Kosmologische und ethische Grenzen der Wissenschaft

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Kosmologische Grenzen der Wissenschaft

Die Wissenschaft kann nicht die gesamte Natur vollständig erklären, vor allem nicht Aspekte, die schon vor ihrer Entwicklung existierten oder die über ihr instrumentelles Verständnis hinausgehen. Sie musste sicherlich nicht erst entstehen, damit wir den Knochenbau eines Haustiers schätzen können oder die Geologie der Küste erklären, an der ich gerne den Sommer oder Ausflüge verbringe. Schon in den frühesten Zeiten finden sich Zeugnisse unserer Liebe zur Natur: Die Erde erscheint in Mythen als Gaia, unsere Mutter, ein wunderbares Wesen, das uns empfängt und in dem wir mit uns selbst und anderen in Harmonie versöhnt leben können. Für Dichter und Künstler ist die Natur ein göttlicher Garten, in dem Liebende verweilen. Wie bereits erwähnt, treibt die Liebe zur Natur Wissenschaftler an und zeigt ihnen zugleich das Wunder der natürlichen Welt. Beide Perspektiven — die wissenschaftliche Erklärung und die ästhetische Erfahrung — denken manchmal, die Wissenschaft könne einst alles erklären. Dabei ist es wünschenswert, dass die Erfahrung der Natur uns übersteigt und ein schwieriges Geheimnis bleibt.

Ethische Grenzen der Wissenschaft

Wissenschaft besitzt nicht automatisch Ethik. Ein Beispiel: Ein Arzt kann durch die Untersuchung des menschlichen Körpers nicht allein ethische Standards festlegen, etwa ob die Ausübung seiner Tätigkeit eher als private Praxis oder als öffentlicher Dienst an Benachteiligten zu verstehen ist. Ein weiteres Beispiel ist die Kernphysik: Reines Wissen kann kein ethisches Verhalten vorschreiben — denken wir an Teller, Oppenheimer oder Einstein. Oppenheimer, der das Atombombenprogramm leitete, war später über dessen Folgen entsetzt, wurde zum Pazifisten und setzte sich für Dialog mit Russland und gegenseitige Abrüstung ein. Teller hingegen verteidigte das Wettrüsten; er war maßgeblich an der Entwicklung der H‑Bombe beteiligt und befürwortete Konzepte wie Raketenabwehr. Einstein vertrat anfangs pazifistische Positionen: Er forderte die Abschaffung stehender Heere, die Abschaffung der Wehrpflicht sowie den Stopp von Forschung an Waffen und Industrien, die die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ermöglichen; er beteiligte sich an Demonstrationen und Kundgebungen. In den USA wurde er zeitweise als gefährlich und kommunistisch verdächtigt.

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