Körpermechanik und Thermoregulation in der Pflege
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Grundlagen der Körpermechanik und Bewegung
Körpermechanik: Zu den zentralen Aspekten gehören die Vorteile von Bewegung, die Identifizierung und Bewertung von Mobilitätsveränderungen sowie verschiedene Arten von Übungen. Wichtig sind zudem die Einflussfaktoren auf die Mobilität des Patienten, die Risiken durch Unbeweglichkeit und die Planung der Pflege. Pflegerische Interventionen sind besonders bei teilweise eingeschränkten Patienten essenziell.
Spezifische Ziele der Mobilisation
Es gilt, die Bedeutung des Aktivitätsbedarfs zu erklären und Probleme im Zusammenhang mit Mobilitätsveränderungen zu beschreiben. Patienten benötigen Unterstützung beim Bewegen, Sitzen, Gehen und beim Positionswechsel.
Physiologische Wirkungen von körperlicher Betätigung
- Unterstützt die physiologische Funktion und regt den Kreislauf an.
- Verbessert die Belüftung der Lunge und begünstigt den Auswurf von Sekreten.
- Optimiert die Sauerstoffversorgung des Gewebes.
- Regt die Darmperistaltik an und fördert die Ausscheidung von Blähungen und Abfallstoffen.
- Erleichtert die Entleerung des Nierenbeckens (senkt das Risiko für Infektionen und Steinbildung).
Betroffene Systeme: Herz-Kreislauf, Lunge, Stoffwechsel, Magen-Darm, Muskeln, Belastbarkeit, Harnwege und neurologisches System.
Kontraindikationen und beteiligte Systeme
Wichtige Kontraindikationen
Gegenanzeigen für Bewegung sind unter anderem Hyperthermie, Verletzungen des Rückenmarks, innere Blutungen und Kopfverletzungen.
Beteiligte Systeme bei der Bewegung
- Muskelsystem
- Skelettsystem
- Nervensystem
- Kreislaufsystem
Bewegliche Teile des menschlichen Körpers
Dazu zählen der Kopf, der Rumpf sowie die Extremitäten (Hände, Füße, Finger).
Arten von körperlichen Übungen
Passive Übungen
Diese werden von einer Person an einer anderen durchgeführt. Sie verhindern Kontrakturen, erhöhen jedoch nicht die Kraft oder den Muskeltonus.
Aktive Übungen
Das Subjekt führt diese selbstständig aus:
- Isometrisch: Der Patient baut stetig Spannung in den Muskeln auf, ohne die Gelenke zu bewegen.
- Isotonisch: Bewegung der Gliedmaßen oder anderer Körperteile zur Verbesserung des Tonus und der Gelenkmobilität.
Die Übung sollte stets nach Toleranz durchgeführt werden (keine Ermüdung), wobei die Dauer schrittweise gesteigert wird.
Einflussfaktoren auf die Bewegung
Emotionale und physiologische Faktoren
- Emotionale Faktoren: Angst, Depression, chemische Abhängigkeiten.
- Physiologische Faktoren: Skelettmuskelerkrankungen, fieberhafte Erkrankungen, Schmerzzustände (Bewegung kann trotz Schmerz bei Immobilität notwendig sein), infektiöse Prozesse, multiple Verletzungen und das Alter.
- Entwicklungsfaktoren: Alter, Geschlecht, Schwangerschaft.
Prinzipien der Körpermechanik
Die Körpermechanik umfasst Vorschriften zur Behandlung von Patienten, um Skelettmuskelverletzungen zu vermeiden. Sie basiert auf der koordinierten Anstrengung von Bewegungsapparat und Nervensystem, um Gleichgewicht und eine korrekte Körperhaltung zu bewahren. Eine richtige Körperausrichtung reduziert das Risiko von Verletzungen, verhindert Kontrakturen und verbessert den Muskeltonus.
Wichtige Grundsätze
- Je breiter die Unterstützungsfläche, desto größer die Stabilität.
- Je niedriger der Schwerpunkt, desto höher die Stabilität.
