Konstruktivismus: Grundlagen, Theorien und Anwendungen im Lernprozess

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Konstruktivismus: Grundlagen und Prinzipien

Konstruktivismus: Grundsätze: Schüler bauen Wissen selbst auf, indem sie neue Informationen aktiv mit ihrem vorhandenen Wissen verknüpfen. Die Rolle des Professors beschränkt sich auf die des Moderators, wobei der Schwerpunkt auf dem Verständnis und der Anwendung von Wissen liegt, nicht nur auf der Anhäufung von Fakten.

Wurzeln des Konstruktivismus

Die Wurzeln des Konstruktivismus liegen in der:

  1. Gestaltpsychologie
  2. Theorie von Piaget
  3. Theorie von Wygotski

Gestaltpsychologie

Die Gestaltpsychologie betont die Bedeutung des Ganzen und betrachtet das Studium des Geistes als ein Ganzes, anstatt ihn in seine fundamentalen Komponenten zu zerlegen. Die Erfahrung wird als Ganzes betrachtet und nicht in einzelne Elemente zerlegt. Ein wichtiger Beitrag ist die Erforschung der Wahrnehmung und des Lernens.

Einsicht

Einsicht (Köhler, 1925) impliziert die Reorganisation des Wahrnehmungsfeldes, die die Wahrnehmung von Reizen und ihren wechselseitigen Beziehungen beinhaltet. Die Lösung eines Problems entsteht nicht durch Versuch und Irrtum, sondern durch Beobachtung der Situation und das Verständnis des Problems.

Wissen

Wissen entsteht durch die Restrukturierung von Elementen, die ihnen einen einheitlichen und bedeutsamen Sinn verleiht. Lernen tritt auf, wenn wir etwas verstehen.

Piaget

Das Ziel der kognitiven Entwicklung ist die Anpassung. Neue kognitive Konflikte entstehen, die durch Prozesse der Äquilibration gelöst werden.

Wie entsteht Wissen?

Durch funktionale Invarianten und Anpassung:

  1. Assimilation: Neue Erfahrungen werden in bestehende Schemata integriert.
  2. Akkommodation: Schemata werden verändert, um neue Informationen aufzunehmen.

Schemata sind die grundlegenden Strukturen des Wissens, die sich durch Assimilation und Akkommodation kontinuierlich weiterentwickeln (Lernprozess).

Wygotski

Sozial-kognitive Prozesse entstehen durch die Interaktion des Kindes mit anderen (hauptsächlich Experten). Die Anleitung geht der Entwicklung voraus (Gesetz der doppelten Ausbildung). Mentale Funktionen erscheinen zuerst sozial und werden dann internalisiert. Das Kind rekonstruiert jede externe Operation intern.

Zone der proximalen Entwicklung

Die Zone der nächsten Entwicklung ist der Bereich zwischen dem aktuellen Entwicklungsstand (Fähigkeit, ein Problem selbstständig zu lösen) und dem potenziellen Entwicklungsstand (Fähigkeit, ein Problem unter Anleitung eines Erwachsenen oder eines kompetenten Gleichaltrigen zu lösen).

Bruner: Organisation und Reihenfolge der Inhalte

Die Darstellung von Inhalten sollte das Verständnis erleichtern. Alle Schüler können Inhalte erwerben und strukturieren. Die evolutionäre Entwicklung der Schüler muss berücksichtigt werden.

Entwicklungsstadien nach Bruner
  1. Enaktiv: Wissen basiert auf Handlungen (sensomotorisch).
  2. Ikonisch: Anschauliche Vorstellungen (präoperatorisch).
  3. Symbolisch: Vertretung durch Sprache (konkrete Operationen).
Methodik

Die Sequenzierung des Curriculums sollte spiralförmig erfolgen. Bruner befürwortet entdeckendes Lernen, bei dem der Lehrer als Leitfaden dient. Er betont die Entwicklung von Fähigkeiten zur Problemlösung durch Forschung und Entdeckung. Das wichtigste Lernen findet statt, wenn Neugierde und der Wunsch zu wissen aktiviert werden. Das Ziel der Bildung ist die Fähigkeit, Probleme zu lösen. Die Erforschung und Entdeckung ist die wichtigste Methode zur Wissensvermittlung und sorgt für die Erhaltung des Gelernten.

Entdeckendes Lernen

Entdeckendes Lernen beinhaltet Induktion, bei der von spezifischen Beispielen auf allgemeine Prinzipien geschlossen wird. Vorteile sind die Attraktivität, der Spaß und die Motivation. Nachteile sind die unnatürliche Rolle des Lehrers, die Möglichkeit falscher Schlussfolgerungen und der Zeitaufwand.

Verstärkung

Die Bedeutung der Verstärkung wird von Behavioristen und Kognitivisten betont. Ausubel unterscheidet zwischen rezeptivem und entdeckendem Lernen sowie zwischen differenziertem Lernen und Auswendiglernen.

Arten des Lernens
  • Rezeptiv: Der Lernende erhält den Inhalt in seiner endgültigen Form.
  • Entdeckung: Der Lernende muss eine Aufgabe selbst lösen.
  • Repetitiv: Der Inhalt ist willkürlich.
  • Bedeutungsvoll: Der Inhalt ist bedeutsam und mit Vorwissen verbunden.

Bedeutungsvolles Lernen kann rezeptiv oder durch Entdeckung erfolgen (autonom oder geführt).

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