Kontraktualismus und Staatstheorie: Rawls, Nozick, Buchanan

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John Rawls: Der neue Kontraktualismus

In den frühen 70er Jahren fragte der Philosoph John Rawls, wie ein gerechter und vernünftiger Staat aufgebaut werden kann. Er begreift die Gesellschaft als ein System sozialer Kooperationsbeziehungen, in dem die Bürger unterschiedliche Ansichten teilen. Laut Rawls haben die Menschen die dringende Notwendigkeit, eine rechtliche und politische Ordnung zu schaffen: eine wohlgeordnete Gesellschaft, die den Grundsätzen der Gerechtigkeit unterliegt.

Phasen des Sozialen Vertrags nach Rawls

Eine wohlgeordnete Gesellschaft ist das Produkt eines sozialen Vertrags, der in verschiedenen Phasen formalisiert wird:

  1. Konsens über die Grundsätze der Gerechtigkeit.
  2. Eine verfassungsgebende Versammlung, in der die Prinzipien der Gerechtigkeit in der Verfassung verankert werden.
  3. Gesetzgebungsphase (die Gesetze werden erlassen).
  4. Anwendung der Gesetze durch Konsens der Richter.
  5. Nach der Rechtsprechung der Richter.

Robert Nozick und der Minimalstaat

Der neoliberale Robert Nozick argumentiert, dass der Staat auf den Schutz gegen Diebstahl und Betrug zu begrenzen ist, um sicherzustellen, dass nur seine Hauptaufgaben erfüllt werden und nichts anderes. Er ist der Auffassung, dass zusätzliche staatliche Funktionen unrechtmäßig sind. Für ihn ist der Staat ein Minimalstaat.

James Buchanan: Kritik am Wohlfahrtsstaat

Buchanan ist besorgt über die unkontrollierte Ausdehnung des Staates, die er beobachtet. Er ist der Auffassung, dass die Interventionen des Wohlfahrtsstaates irrational sind. Der Staat sollte keine „Patches“ (Programme zur unvollkommenen Behebung spezifischer sozialer Bedürfnisse) anwenden.

Buchanan teilt die neoliberale Kritik, die besagt, dass diese „Patches“ auf alle gesellschaftlichen Bedürfnisse angewendet werden, was zu einer unverhältnismäßigen Ausbreitung staatlicher Interventionen und der Koordinierung von Programmen führt.

Er sieht die amerikanische Gesellschaft so, dass Armut zwar existiert, aber nicht in dem Ausmaß wie in Entwicklungsländern. Er glaubt, dass das übertriebene Wachstum der Sozialpolitik von der staatlichen Bürokratie abhängt. Daher schlägt Buchanan einen neuen sozialen Vertrag vor, um dem Staat klare Grenzen zu setzen.

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