Effekte von Immobilität
Immobilität bezeichnet eine verminderte oder fehlende Aktivität. Man unterscheidet:
- Mild: Tägliche Aktivitäten sind möglich.
- Moderat: Hilfe (z. B. Gehstock) ist erforderlich.
- Schwer: Materielle und personelle Unterstützung ist zwingend notwendig.
Auswirkungen auf Organsysteme
- Skelettmuskulatur: Muskelverkürzung, Atrophie, muskuläre Hypotonie (Kraftverlust), Osteoporose.
- Urogenitaltrakt: Harnwegsinfektionen, Harnstauung, Harnsteine, Inkontinenz.
- Gastrointestinaltrakt: Paralytischer Ileus, Stressgeschwüre, Blähungen, Verstopfung, Koteinklemmung (Fäkalom), Anorexie.
- Atemwege: Sekretansammlung, Infektionen (Pneumonie), verringerte Lungenkapazität, Ödeme, Lungenembolie.
- Nervensystem: Angst, Einsamkeit, Apathie, vermindertes Selbstwertgefühl, Aggressivität.
- Herz-Kreislauf: Verminderte Herzleistung, Ödeme (sakral), venöse Stase, orthostatische Hypotonie, Thromboserisiko.
- Haut: Dekubitus (Druckgeschwüre).
Thermoregulation: Wärme- und Kältetherapie
Die Thermoregulation umfasst die Kältetherapie (Kryotherapie) und die Wärmetherapie (Thermotherapie).
Einwirkung von Wärme
Wärme entspannt die Muskeln, vermindert Kontrakturen und erhöht die Durchblutung, was die Heilung fördert. Sie erweicht Sekrete, erhöht die Gelenkbeweglichkeit und wirkt schmerzlindernd (Analgetikum) sowie entzündungshemmend.
Indikationen: Muskelkrämpfe, Entzündungen, Kontrakturen, Gelenksteife, Schmerzen, Wunden, verstopfte Nase.
Einwirkung von Kälte
Kälte bewirkt eine Vasokonstriktion (antihämorrhagisch), reduziert die Kapillarpermeabilität und Entzündungen. Sie senkt den Zellstoffwechsel, lindert Schmerzen (Anästhesie) und senkt die Körpertemperatur bei Fieber.
Indikationen: Verletzungen, Entzündungen, Muskelkrämpfe, Schmerzen, Fieber, Blutungen.
Regeln und Phänomene
- Adaption: Thermorezeptoren senden Reize an den Hypothalamus, der Mechanismen zur Wärmeerhaltung oder Abkühlung aktiviert.
- Rebound-Phänomen: Bei zu langer Kälteanwendung verlangsamt sich der Blutfluss extrem. Nach Entfernung der Kälte schießt das Blut massiv zurück, was Entzündungen verstärken kann. Bei Wärme kann nach ca. 30–35 Minuten eine gegenteilige Reaktion (Verbrennungsschutz) eintreten.
- Systemische Wirkungen: Hitze steigert Stoffwechselprozesse bis zu einem kritischen Punkt; Kälte kann zu physiologischer Hypothermie führen.
Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen
Wärme: Blutungen, nicht-entzündliche Ödeme, akute Entzündungen, Fötus, bösartige Tumore, Metallimplantate.
Kälte: Offene Wunden, Durchblutungsstörungen, Überempfindlichkeit.
Vor der Anwendung müssen Bewusstsein, Allgemeinzustand, Vitalzeichen und die Hautbeschaffenheit des Patienten geprüft werden.
Anwendungsarten
- Trockene Wärme: Wärmflaschen, Heizpads, Aquathermie-Pads, Wärmelampen.
- Feuchte Wärme: Immersion, Sitzbäder, feuchte Wickel, Umschläge.
- Trockene Kälte: Eisbeutel, Eiskragen, Einweg-Kältepacks, Hypothermie-Decken.
- Feuchte Kälte: Kalte Bäder, Schwammbäder, nasse Handtücher, Lotionen.