Kommunikation verstehen: Verbale, Nonverbale Signale und Täuschung erkennen
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Sitzung 3: Grundlagen der Kommunikation
Themenübersicht
- Definition und Formen der Kommunikation
- Axiome der Kommunikation
- Praktische Anwendungen
Was ist Kommunikation?
Kommunikation ist ein effizientes Mittel zur Interaktion und zur effektiven Verständigung mit anderen Personen oder Gruppen.
Definition der Kommunikation
Es handelt sich um den Prozess, bei dem zwei oder mehr Personen in einem bestimmten Raum und zu einer bestimmten Zeit effizient kommunizieren, wobei eine für alle beteiligten Parteien verständliche Sprache verwendet wird.
Grundlegende Kommunikationswege
Es gibt zwei Hauptwege der Kommunikation:
- Verbale Kommunikation
- Nonverbale Kommunikation
Natürlich existieren weitere Wege, bei denen die Interagierenden nicht physisch anwesend sind, wie schriftliche Mitteilungen oder die Nutzung von Technologien wie Chat, Telefon usw. Für unsere Zwecke konzentrieren wir uns jedoch auf die Arten, wie wir unsere Wahrnehmungen formen, wofür verbale und nonverbale Kommunikation notwendig sind.
Verbale Kommunikation
Bezieht sich auf die sprachlichen Inhalte der Beziehungen zwischen Personen.
Nonverbale Kommunikation
Umfasst die Kommunikation zwischen Individuen, die nicht gesprochene Inhalte vermittelt, wie Mimik, Blickkontakt und Körpersprache.
Einfluss temporärer Faktoren
Oft wird das soziale Verhalten stark durch temporäre Faktoren oder Ursachen beeinflusst. Stimmungsschwankungen, Gefühle wie Respekt, Erschöpfung, Krankheiten oder Medikamente können unser Denken und Handeln beeinflussen. Da diese Faktoren einen großen Einfluss auf Verhalten und Denken ausüben, versuchen wir oft, sie zu erkennen, um die Gefühle anderer zu ergründen.
Wie führen wir diesen Prozess durch?
Manchmal ist der direkteste Weg, direkt nachzufragen. Diese Strategie ist jedoch oft nicht erfolgreich, da andere nicht immer bereit sind, ihre innersten Gefühle offenzulegen. Im Gegenteil versuchen Menschen oft aktiv, diese Informationen zu verbergen und täuschen uns sogar über ihre Emotionen hinweg.
In solchen Situationen greifen wir oft auf weniger direkte Methoden zurück, um Informationen über die Reaktionen anderer zu erhalten: Wir legen besonderen Wert auf das nonverbale Verhalten (Veränderungen der Mimik, Blickkontakt, Körperhaltung, Körperbewegungen und andere expressive Maßnahmen).
Dieses Verhalten ist relativ unbeabsichtigt (schwer zu kontrollieren). Selbst wenn andere versuchen, ihre tiefsten Gefühle zu verbergen, werden sie oft durch nonverbale Indikatoren sichtbar. Nonverbales Verhalten ist somit eine stille, aber eloquente Sprache. Die Interpretation dieser Verhaltensweisen und unserer Bemühungen, diese Signale zu entschlüsseln, wird als nonverbale Kommunikation beschrieben.
Basis-Kanäle der nonverbalen Kommunikation
Menschen verhalten sich anders, wenn sie stolz oder wütend sind. Wie genau manifestieren sich innere Zustände (Emotionen, Gefühle und Stimmungen) im Verhalten? Dies ist ein wichtiger Aspekt bei der Erforschung der nonverbalen Kommunikation, der sich auf die Basis-Kanäle dieser Mitteilung konzentriert:
- Gesichtsausdruck
- Blickkontakt
- Körperbewegungen
- Körperhaltungen
- Körperkontakt
Entschlüsselung im Gesicht: Mimik als Hinweis auf Gefühle
Vor über 2.000 Jahren sagte der römische Redner Cicero, das Gesicht sei der Spiegel der Seele. Er meinte damit, dass menschliche Gefühle und Emotionen sich im Gesicht widerspiegeln und bestimmte Ausdrücke hervorrufen können. Die moderne Forschung bestätigt diese Beobachtung: Man kann viel über die Gefühle und Stimmungen anderer durch ihre Mimik erfahren.
Im menschlichen Gesicht spiegeln sich 7 elementare Emotionen wider:
- Ärger (Zorn)
- Angst
- Freude
- Traurigkeit
- Überraschung
- Ekel
- Verachtung
Emotionen können kombiniert werden (z. B. Freude mit Trauer gemischt) und jede Reaktion kann in ihrer Intensität variieren. Obwohl der Gesichtsausdruck nur eine begrenzte Anzahl grundlegender Fähigkeiten hat, ist die Vielfalt der Unterschiede immens.
