Kognitive Psychologie: Theorien und Prozesse des Lernens

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Kognitive Psychologie: Grundlagen und Prozesse

Die Kognitive Psychologie ist eine Disziplin, die Prozesse wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit und die zugrunde liegenden Prozesse bei der Verarbeitung von Informationen durch das Subjekt untersucht.

Jean Piaget: Die genetische Theorie

Piaget gilt als Begründer der genetischen Theorie. Er besagt, dass Kinder die Welt, mit der sie interagieren, aktiv konstruieren.

Intelligenz und Anpassung

  • Intelligenz: Die Fähigkeit zur ständigen Anpassung des Subjekts an die Schemata, in denen die Welt operiert.
  • Anpassung (Adaptation): Erklärt den Entwicklungsprozess des Lernens und teilt ihn in zwei Teile:
  1. Assimilation: Wenn neue Informationen (z. B. ein Text, den man nicht versteht) besser verstanden werden, indem sie mit bereits bekannten Begriffen oder Schemata gleichgesetzt werden.
  2. Akkommodation: Ein Schema wird geändert, um neue Informationen aufzunehmen.

Äquilibration

Die angeborene Neigung des Individuums, seine Schemata zu ändern, um Kohärenz zu schaffen und so seine wahrgenommene Welt zu ordnen.

Jerome Bruner: Geistige Entfaltung

Die geistige Entwicklung ist gekennzeichnet durch eine wachsende Unabhängigkeit von externen Stimuli.

Entdeckendes Lernen

Die Fähigkeit, Daten zu reorganisieren und neue Wege zu finden.

Motivation zum Lernen

  • Aktivierung: Die Notwendigkeit, Alternativen zu erkunden (Neugier).
  • Aufrechterhaltung: Diese Neugier muss beibehalten werden.
  • Richtung (Adresse): Das Lernen muss ein Ziel haben und die Richtung nicht ändern.

Struktur und Form der Erkenntnis

  • Art der Darstellung:
    • Enaktive Repräsentation: Wissen wird durch Handlungen dargestellt, um ein Ergebnis zu erzielen.
    • Ikonische Repräsentation: Wissen wird durch Bilder oder Grafiken angewendet.
    • Symbolische Repräsentation: Wissen wird durch Propositionen oder symbolische Logik gegeben.
  • Ökonomie: Die Fähigkeit, Informationen zu repräsentieren und spezifisches Wissen oder Verständnis zu verarbeiten.
  • Effektives Wissen: Das Wissen, das einen generativen Wert erreichen kann.

Reihenfolge der Präsentation

Art und Häufigkeit der Verstärkung (unterteilt in 3 Punkte):

  1. Wann die Information gegeben wird.
  2. Bedingungen für die Schüler.
  3. Wie die Information gegeben wird.

David Ausubel: Bedeutsames Lernen

  • Bedeutsames Lernen: Entsteht durch einen Assimilationsprozess, bei dem bereits vorhandenes Wissen genutzt wird, um neues Wissen zu schaffen und die Struktur des Wissens zu verändern.
  • Mechanisches Lernen: Aufnahme neuer Informationen ohne Bezug zu vorhandenem Wissen.

Robert Gagné: Die Sequenz des Lernprozesses

Der Lernprozess

Aufmerksamkeit auf den Reiz – Selektive Wahrnehmung – Motivation – Kurz- und Langzeitspeicher – Semantische Kodierung – Abruf von Informationen.

Bedingungen für erfolgreiches Lernen

Um erfolgreiches Lernen zu ermöglichen, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Aufmerksamkeit der Schüler gewinnen.
  • Schüler anleiten.
  • Schüler über den Zweck des Lernens informieren.
  • Die Ausführung bewerten.
  • Rückmeldungen liefern.

Lew Wygotski: Soziale Interaktion und Entwicklung

Wygotski betont die Bedeutung der sozialen Interaktion in der kognitiven Entwicklung.

  • Er stellt eine neue Beziehung zwischen Entwicklung und Lernen her.
  • Er besagt, dass die Entwicklung durch Prozesse ausgelöst wird, die durch soziale Interaktion gelernt werden.

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