Konfliktmanagement: Arten, Phasen und Lösungswege
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Definition von Konflikten
- Ein Konflikt ist das Aufeinandertreffen von Positionen zwischen mehreren Personen oder Gruppen. Er entsteht, wenn das Verhalten einer Seite die Erreichung der Ziele der anderen Seite beeinträchtigt.
- Einzelpersonen oder Gruppen: Konflikte werden zwischen mindestens zwei Parteien erzeugt.
- Es handelt sich um einen Kampf um Positionen, bei dem jede Partei versucht, die eigene Sichtweise durchzusetzen.
Kollektive Konflikte
- Diese treten zwischen der Belegschaft eines Unternehmens als Ganzes und dem Arbeitgeber auf.
- Das Objekt des Konflikts ist in der Regel eine allgemeine Diskrepanz, beispielsweise bezüglich der Arbeitsbedingungen.
- Die Lösung wirkt sich global auf alle beteiligten Arbeitnehmer aus.
Individuelle Konflikte
- Ein individueller Konflikt tritt zwischen einem Vorgesetzten und einem Untergeordneten auf.
- Das Objekt ist in der Regel ein individueller Anspruch.
- Die Lösung betrifft ausschließlich den jeweiligen Arbeitnehmer und den Arbeitgeber.
Weitere Konfliktarten im Überblick
Normativer Konflikt
- Dieser wird durch unterschiedliche Interpretationen von Arbeitsnormen oder rechtlichen Vorschriften verursacht.
Wirtschaftlicher Konflikt
- Hier stehen die wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Parteien im direkten Gegensatz zueinander.
Stiller Konflikt
- Bei einem stillen Konflikt wird eine Verhandlung durch externe Vermittlung angestrebt oder eine Annäherung der Positionen gesucht.
Gewaltsame Konflikte
- Eine oder beide Parteien nutzen gewaltsame oder aggressive Mittel, um eine Lösung zu erzwingen.
Positiver Konflikt
- Das Ergebnis führt zu einer Lösung, die beide Parteien angemessen zufriedenstellt.
Negativer Konflikt
- Das Ergebnis ist für beide Seiten unbefriedigend, was die Situation oft zusätzlich verschärft.
Schritte zur friedlichen Lösung von Konflikten
- Versöhnung (Schlichtung): Ein externer Dritter (Schlichter) wird einbezogen, dessen Aufgabe es ist, sicherzustellen, dass die Parteien wieder miteinander verhandeln.
- Mediation: Ein externer Vermittler (Mediator) schlägt den Parteien aktiv Lösungen vor.
- Schiedsverfahren: Ein externer Schiedsrichter bestimmt eine verbindliche Lösung, an die sich beide Parteien halten müssen.
Entwicklungsstadien eines Konflikts
1. Identifizierung und Assimilation
- Es wird erkannt, dass ein Problem besteht. Die Parteien entscheiden sich, dem Problem entgegenzutreten, da es sich nicht von selbst löst.
- Etwas ist passiert, das als Problem definiert wird.
2. Analyse
- Womit sollten sich beide Seiten beim Problem auseinandersetzen?
- Was ist der Kern des Konflikts?
- Welche Auswirkungen kann die Situation haben?
3. Lösungen finden
- Erarbeitung möglicher Lösungsansätze und deren Analyse.
- In diesem Stadium ist der Verhandlungsprozess zwischen den Parteien von entscheidender Bedeutung.
4. Wahl der besten Lösung
- Die möglichen Lösungen werden bewertet, um diejenige zu wählen, die am besten geeignet ist, die gegensätzlichen Positionen zu vereinen.
- Idealerweise sollte es keine Gewinner oder Verlierer geben.
Ursachen von Konflikten
- Das Verhalten einer Partei behindert das Erreichen der Ziele der anderen Partei.
- Dies kann folgende Ursachen haben:
- Unterschiedliche Interpretation von Informationen.
- Verwechslungen zwischen Tatsachen und Meinungen.
- Widersprüchliche Interessen oder Wertevorstellungen.
- Mangelnde Ressourcen.
- Persönliche und berufliche Rivalitäten.
Folgen des Konflikts
- Ein Konflikt ist nicht zwangsläufig schädlich. Er kann zu Verhandlungen führen, die beide Parteien bereichern.
- Lösung mit Vereinbarung: Führt zu einer Einigung und Verbesserung der Situation.
- Lösung ohne Zustimmung: Kann zur Entfremdung der Parteien, Misstrauen und einem Geist der Rache führen.
Besonderheiten kollektiver Auseinandersetzungen
- Diese wirken sich auf die allgemeinen Interessen der Arbeitnehmer aus.
- Die Lösung erfolgt durch Vertreter der Parteien mittels Verhandlungen, Schiedsverfahren oder gerichtlichen Schritten.
- Häufig werden dabei rechtlich zulässige Druckmittel angewendet.