Krausismus, Darwinismus und Presse: Spaniens 19. Jh.
Eingeordnet in Sozialwissenschaften
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,48 KB
Kulturelle und Intellektuelle Strömungen im 19. Jahrhundert
Während des neunzehnten Jahrhunderts entstanden in Spanien drei wichtige Denkschulen, die maßgeblich von den Ideen des Darwinismus beeinflusst wurden: der Krausismus, der Positivismus und die direkte darwinistische Strömung.
Der Krausismus (ab 1874)
Der Krausismus kam 1874 aus Deutschland nach Spanien. Er basierte auf folgenden Grundsätzen:
- Primat der Vernunft und Verteidigung der Gewissensfreiheit.
- Verehrung der experimentellen Wissenschaften, Liberalismus und Toleranz.
- Strenge Moral und die Bedeutung der Disziplin.
- Individuelle Pflichterfüllung und Optimismus in Bezug auf die Natur.
- Antiklerikalismus und eine mystisch-pantheistische Spiritualität.
Krausistische Forderungen und das Institut für Freie Bildung
Die Krausisten argumentierten, dass die Kirche und die Inquisition für die Verzögerung Spaniens und den Mangel an Freiheit, der die Wissenschaft begrenzte, verantwortlich waren. Sie befürworteten die Notwendigkeit der Europäisierung des Landes, die Einbeziehung von Frauen in die Bildung, die Reform der Sitten und Gebräuche sowie das Vertrauen in die Erziehungs- und Bildungsarbeit. Als direkte Folge dieser Bestrebungen wurde 1876 das Institut für Freie Bildung (Institución Libre de Enseñanza, ILE) geschaffen.
Positivismus und die Verbreitung des Darwinismus
Der Positivismus definierte sich als die Anwendung wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden auf andere Wissensgebiete wie Soziologie, Anthropologie und Geschichte (vertreten durch Altamira).
Der Darwinismus war sehr wichtig. Persönlichkeiten wie González Linares, der zum Ordinarius am Institut für Freie Bildung ernannt wurde, verbreiteten Darwins Ideen in Spanien, stießen dabei jedoch auf starken Widerstand seitens der Kirche.
Bildungspolitik und kirchliche Kontrolle
Die Bildung genoss während des Sexenio Democrático (Sechs Jahre der Demokratie) große Freiheit. Diese Freiheit endete jedoch mit der Wiederherstellung der Monarchie und der Zensur durch Kirche und Staat. Trotzdem konnte das Institut für Freie Bildung seine innovative Pädagogik fortsetzen.
Die Kirche kontrollierte weite Teile des Bildungswesens, wobei über 50.000 Geistliche der allgemeinen Grundbildung gewidmet waren. Es gab etwa 50 Institute, die junge Menschen aus wohlhabenden Familien ausbildeten. Die intellektuelle Verzögerung Spaniens hielt aufgrund der traditionellen Denkweise der herrschenden Klassen an.
Die Rolle der Presse und der Meinungsfreiheit
Die Presse entwickelte sich im Laufe des Jahrhunderts zum wichtigsten Instrument der Meinungsfreiheit und der freien Meinungsäußerung sowie zur Förderung der Europäisierung.
Entwicklung der Presse im 19. Jahrhundert
- Liberales Triennium: Mehr als 50 Zeitungen wurden gegründet.
- Elisabethanische Ära (1830er Jahre): Liberale Zeitungen wie La Época, La Iberia, Der Aufschrei in der Öffentlichkeit und Demokratie gewannen an nationaler Bedeutung.
- 1860er Jahre: Die Presse erlangte Reife und Pluralismus. Allgemeine Zeitungen wie The Fair oder Spaniens Korrespondenz sowie Magazine wie Die spanischen und amerikanischen Illustration (1869) erschienen.