Klassifizierung und Auswirkungen von Schadstoffen

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Klassifizierung von Schadstoffen nach ihren Eigenschaften

Entsprechend den spezifischen Eigenschaften der Schadstoffe können diese wie folgt eingestuft werden:

  • Physikalische Schadstoffe
  • Chemische Verunreinigungen
  • Biologische Verunreinigungen
  • Psychologische Schadstoffe

Physikalische Schadstoffe

Physikalische Schadstoffe sind solche, die durch ihre bloße Anwesenheit in der Umwelt die Qualität ihrer Komponenten verändern. Sie sind durch einen Energieaustausch zwischen Person und Umwelt gekennzeichnet, dessen Dimension oder Geschwindigkeit so hoch ist, dass der Körper ihr nicht standhalten kann. Aus verschiedenen Gründen ist die körperliche Belastung oft mit der Umweltgeologie verknüpft, insbesondere bei Radioaktivität (natürlich oder künstlich). Beispiele hierfür sind Energieformen wie Lärm, Licht, ionisierende Strahlung, Vibrationen, Temperatur und Druck.

Erkrankungen durch thermische Einflüsse

Erkrankungen durch hohe Temperaturen

Wenn die Körpertemperatur durch Arbeit in einer heißen Umgebung steigt, versucht der Körper, die Normaltemperatur zu halten. Er regt die Blutzirkulation an, um Wärme an die Körperoberfläche zu transportieren und durch Strahlung abzugeben (was zu einer beschleunigten Herzfrequenz und Herzermüdung führt). Vermehrtes Schwitzen dient der Kühlung durch Verdunstung. Dies muss durch die Aufnahme von Wasser und Salz ausgeglichen werden, da Schweiß etwa 5 % Natriumchlorid enthält. Zudem sinken die körperliche Aktivität und die Leistungsfähigkeit.

Erkrankungen durch Kälte

Wenn die Körpertemperatur sinkt, reduziert der Körper die Durchblutung und bewirkt eine Vasokonstriktion der Haut, um den Wärmeverlust zu minimieren. Sinkt die Körpertemperatur unter 34 °C, kann der Arbeitnehmer das Bewusstsein teilweise verlieren.

Erkrankungen durch mechanische Schwingungen

Diese treten überwiegend bei Berufsgruppen wie Maurern oder Bergleuten auf. Vibrationen können den gesamten Körper beeinträchtigen, da sie über das Skelett übertragen werden. Zu den wichtigsten lokalen Erkrankungen gehört die sogenannte Weißfingerkrankheit (Dead Finger), die oft nach zwei Jahren Arbeit auftritt. Weitere Folgen können die Kienböck-Krankheit (Mondbeinnekrose) sein, die zu Schmerzen in der Handwurzel führt. Ebenso können Muskel-, Nerven- oder Gelenkverletzungen auftreten, wie die Loriga-Krankheit, die typisch für die Nutzung von Druckluftwerkzeugen ist.

Strahlung und ihre Auswirkungen

Natürliche Strahlung

Die Exposition gegenüber natürlicher Strahlung kann je nach Dosis zu lokalen Hautreaktionen, Katarakten (Grauer Star), Sterilität, Radioepidermitis oder temporärem Haarausfall führen.

Künstliche Strahlung

Künstliche Strahlung stammt aus Umweltverschmutzung durch radioaktive Abfälle, radioaktiven Staub oder nukleare Geräte. Betroffen sind oft Berufsgruppen wie Röntgenologen, Uranbergleute oder Personal in Kernkraftwerken. Auch medizinische Anwendungen zur Diagnose und Therapie nutzen Strahlung. Die Exposition kann zu lokalen Hautreaktionen, Blutkrankheiten, aplastischer Anämie, Leukämie, Knochennekrose oder Krebs führen.

Erkrankungen durch Lärm

Starker Lärm wirkt auf verschiedene Weise auf den menschlichen Körper, etwa durch Reflexe oder psychische Auswirkungen. Zu den körperlichen Reaktionen gehören:

  • Kreislaufsystem: Bluthochdruck, erhöhte Herzaktivität, periphere Vasokonstriktion.
  • Stoffwechsel: Beschleunigung.
  • Muskulatur: Erhöhung der Spannung.
  • Verdauungsorgane: Hemmung der Organfunktion.

Abhängig von Intensität und Dauer kann Lärm das Gehör schädigen und zu einem irreversiblen Lärmtrauma des Corti-Organs führen. Dies kann durch eine langsame Schädigung der Sinneszellen oder durch ein akutes Ereignis geschehen, das die Basilarmembran verletzt.

Faktoren für Lärmschwerhörigkeit

  • Lärmintensität
  • Frequenz
  • Expositionszeit
  • Individuelle Empfindlichkeit

Chemische Verunreinigungen

Chemische Schadstoffe bestehen aus organischen oder anorganischen inerten Materialien, die natürlich oder synthetisch sein können (Gase, Dämpfe, Stäube, Nebel). Sie verändern die chemische Zusammensetzung der Umweltkomponenten, was Auswirkungen auf Lebewesen hat. Beispiele sind giftige Gase, Schwermetalle, Halogene, Säuren, Laugen, Pestizide und Cyanide.

Klassifizierung chemischer Schadstoffe

In der Arbeitsmedizin werden chemische Verunreinigungen in Feststoffe, Flüssigkeiten und Gase unterteilt:

Feststoffe

  1. Stäube: (Kieselsäure, Asbest, Baumwolle, Holz, Metalle etc.). Feinstaub entsteht durch Schleifen, Polieren oder Mahlen.
  2. Rauch: (Kohle, Asphalt, Öl). Ruß und Kohlenmonoxid aus unvollständiger Verbrennung.
  3. Metallrauch: (Chrom, Eisen, Nickel etc.). Feinstaub aus gasförmiger Kondensation beim Schmelzen von Metallen.

Flüssigkeiten

  1. Nebel: (Blausäure, Salzsäure etc.). In der Luft dispergierte Flüssigkeitströpfchen, entstanden durch Kondensation oder Sprühprozesse.
  2. Dunst: Sichtbare Flüssigkeitströpfchen durch Kondensation.
  3. Smog: Kombination aus Rauch und Dunst durch atmosphärische Verschmutzung.

Gase und Dämpfe

  1. Gase: (Kohlenmonoxid, Chlor, Ozon etc.). Stoffe, die unter Normalbedingungen gasförmig sind.
  2. Dampf: (Kohlenwasserstoffe, Alkohole etc.). Gasförmiger Zustand von Stoffen, die sonst fest oder flüssig sind.

Erkrankungen durch chemische Einwirkungen

Diese werden unterteilt in Erkrankungen durch:

  • Stäube
  • Organische Verbindungen
  • Anorganische Verbindungen

Erkrankungen durch Staub (Pneumokoniosen)

Diese Krankheiten werden durch Staubpartikel verursacht und je nach betroffenem Organ benannt:

  • Pneumokoniose: Betrifft die Lunge.
  • Dermatokoniose: Betrifft die Haut.
  • Rhinokoniose: Betrifft die Nase.
  • Osteokoniose: Betrifft die Knochen.
  • Ophthalmokoniose: Betrifft die Augen.

Biologische Schadstoffe

Biologische Verunreinigungen sind Mikroorganismen, welche die Qualität von Luft, Wasser, Boden und Nahrung verschlechtern. Es handelt sich um lebende Organismen, die infektiöse oder parasitäre Krankheiten verursachen können. Die wichtigsten Gruppen in der Arbeitsmedizin sind:

  • Viren
  • Pilze
  • Bakterien
  • Würmer (Parasiten)

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