Spiegelt der Gesichtsausdruck die zugrunde liegenden Gefühle wider?
Die Forschung deutet auf ein klares „Ja“ hin. Studien zeigten, dass Probanden, die gebeten wurden, bestimmte Gesichtsmuskeln zu bewegen (z. B. die Nase zu runzeln oder die Stirn zu runzeln), physiologische Reaktionen (Herzfrequenz, Atmung, Transpiration) zeigten, die mit dem entsprechenden Gefühl verbunden waren. Die Ergebnisse belegen, dass verschiedene Gesichtsbewegungen von Veränderungen der physiologischen Aktivität begleitet werden.
- Der Ausdruck der Angst ist mit einem beschleunigten Herzschlag und kurzen Intervallen zwischen den Schlägen verbunden.
- Der Gesichtsausdruck der Freude ist mit einer niedrigeren Herzfrequenz über längere Intervalle zwischen den Schlägen verbunden.
Sind Gesichtsausdrücke universell?
Studien in verschiedenen Kulturen weltweit zeigen, dass Menschen weltweit äußerst ähnliche Gesichtsausdrücke zeigen. Diese sind jedoch nicht identisch, da verschiedene Kulturen unterschiedliche Vorschriften haben, wann und wie Emotionen ausgedrückt werden dürfen – bekannt als Ausdrucksregeln (Display Rules).
Augenkontakt und nonverbale Signale
Der Blickkontakt ist ein wichtiger Indikator. Die alten Dichter hatten Recht, die Augen als Fenster zur Seele zu bezeichnen, da wir viel über die Gefühle anderer durch ihre Augen erfahren.
- Wenn jemand uns anblickt, interpretieren wir dies oft als Zeichen der Zuneigung und Sympathie.
- Vermeidet jemand Blickkontakt, schließen wir auf Unfreundlichkeit, Abneigung oder Schüchternheit.
Es gibt eine wichtige Ausnahme: Wenn jemand uns ständig anstarrt, wird dies als Starren interpretiert. Diese starre und kalte Betrachtungsweise wird oft als Zeichen von Feindseligkeit oder Ärger gewertet, weshalb die meisten Menschen versuchen, diesen nonverbalen Indikator zu vermeiden.
Körpersprache: Gesten, Haltungen und Bewegungen
Vergleichen Sie Ihr Verhalten, wenn Sie sich an einen Vorfall erinnern, der Sie wütend macht, mit dem Verhalten, wenn Sie sich an etwas erinnern, das Sie traurig macht. Unsere Stimmungen und Gefühle führen oft zu spezifischen Haltungen und Bewegungen unseres Körpers. Zusammenfassend werden diese nonverbalen Verhaltensweisen als Körpersprache bezeichnet und liefern nützliche Informationen über andere.
Körpersprache zeigt oft die emotionalen Zustände anderer. Viele Bewegungen, insbesondere solche, bei denen ein Körperteil ein anderes berührt (z. B. Reiben, Kratzen), deuten auf den emotionalen Zustand hin. Eine höhere Frequenz dieser Verhaltensweisen kann auf ein höheres Maß an Angst hindeuten.
Eine Studie von Lynn und Mynier (1993) in überfüllten Restaurants zeigte, dass Kellnerinnen, die sich beim Bestellvorgang leicht vorbeugten, höhere Trinkgelder erhielten. Dies wurde interpretiert, da diese Haltung mehr Blickkontakt und physische Nähe zum Kunden ermöglichte und als Zeichen des Mitgefühls gedeutet wurde.
Genauere Informationen über die Gefühle anderer liefern Gesten. Diese lassen sich in Kategorien einteilen, wobei Symbole die wichtigsten sind: Körperbewegungen mit spezifischen Bedeutungen in einer bestimmten Kultur. Beispiele sind das Hochhalten des Daumens („OK“) oder das Kneifen der Nase zwischen Daumen und Zeigefinger (Unzufriedenheit). Symbole variieren stark zwischen Kulturen, aber alle Gesellschaften scheinen solche Zeichen für Begrüßungen, Verabschiedungen oder Beleidigungen zu besitzen.
Körperkontakt: Der intimste nonverbale Indikator
Wie wir auf eine leichte Berührung während eines Gesprächs reagieren, hängt von mehreren Faktoren ab: die Beziehung (Freund oder Fremder), die Art des Kontakts (kurz, leicht, grob) und den Kontext (geschäftlich oder sozial). Kontakt kann Zuneigung, sexuelles Interesse, Dominanz, Aufmerksamkeit oder sogar Aggression vermitteln. Bei willkommener Berührung führt dies häufig zu positiven Reaktionen.
