Klassizismus und Goya: Skulptur, Malerei und Einflüsse
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Klassizismus
Klassizismus ist die Strömung, die im neunzehnten Jahrhundert beginnt und mit der Vernunft identifiziert wird. Sie fordert Ansprüche und den Ausdruck des Allgemeinen und Ewigen, die eng mit der antiken Kunst verknüpft sind. Der Klassizismus verurteilt den Barock und nimmt als Modell die griechisch-römische Kunst sowie die Renaissance. Er ist sehr streng und heiter. Er entstand aufgrund der Funde aus Pompeji und Herculaneum und einer Menge an Wissen über das Altertum, das bisher nicht bekannt war. Viele Künstler verliebten sich in die Antike, begannen Kopien zu machen und orientierten ihre Arbeit an den klassischen Modellen.
In der Skulptur
In der Skulptur neigt man dazu, mit Volumen zu arbeiten und weißen Marmor einzusetzen. Themen der Antike und das Interesse an einem Schönheitsideal sind charakteristisch: Figuren in ruhigen Haltungen, häufig idealisiert, ohne vordergründige erotische Darstellung. Zu den bedeutenden Vertretern zählen die Bildhauer Antonio Canova und Bertel Thorvaldsen.
In der Malerei
In der Malerei gab es ein Problem bei der Rückkehr zur Kunst der Antike: Die wenigen bekannten Originalwerke aus der Antike boten nur begrenzte Vorlagen. Die Künstler orientierten sich stark an der Skulptur als Idealform; Zeichnung wurde gegenüber Farbe oft bevorzugt, sodass die Farbe sich eher unterordnen musste. Häufige Themen sind klassische Stoffe, die Mythologie und historische Sujets. Wichtige Vertreter sind Jacques-Louis David, ein führender neoklassizistischer Maler mit heroischen Kompositionen, und Jean-Auguste-Dominique Ingres, bekannt für seine Obsession mit dem weiblichen Akt und der Anatomie der Frau, etwa in seiner berühmten "Badenden" und in einer teils sfumatoähnlichen Technik.
Goya
Goya ist ein Maler, der sich nur schwer einzuordnen lässt. Er trat in eine moderne Bildwelt ein und suchte im Lauf seines Lebens einen persönlichen Stil. Sein Werk wurde von Velázquez beeinflusst, und in mancher Hinsicht kann man ihn auch als Vorläufer anderer Strömungen sehen. Goya ist als ein Wegbereiter zu betrachten, der spätere Entwicklungen wie Expressionismus und Surrealismus vorwegnahm und zugleich die Entstehung und frühen Werke der Romantik berührte. Er wurde in Zaragoza geprägt, reiste nach Rom und lernte dabei auch Francisco Bayeu kennen.
Reifephase und Hofporträts
In der Reifephase begann Goya als Porträtist am Hof. Seine Hofporträts zeichnen sich durch große Ähnlichkeit und psychologische Tiefe aus. Diese Bilder zeigen Menschen des Hofes in lebendigen, detailreichen Sets; etwa die Gräfin von Chinchón oder die Familie von Karl IV. Seine Porträts haben oft psychologische Nuancen und zeigen sowohl äußere Erscheinung als auch inneren Charakter.
Persönliche Wendung und späte Werke
Eine schwere Krankheit ließ ihn taub, was sein Werk und seine Bildsprache nachhaltig veränderte. In seinen jüngeren Arbeiten, etwa den Darstellungen des 2. Mai und des 3. Mai, zeigt sich der dramatische Ton: Der Kampf mit den Mamelucken am 2. Mai und die Erschießungen am 3. Mai, an der Anhöhe von Príncipe Pío, spiegeln die Schrecken und Massaker wider. Diese Werke berühren durch Ausdruckskraft, starke Kontraste und eine reduzierte, oft dunkle Farbpalette.
Farbgebung und späte Serien
Goya arbeitete in manchen Phasen mit chromatischen Ockertönen und Braunnuancen sowie mit karmesinroten Akzenten. Seine Themen reichen vom Stierkampf bis zu den sogenannten "Schwarzen Bildern", die eine düstere, fast albtraumhafte Stimmung zeigen und eine dunkle, getönte Ockergelb- und Karmesinpalette verwenden. Diese späten Bilder spiegeln Angst, Gewalt und eine intensive emotionale Färbung wider.
Zusammenfassend verbindet der vorliegende Text die Entwicklung des Klassizismus mit der besonderen Position Goyas: Während der Klassizismus die antiken Ideale und die Vernunft betont, steht Goya für eine moderne, oft ambivalente Bildwelt, die historische, psychologische und expressive Elemente vereint.