Der Klassizismus in der Musik: Epoche, Form und Wandel
Der Klassizismus in der Musik
Zwischen 1750 und 1800 festigte sich das klassische Sinfonieorchester. Die Grundlage bildete der Streichersatz, bestehend aus ersten und zweiten Violinen, Bratschen, Celli und Kontrabässen.
Instrumentierung und Entwicklung
Das Horn hatte anfangs große Einschränkungen, was den Bedarf an Instrumenten mit größerem Tonumfang steigerte. Das Fagott wurde regelmäßig eingesetzt und erlangte später eine gewisse Autonomie. Eine bedeutende Entwicklung erlebte die Klarinette. Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts wurde das Cembalo zudem allmählich durch das Pianoforte verdrängt.
Die Sonatenform
Die Grundform der klassischen Periode war die Sonate, die sich in folgende Abschnitte gliedert:
- Exposition: Einführung der melodischen Themen.
- Durchführung: Verarbeitung der Themen durch verschiedene melodische Varianten und tonale Wechsel.
- Reprise: Wiederaufnahme der zu Beginn präsentierten Themen.
Eine neue musikalische Mentalität
Die Evolution der Musik durchlief zwischen 1730 und 1770 eine Übergangsphase, den sogenannten Preklassizismus. Die Prinzipien des Barock wurden abgelehnt und durch neue Ideale ersetzt, die zwischen 1770 und 1800 dominierten:
- Dynamik: Statt abrupter Wechsel (Terrassendynamik) bevorzugten Komponisten Crescendi und Diminuendi für graduelle Übergänge.
- Tempo: Statt plötzlicher Tempowechsel wurde ein einheitlicherer Fluss angestrebt.
- Struktur: Der Generalbass wurde aufgegeben; die Melodien wurden symmetrisch gestaltet und meist in acht Takte gegliedert.
Instrumentalmusik und Sinfonie
Im Preklassizismus führten Musiker wie Stamitz und Sammartini die Sonatenform in den ersten Satz der Sinfonie ein. Während die Sonate für ein oder wenige Instrumente konzipiert ist, ist die Sinfonie für das volle Orchester bestimmt. Joseph Haydn etablierte schließlich die definitive viersätzige Form. Der Erfolg des Klassizismus basierte auf drei Faktoren:
- Die Komponisten strebten nach neuen Ausdrucksformen.
- Öffentliche Konzerte wurden häufiger und steigerten die Nachfrage nach Instrumentalmusik.
- Technische Verbesserungen an Instrumenten und Orchestern.
Wandel der Oper
Der Klassizismus lehnte die barocke Praxis ab, bei der Sänger durch übermäßige Verzierungen und Effekthascherei glänzen wollten. Stattdessen wurde Wert auf Glaubwürdigkeit, einfache Melodien und die Bedeutung des Chores gelegt.
Die Opera buffa
Die komische Oper entwickelte sich zu einer eigenständigen Gattung mit folgenden Merkmalen:
- Alltägliche Charaktere.
- Einfache, oft volkstümlich inspirierte Melodien.
- Integration von Ensembleszenen.
- Einsatz komischer Effekte wie Lautmalerei oder schnelles Rezitieren.