Geschlechtsspezifische Unterschiede beim Kontakt
Die Forschung zeigt, dass die Antwort stark vom Alter abhängt. Bei jüngeren Paaren neigen Männer dazu, Frauen häufiger zu berühren als umgekehrt. Mit zunehmendem Alter kehrt sich dies um: Bei älteren Paaren (40+) initiieren Frauen häufiger Kontakt. Dies könnte daran liegen, dass bei jüngeren Paaren traditionelle Geschlechterrollen herrschen, bei denen Berührungen als Zeichen des Besitzes eher männlich konnotiert sind. Mit der Entwicklung der Beziehung können Frauen mehr Besitzansprüche zeigen.
Individuelle Unterschiede in der emotionalen Ausdruckskraft
Menschen unterscheiden sich erheblich im Grad ihrer emotionalen Ausdruckskraft – dem Ausmaß, in dem sie ihre Emotionen nach außen tragen. Emotionale Ausdruckskraft ist mit seelischem Gleichgewicht verwandt, aber nicht direkt. Entscheidend ist, inwieweit Individuen Bedenken haben, ihre Emotionen auszudrücken.
Studien zeigten, dass Studierende, die eine höhere Ambivalenz bezüglich ihrer emotionalen Zustände angaben (d. h. Schwierigkeiten hatten, ob sie ihre Gefühle zeigen sollen oder nicht), mehr Stress, negative Stimmung und geringeres psychisches Wohlbefinden berichteten (z. B. waren anfälliger für Depressionen).
Angewandte Sozialpsychologie: Wie man Lügen erkennt
Nonverbale Indikatoren zur Täuschungserkennung
Die Forschung zur Aufdeckung von Betrug liefert wichtige Hinweise, um festzustellen, ob eine Person lügt.
Warum ist die Erkennung von Täuschung möglich?
Die Antwort liegt darin, dass es viele verschiedene Kanäle der nonverbalen Kommunikation gibt. Es ist praktisch unmöglich für eine Person, alle Kanäle gleichzeitig zu kontrollieren. Selbst geübte Lügner zeigen oft Inkonsistenzen in anderen nonverbalen Indikatoren, wenn sie sich auf die Kontrolle von Mimik und Blickkontakt konzentrieren (z. B. durch Körperbewegungen oder Stimmklang).
Microexpressions
Microexpressions sind flüchtige Gesichtsausdrücke, die nur den Bruchteil einer Sekunde dauern. Diese Reaktionen treten kurz nach einem emotional auslösenden Ereignis auf und sind schwer zu unterdrücken. Wenn Sie vermuten, dass jemand lügt, beobachten Sie das Gesicht genau, nachdem Sie etwas potenziell Störendes gesagt haben. Wenn schnell aufeinanderfolgende, unterschiedliche Ausdrücke sichtbar werden, ist Vorsicht geboten.
Diskrepanz zwischen den Kanälen
Dies sind Widersprüche zwischen nonverbalen Indikatoren aus verschiedenen Basis-Kanälen. Diese entstehen, weil Menschen Schwierigkeiten haben, alle Kanäle gleichzeitig zu kontrollieren. Ein Angeklagter, der lügt, mag seine Mimik und den Blickkontakt kontrollieren, zeigt aber möglicherweise hohe emotionale Erregung durch Veränderungen in Körperhaltung und Bewegung.
Paralanguage (Nonverbale Aspekte der Sprache)
Wenn jemand lügt, neigt der Ton der Stimme dazu, sich zu heben, und das Sprechen wird langsamer und weniger fließend. Zudem treten häufig Reparaturen von Phrasen auf (Sätze werden unterbrochen und neu begonnen). Solche Anzeichen erfordern Aufmerksamkeit.
Blickkontakt
Oft wird Täuschung durch den Blickkontakt aufgedeckt. Lügner blinzeln häufiger und zeigen erweiterte Pupillen. Sie halten entweder ein ungewöhnlich niedriges oder überraschend hohes Maß an Blickkontakt, um aufgesetzte Aufrichtigkeit vorzutäuschen.
Übertriebene Gesichtsausdrücke
Manche Lügner zeigen übertriebene Gesichtsausdrücke, lächeln stärker oder drücken Trauer oder andere Emotionen übertrieben aus. Wenn jemand beispielsweise vehement und übertrieben entschuldigt, nachdem er eine Bitte abgelehnt hat, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass die Gründe für die Ablehnung nicht ganz ehrlich sind.