Kommunismus: Definition, Marxismus und historische Formen

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Definition des Kommunismus

Der Kommunismus ist eine sozio-ökonomische und politische Ideologie, die darauf abzielt, die Errichtung einer egalitären, klassenlosen und staatenlosen Gesellschaft zu fördern, basierend auf dem gemeinsamen Eigentum und der Kontrolle der Produktionsmittel und des Eigentums im Allgemeinen.[1][2][3][4]

Marxistische Vision: Die Revolution und der reine Kommunismus

Karl Marx postulierte, dass der Kommunismus die letzte Stufe der menschlichen Gesellschaft sei, die durch eine proletarische Revolution erreicht würde. Der "reine Kommunismus" im marxistischen Sinne bezieht sich auf einen klassenlosen, von Unterdrückung freien Zustand, in dem Entscheidungen darüber, was produziert werden soll und welche Politik verfolgt werden soll, demokratisch getroffen werden. Dies ermöglicht jedem Mitglied der Gesellschaft die Teilnahme an der Entscheidungsfindung, sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen Leben.

Kommunismus als Zweig des Sozialismus

Als politische Ideologie wird der Kommunismus in der Regel als ein Zweig des Sozialismus angesehen, einer breiten Gruppe politischer und ökonomischer Philosophien, die auf verschiedenen politischen und geistigen Bewegungen basieren, welche ihren Ursprung in der Zeit der Industriellen und Französischen Revolution haben.[5] Diese Bewegungen versuchen, eine Alternative zu den Problemen der kapitalistischen Marktwirtschaft und dem Erbe des Imperialismus und Nationalismus zu bieten.

Die Rolle des Proletariats nach Marx

Marx argumentiert, dass der einzige Weg, diese Probleme zu lösen, darin bestünde, dass die arbeitende Klasse (das Proletariat) – die laut Marx die wichtigsten Produzenten des gesellschaftlichen Reichtums sind und von der kapitalistischen Klasse (der Bourgeoisie) ausgebeutet werden – die Bourgeoisie ersetzt, um eine freie Gesellschaft ohne Klassen- oder Rassentrennung zu schaffen.[3]

Verschiedene Strömungen des Kommunismus

Die dominierenden Formen des Kommunismus, wie Leninismus, Stalinismus, Maoismus und Trotzkismus, stützen sich auf den Marxismus. Es existieren jedoch auch nicht-marxistische Versionen des Kommunismus, wie der christliche Kommunismus und der anarchistische Kommunismus.

Ökonomische Grundlagen und historische Realität

Gemeinsamer Besitz der Produktionsmittel

Karl Marx lieferte nie eine ausführliche Beschreibung, wie der Kommunismus als ökonomisches System funktionieren könnte. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass eine kommunistische Wirtschaft auf dem gemeinsamen Besitz der Produktionsmittel basieren würde, was in der marxistischen Terminologie die Verneinung des Begriffs des Privateigentums an Kapital (den Mitteln der Produktion) bedeutet.

Kommunismus im modernen Sprachgebrauch

Im modernen Sprachgebrauch wird der Begriff Kommunismus oft verwendet, um auf den Bolschewismus oder den Marxismus-Leninismus zu verweisen.

Historische Kritik autoritärer Regime

Als politische Bewegung waren kommunistische Regierungen historisch gesehen oft autoritäre Regime, die Zwangsmaßnahmen ergriffen und sich in erster Linie mit der Erhaltung ihrer eigenen Macht befassten, ohne Rücksicht auf das Wohl des Proletariats.[4]

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