Die Kirche im Wandel: Von der Theozentrik zur Neuzeit und Reformation
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In der Neuzeit braucht die Kirche eine gründliche Erneuerung ihrer Strukturen, Praxis und religiösen Erfahrung.
Zeitalter:
Theozentrische Gesellschaft: Alles Geschehen wird durch die Macht Gottes und göttliche Kräfte erklärt. Die grundlegenden Ziele sind Arbeit und Dienst an Gott, jeder in seinem Stand. Das gesamte Leben ist auf den Willen Gottes ausgerichtet, wie er in der Bibel steht und von der kirchlichen Autorität, insbesondere dem Papst, interpretiert wird. Wissenschaft und Kunst dienen dazu, das Handeln Gottes zu erklären. Der christliche Gedanke ist universell und einzigartig.
Neuzeit:
Anthropozentrische Gesellschaft: Die Autonomie der Person wird wichtiger, das Wissen stützt sich auf Philosophie, Theologie und Wissenschaft. Die primären Ziele sind die Verbesserung des menschlichen Lebens und die Befriedigung der täglichen Bedürfnisse. Es wird die Mehrdeutigkeit und Komplexität des menschlichen Lebens betont: die Dominanz von Individualismus und Subjektivismus, Nationalismus, Säkularismus und Säkularisierung. Es besteht ein Interesse an Wissenschaft und Künsten. Der christliche Glaube ist pluralistisch.
Die protestantische Reformation:
Ursachen:
- Westliches Unbehagen durch die Kirchenspaltung.
- Schlechte Amtsführung der Päpste.
- Forderung von Almosen durch den Papst für den Vatikan.
- Verkauf von Ablässen.
- Armut des Klerus.
- Geringe Bildung des einfachen Volkes.
- Kritik von Humanisten an den Universitäten.
Lutherische Reformation:
Martin Luther: Martin Luther glaubte, dass die Praxis, Seelenheil im Austausch für Geld zu versprechen, dem Evangelium widersprach. Er veröffentlichte 95 Thesen gegen die katholische Kirche:
- Die Güte Gottes rettet, nicht das Werk der Menschen.
- Ablehnung der Tradition der Kirche als alleinigen Ort der Begegnung mit Gott und der daraus abgeleiteten Lehren.
- Ablehnung der Mittel, um Heil zu erlangen, sowie der Heiligenverehrung.
- Reduzierung auf drei Sakramente: Taufe, Abendmahl und Vergebung der Sünden.
- Betonung des Wortes Gottes, das er ins Deutsche übersetzte. Jede Nation hat das Recht, das Wort Gottes zu lesen und zu interpretieren.
Papst Leo X. verurteilte seine Thesen. Im Januar 1521 wurde Luther exkommuniziert.
Calvin: Johannes Calvin widmete sich der Umsetzung einer protestantischen Kirche. Er gilt als der Vater der zweiten Reformation.
Zusätzliche Prinzipien:
- Gott ist der absolute Herrscher über alle Menschen.
- Gott rettet nicht nur, sondern hat das Schicksal der Menschen bereits im Voraus bestimmt (Prädestination).