Konzept des Textes: Semantik, Kohärenz und Kohäsion
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Konzept des Textes
Konzept des Textes
Einheiten der Sprache
Vor dem Studium: Das Phonem ist die kleinste lautliche Einheit der Sprache. Das Morphem ist die kleinste bedeutungstragende Einheit. Ein Lexem ist eine Einheit des Wortschatzes (z. B. ein Wort) mit eigener Bedeutung. Die Semantik ist für die Bedeutung zuständig; die Morphologie untersucht die Wortbildung. Ein Wort kann eine lexikalische oder eine grammatische Bedeutung haben. Eine Phrase ist eine Gruppe von Wörtern mit einer bestimmten Funktion. Es gibt größere Einheiten wie Phrasen und Sätze.
Der Text als Kommunikationseinheit
Der Text ist die maximale Kommunikationseinheit. Er hat variable Länge und drei grundlegende Eigenschaften: Adäquanz, Kohärenz und Kohäsion.
Strukturen des Textes
- Semantische Struktur: Bedeutung und voller Sinn des Textes.
- Syntaktische Struktur: Die sprachliche Form, die die Aussagen vereint.
- Pragmatische Struktur: Auswahl und Einsatz sprachlicher Mittel im kommunikativen Kontext.
Eigenschaften
Adäquanz: Bezieht sich auf die kommunikative Absicht und den Empfänger; der Text muss an Zweck und Adressaten angepasst sein.
Kohärenz (Konsistenz): Thematische Gliederung des Textes. Es gibt verschiedene Typen:
- Globale Kohärenz: Die vollständige Bedeutung des Textes, der Zusammenhalt der Elemente und die Fähigkeit, zusammengefasst zu werden. Lineare interne Struktur: Anfang, Mitte und Ende; mögliche Strukturierungsweisen sind induktiv oder deduktiv.
- Lokale Kohärenz: Bezieht sich auf den Satzzusammenhang innerhalb des Textes. Ein Text ist inkonsistent, wenn Aussagen dem Weltwissen widersprechen oder der Wahrheitsgehalt bestimmter Kenntnisse verletzt wird.
Kohäsion
Kohäsion bezeichnet die formalen Mittel, durch die ein Text aufgebaut wird. Wichtige Mechanismen sind:
- Syntaktische und lexikalische Wiederholung: Wiederkehr desselben Elements im Text.
- Semantische Rekurrenz: Wiederauftreten verwandter Bedeutungen, z. B.:
- Synonymie: Beziehung zwischen zwei unterschiedlichen Wörtern mit ähnlicher Bedeutung.
- Antonymie: Wörter mit entgegengesetzten Bedeutungen.
- Semantisches Feld: Wörter derselben grammatischen Kategorie mit ähnlicher Bedeutung.
- Assoziatives Feld: Wie das semantische Feld, aber die Wörter müssen nicht dieselbe grammatische Kategorie haben.
- Hyperonymie: Überbegriff, der bereits Erwähntes umfasst.
- Hyponymie: Unterbegriff; das ersetzende Wort hat einen engeren Bedeutungsumfang als das Ersetzte.
- Verfahren: Relationale Mittel wie Anapher, Katapher und Deixis.
- Anaphorische Elemente: Pronomen oder Ausdrücke ersetzen Segmente, die bereits zuvor erschienen sind.
- Kataphorische Elemente: Pronomen oder Ausdrücke verweisen auf etwas, das später im Text erscheint.
- Deixis: Verweis und Bestimmung der im Text beteiligten Personen, Orte und Zeiten. Man unterscheidet personale, temporale und lokale Deixis.