilt sich in Konsum und Ersparnis auf. Die Theorie des Konsum-Einkommens-Verhältnisses bestimmt somit auch das Spareinkommen. Ein Anstieg des verfügbaren Einkommens um eine Einheit führt zu einem Anstieg des Verbrauchs; der Rest des Anstiegs fließt in die Ersparnis. Die Beziehung zwischen dem Anstieg der Ersparnisse pro zusätzliche Einheit wird marginale Sparquote (PMS) genannt.

Investitionen, Staatsausgaben und Steuern

Investitionen: Veränderungen in den gewünschten Ausgaben für geschäftliche Investitionen waren für Keynes einer der Hauptfaktoren für Einkommensänderungen. Er glaubte, dass die Investitionsnachfrage die volatilste Komponente der autonomen Nachfrage sei und maßgeblich für die wirtschaftliche Instabilität verantwortlich ist.

Die keynesianische Sparfunktion zeigt die Höhe der Ersparnisse für jedes Niveau des verfügbaren Einkommens. Die Steigung der Sparfunktion ist die PMS (zusätzliche Ersparnis pro Einheit verfügbarem Einkommen). Der Schnittpunkt der Sparfunktion stellt das negative Niveau der Ersparnisse bei einem Einkommen von Null dar.

Keynes schlug zwei Variablen als Hauptdeterminanten der kurzfristigen Investitionsausgaben vor: den Zinssatz und den Stand der Geschäftserwartungen. Die Erwartungen der Arbeitgeber über die künftige Rentabilität von Investitionsprojekten sind ein Element wirtschaftlicher Instabilität. Keynes glaubte, dass Unternehmer Entscheidungen unter Unsicherheit treffen und dabei folgende Techniken anwenden:

  • 1) Extrapolation bisheriger Trends in die Zukunft, sofern keine spezifischen Informationen über Änderungen vorliegen.
  • 2) Anpassung an das Durchschnittsverhalten der Mehrheit.

Öffentliche Ausgaben und Steuern: Es wird davon ausgegangen, dass öffentliche Ausgaben ein politisches Instrument zur Steuerung der Wirtschaft sind und nicht direkt vom Einkommensniveau abhängen. Die Verantwortlichen der Wirtschaftspolitik legen den Steuersatz fest, wobei das Steueraufkommen mit dem Einkommen variiert.

Bestimmung des Gleichgewichtseinkommens

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