Kognitive & moralische Entwicklung im Kindes- & Jugendalter
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Kognitive Entwicklung nach Jean Piaget
Phasen und Konzepte
- Dezentriertes Denken: Bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren treten kognitive Veränderungen auf. Das dezentrierte Denken befasst sich mit der Veränderung von Objekten, und Operationen können als reversibel verstanden werden.
- Operatives Denken: Im operativen Denken können mentale Operationen wie die Klassifikation (Logik der Klassen) und die Seriation (Reihenbildung) auftreten.
- Sensomotorisches Stadium: In dieser Phase sind primäre Kreisreaktionen zufällige Handlungen, die auf den eigenen Körper des Kindes bezogen sind.
- Klassifikation: Die Fähigkeit zur Klassifikation ist erreicht, wenn ein Kind dasselbe Material in Klassen und Unterklassen organisieren kann. Ein Kind versteht den Begriff der Klasse, wenn es die Zugehörigkeit zu einer Gruppe anhand von Ähnlichkeiten zwischen Objekten nachvollziehen kann.
- Egozentrismus: Piagets Drei-Berge-Versuch macht deutlich, dass das egozentrische Kind denkt, jeder sehe die Wirklichkeit aus seiner eigenen Perspektive.
Theory of Mind
Ein Kind unter 4 Jahren, das beobachtet, wie ein Freund ein Bonbon auf dem Tisch lässt und den Raum verlässt, während eine andere Person das Bonbon in einer Schublade versteckt, wird denken, dass der zurückkehrende Freund das Bonbon weiterhin auf dem Tisch suchen wird. Dies ist ein klassisches Beispiel zur Überprüfung der Theory of Mind.
Gedächtnis, Intelligenz und Metakognition
Informationsverarbeitung und Intelligenz
Nach dem Informationsverarbeitungsansatz sind Verbesserungen der Intelligenz in der späten Kindheit auf Entwicklungen in verschiedenen kognitiven Bereichen zurückzuführen.
Gedächtnis und Lernstrategien
- Metakognition: Dies ist das Wissen über das Gedächtnis. Es umfasst die Menge an Informationen, die im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden kann, und hilft bei der Kontrolle von Faktoren, die das Erinnern von Informationen beeinflussen.
- Gedächtnisstrategien: Bei der Entwicklung von Gedächtnisstrategien nutzen Kinder zwischen 6 und 8 Jahren Umkodierungsstrategien, um Informationen zu verarbeiten.
Moralische Entwicklung
Frühe Kindheit
Klassischen Studien zufolge berücksichtigen Kinder in der frühen Kindheit bei der moralischen Argumentation nicht die Absicht hinter einem Verhalten. Sie beurteilen eine Handlung danach, ob eine Regel befolgt wurde oder nicht.
Moralentwicklung nach Kohlberg
Auf der konventionellen Stufe nach Kohlberg basiert die moralische Argumentation auf der Bedeutung der Einhaltung gesellschaftlicher Regeln, um das Zusammenleben zu sichern.
Entwicklung des Selbstkonzepts
Frühe und späte Kindheit
- Das Selbstbild von Kindern in der frühen Kindheit ist vor allem durch körperliche Merkmale gekennzeichnet und ist umfassend und willkürlich.
- In der späten Kindheit werden sich Kinder der verschiedenen Aspekte des Selbst bewusst und überwinden Widersprüche in ihrer Selbstwahrnehmung.
Adoleszenz
Die Adoleszenz ist eine wichtige Phase für die Entwicklung des Selbstkonzepts. Jugendliche reflektieren über physische und psychische Kategorien, Erfahrungen und Zukunftserwartungen.