Kindergesundheit: Prävention, Impfungen & Schulgesundheit
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Ziele der Kindergesundheit
Das Hauptziel ist die Verbesserung des Gesundheitszustands der kindlichen Bevölkerung. Dies umfasst die Senkung von Morbidität und Mortalität, die Förderung einer normalen Entwicklung sowie die Erkennung und Behandlung von Krankheiten, die kollektiv auftreten können.
Schwerpunkte der Gesundheitsförderung
- Wachstum sowie psychomotorische und physische Entwicklung
- Ernährung
- Impfungen und Immunstatus
- Früherkennung von Stoffwechselerkrankungen
- Mundgesundheit
- Erkennung von Erkrankungen des Bewegungsapparates
- Nachweis von Anomalien des Urogenitaltrakts
- Prävention von Infektions- und degenerativen Krankheiten
- Unfallverhütung (Schule, Zuhause, Sport)
- Allgemeine Pflege und Schlafhygiene
- Pädagogische Leitlinien
- Psychische Gesundheit
- Prävention von Kindesmissbrauch
Allgemeine Kontraindikationen für Impfungen
- Schwerwiegende Reaktionen nach früheren Impfungen: Dazu gehören anaphylaktischer Schock, ausgedehnte Schwellungen oder Enzephalopathien.
- Allergien: Bekannte Allergien gegen einen Bestandteil des Impfstoffs.
- Akute Infektionskrankheiten: Bei schweren fieberhaften Erkrankungen sollte die Impfung verschoben werden. Ebenso sollte nach Behandlungen, die die Immunität schwächen, eine Wartezeit eingehalten werden.
- Immunstörungen: Angeborene oder erworbene Immundefekte.
- Neurologische oder andere chronische Erkrankungen: Insbesondere bei fortschreitenden oder instabilen Krankheitsbildern.
- Schwangerschaft: Grundsätzlich eine Kontraindikation, insbesondere im ersten Trimester und für Lebendimpfstoffe (abgeschwächte Viren). Die Notwendigkeit muss sorgfältig abgewogen werden. Beispiel für Impfschemata: Tetanus und Diphtherie oft in 3 Dosen (z. B. nach 0, 1 und 6-12 Monaten).
- Kürzliche Behandlung mit Immunglobulinen: Nach Plasma- oder Bluttransfusionen muss ein angemessener Zeitabstand zur Impfung eingehalten werden.
Checkliste zur Verabreichung von Impfungen
- Anamnese vor der Impfung: Insbesondere Allergien abfragen.
- Impfstatus prüfen: Überprüfen, welche Impfungen fällig sind, und den Impfplan bei Bedarf korrigieren.
- Dosis und Verabreichungsart kontrollieren: Die korrekte Dosierung und Applikationsform sicherstellen.
- Kühlkette einhalten: Die Lagertemperatur muss konstant zwischen 2 und 8 °C liegen. Impfstoffe, deren Kühlkette unterbrochen wurde, dürfen nicht verwendet werden.
- Über mögliche Nebenwirkungen aufklären: Eltern über häufige und seltene Impfreaktionen informieren.
- Nächsten Impftermin vermerken: Den nächsten Termin festlegen und im Impfausweis eintragen und unterzeichnen.
- Dokumentation: Die Impfung sorgfältig in der Patientenakte (z. B. Impfpass, digitale Akte) registrieren.
- Handlungsempfehlungen geben: Eltern anleiten, das Kind zu beobachten und wie sie bei Nebenwirkungen reagieren sollen.
Gesundheitsförderung in der Schule
Die Zielgruppe sind hierbei insbesondere 10- bis 12-jährige Schüler. Wichtige Bausteine sind:
- Gesundheitserziehung und Prävention
- Vorsorgeuntersuchungen
- Unterstützung von Impfprogrammen
Akteure in der Schulgesundheit
- Medizinisches Personal: Übernimmt Verantwortung in verschiedenen Programmen und berät Eltern und Lehrkräfte.
- Lehrkräfte: Spielen eine aktive Rolle als Vermittler von Gesundheitswissen.
- Eltern: Schulische Bildung ergänzt die Erziehung in der Familie. Eltern können sich aktiv über Elternvertretungen einbringen.
- Schüler: Nehmen eine zunehmend aktive Rolle ein.
- Kommunalverwaltung und andere Institutionen: Gremien wie die Schulkonferenz bringen alle Akteure zusammen, um die Gesundheitserziehung zu fördern.
HINWEIS: In der Praxis sind sowohl Schüler als auch Lehrkräfte aktive Teilnehmer am Prozess der Gesundheitsförderung.
Ziele und Methoden der Gesundheitserziehung
Gesundheitserziehung ist besonders wichtig, da Kinder viel Zeit in der Schule verbringen und dort universell erreicht werden können.
Ziele
- Förderung eines gesunden Lebensstils und einer positiven Einstellung zur Gesundheit.
- Schulung von Multiplikatoren wie Eltern und Lehrkräften.
Gesundheitsbildung ist ein fächerübergreifendes Thema, das formal (z. B. im Sport- oder Biologieunterricht) und informell (z. B. in der Mensa) stattfindet. Die Vermittlung erfolgt durch Vorträge, Broschüren und die enge Zusammenarbeit mit den Eltern.
Methodische Ausrichtung
Die Umsetzung erfolgt durch partizipative Strukturen. Gremien wie die Schulkonferenz oder ein schuleigener Gesundheitsrat entwickeln Gesundheitsprogramme, die fest in den Schulalltag integriert werden.
Vorsorgeuntersuchungen im schulischen Umfeld
Regelmäßige Screenings helfen, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen (z. B. im Alter von 6, 11 und 14 Jahren).
- Überprüfung der Sehschärfe: Mithilfe von Sehtafeln wird ein Screening durchgeführt. Bei Auffälligkeiten wird der Besuch bei einem Facharzt empfohlen.
- Somatometrische Daten: Gewicht und Größe werden gemessen, der BMI berechnet und mit Normwerttabellen verglichen.
- Untersuchung der Wirbelsäule: Durch Beobachtung und einfache Tests wird auf Abweichungen wie Kyphose, Lordose oder Skoliose geachtet.
- Weitere Gesundheitsthemen: Überprüfung der Mundhygiene (z. B. in der 6. Klasse) und anderer möglicher gesundheitlicher Probleme.