Kleidung der Maya, Azteken und Inka: Geschichte & Mode
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Die Maya-Kultur und ihre prachtvolle Kleidung
Die Maya-Kultur stellt einen der Höhepunkte der mesoamerikanischen Kunst und der Weltgeschichte dar. Die ersten Zeugnisse dieser Kultur stammen aus der Zeit um 500 v. Chr. Die Blütezeit der sogenannten klassischen Periode trat zwischen dem 4. und 10. Jahrhundert n. Chr. auf. Später vermischte sich die Kultur mit mexikanischen Einflüssen, insbesondere durch die Invasionen und Besetzungen der Tolteken, welche die soziale und religiöse Organisation der Maya beeinflussten. Während der langen Zeitspanne der Maya-Zivilisation, die sich über den Südosten Mexikos und große Teile Zentralamerikas erstreckte, war die Kleidung offenbar sehr wechselhaft. Über die Kleidung der frühen Formationszeit ist wenig bekannt, doch aus der klassischen Zeit wissen wir, dass die Mode zu den reichsten und vielfältigsten in ganz Mesoamerika gehörte.
Die Bekleidung der Maya-Männer
Der Maya-Mann nutzte den Maxtlatl (auf Maya: Ex) auf vielfältige Weise. Der einfache Bauer oder der im Krieg Besiegte trug ihn als schlichtes, schmales, hinten verknotetes Band – oft sein einziges Kleidungsstück. Personen von höherem Rang trugen hingegen luxuriöse Ausführungen mit komplizierten Geweben, verzierten Streifen, Federornamenten, Muscheln oder Perlen sowie in Edelstein geschnitzten Figuren. Manchmal wurde eine größere Leinwand verwendet, um eine Art Schürze oder einen kurzen Rock zu bilden. Andere Röcke wurden mit Gürteln aus speziellen Stoffen und Edelsteinen an der Taille gehalten und waren vorne sowie hinten mit geschnitzten Steinclips, meist in Form von Gesichtern, verziert. Die Länge variierte von sehr kurz bis hin zu knöchellang. Die Röcke bestanden aus komplexen Geweben, Pelzen oder Netzwerken und waren mit Federn und Ziergegenständen bestickt. Teilweise wurden mehrere Röcke übereinander getragen. Abbildungen zeigen zudem die Verwendung von kurzen sowie langen, eng anliegenden Hosen.
Mäntel, Westen und Schuhwerk
Auf den Schultern wurden verschiedene Arten von Umhängen getragen. Der klassische Mantel, bei den Azteken Pati genannt, bestand bei den Maya aus einer quadratischen oder rechteckigen Leinwand, die vorne mit einem Knoten oder einer Nadel befestigt wurde. Die Stoffe waren oft mit Bändern oder verzierten Rändern versehen. Seltener wurde das Tuch diagonal gebunden, sodass es die Vorderseite dreieckig abdeckte. Es gab auch kurze Umhänge aus Leder oder Textilien mit Federbesatz. Zudem trugen die Maya eine eigene Version des Xicolli, eine westenähnliche, offene oder geschlossene Jacke, teils mit Ärmeln. Die Männer trugen Sandalen (Cactles), bestehend aus einer Sohle, die mit Riemen zwischen den Zehen und um den Knöchel befestigt war, sowie einem Fersenschutz aus Leder oder Stoff. Diese waren oft mit Götterdarstellungen verziert.
Haartracht und Schmuck der Männer
Männer trugen langes Haar, das oben zu einem Pferdeschwanz gebunden und mit Federn oder Blumen geschmückt wurde. Die Kopfbedeckungen waren oft aufwendig gestaltet, etwa in Form von Jaguarköpfen, Vögeln oder Schlangen. Andere trugen komplexe Strukturen mit Götterdarstellungen und Kaskaden von Federn. Zum Schmuck gehörten:
- Große Halsketten und Brustplatten
- Armbänder aus Jadeperlen
- Ohrschmuck (Tassen und Räder)
- Gürtelclips und Nasenschmuck (Narigueras)
Die Materialien reichten von Steinen, Samen und Holz bis hin zu Muscheln, Knochen und Federn. Interessanterweise kannten die Maya der klassischen Periode noch kein Gold; dieses tauchte erst in späteren Epochen auf.
Körpermodifikationen und Kindheit
Schon bei Kindern wurde der Schädel durch Bretter deformiert, um eine flache Stirn zu erzielen. Ein Colguije (Anhänger) zwischen den Augen sollte ein Schielen bewirken, was als Schönheitsideal galt. Zähne wurden geschärft und bemalt, Gesicht und Körper tätowiert. Ohren und Nasenflügel wurden durchstochen, wobei Frauen oft Bernstein in der Nase trugen. In der klassischen Periode finden sich Darstellungen von Männern mit künstlich erhöhten Nasenrücken, um die Schädeldeformation optisch zu verstärken.
Einflüsse der mexikanischen Epoche
Menschliche Darstellungen aus der mexikanisch beeinflussten Epoche der Maya sind selten. Die meisten finden sich in Chichén Itzá und zeigen Krieger mit Gesichtszügen und Kleidung, die deutliche toltekische Einflüsse aufweisen. Es wird vermutet, dass die Tolteken als Sieger ihre Mode einbrachten, während die Maya-Bevölkerung weiterhin ihre traditionellen Gewänder trug.
Die Kleidung der Maya-Frauen
Die Kleidung der Frauen umfasste den Enredo (auf Maya: Chaos), ein Wickelrock, der mit einem Gürtel befestigt wurde. Oft war dies das einzige Kleidungsstück, ergänzt durch eine Decke als Kopfschutz oder für die Nacht. Üblich war zudem der Hipil (Huipil), ein breites, loses Gewand, das manchmal an der Hüfte gebunden wurde. Eine Besonderheit waren die verzierten Seitennähte. Einige Hipiles waren kurz, aus transparentem Stoff und mit Brokat-Technik verziert. In der Heiligen Cenote von Chichén Itzá wurden Fragmente solcher Stoffe gefunden.
Variationen des Huipil und Schmuck
Es gab Hipiles, die vorne kürzer als hinten waren, was ihnen ein schichtartiges Aussehen verlieh. Die Säume konnten gerade oder abgerundet sein. Eine spezielle Webtechnik ermöglichte halbkreisförmige Abschlüsse, wie sie an Jaina-Figuren zu sehen sind. Frauen trugen oft mehrere Schichten übereinander, und auch der Quechquemitl (ein schulterbedeckendes Tuch) wurde gelegentlich genutzt. Der Schmuck der Frauen war ebenso reichhaltig wie der der Männer. Ihr langes Haar wurde kunstvoll frisiert und oft unter komplexen Kopfbedeckungen verborgen. Ein besonderer Stirnschmuck bestand aus ein bis drei Rädern, die zwischen den Augenbrauen ruhten.
Symbolik und soziale Hierarchie
Die Dekorationen der Stoffe waren tief in der Maya-Religion verwurzelt. Man findet stilisierte Darstellungen von Planeten, Kalendersymbolen und Göttern. Die Kostüme unterschieden sich strikt nach sozialem Stand: Adel, Fürsten, Priester, Krieger und das einfache Volk trugen jeweils spezifische Trachten. Tänzer kleideten sich entsprechend ihrer Rolle im Ritual. Die prachtvolle Kleidung, die wir heute in der Kunst bewundern, gehörte meist der privilegierten Klasse an. Jedes Kleidungsstück diente als Ausweis der sozialen Hierarchie und zeugt von einer hoch entwickelten, raffinierten Kultur" Kultur.