Die Krieger von Riace: Meisterwerke des Übergangsstils
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Die Krieger von Riace
Die Krieger von Riace werden verschiedenen Autoren zugeschrieben und verkörpern die Merkmale des klassischen Stils nach Kallimachos. Sie vermitteln eine gewisse Starrheit, unterscheiden sich jedoch deutlich von früheren Figuren, da der Stil des frühen Übergangs die Anatomie wesentlich besser erfasst.
Stilistische Merkmale und Anatomie
Diese beiden Statuen heben sich klar von der hieratischen Tradition der Kouroi und Korai ab. Dies wird durch die Gewichtsverlagerung auf das Standbein erreicht, wodurch sich die Hüften leicht nach links und rechts neigen – ein Vorläufer des Kontraposts. Die Bewegung wird zudem durch die Neigung des Kopfes in die entgegengesetzte Richtung des gebeugten Beins angedeutet. Die strenge Symmetrieachse wurde durch eine Dynamik ersetzt, die den Betrachter einlädt, die Figuren durch Umkreisen zu entdecken. Ihr Ausdruck wirkt stolz und übermütig.
Material und Details
Der Ausdruck der beiden Krieger ist hart, was vor allem durch den halb geöffneten Mund betont wird, in dem Zähne aus Silber und Lippen aus Kupfer zu sehen sind. Zudem wurden Kupfer für die Brustwarzen und Elfenbein für die Augen verwendet. Ursprünglich trugen beide wahrscheinlich Schild und Speer aus Silber.
Sinnlichkeit und Kontraste
Die Bärte im ionischen Stil bilden einen Kontrast zu den mächtigen Muskeln der Figuren und verleihen ihnen eine gewisse Sinnlichkeit.
Unterschiede und Herkunft
Obwohl sich die beiden Statuen ähneln, gibt es feine Unterschiede:
- Der eine Krieger trägt das Haar offen, was ihn als jungen Mann voller Arroganz erscheinen lässt.
- Der andere Krieger wirkt erfahrener und strahlt eine gewisse Müdigkeit aus.
Die abgeflachte Kopfform des zweiten Kriegers deutet darauf hin, dass er ursprünglich einen Helm trug, der heute verloren ist. Beide Werke wurden vermutlich von zwei verschiedenen Bildhauern derselben Werkstatt geschaffen und markieren den Übergang von der archaischen zur klassischen Zeit.
Bedeutung für die Kunstgeschichte
Die Autoren waren zweifellos große Künstler, die ein tiefes Verständnis für den menschlichen Körper bewiesen. Bei der Gestaltung der Muskeln, Sehnen und Gelenke fingen sie die Schönheit und den Ausdruck der Männer perfekt ein. Die Körper der beiden Krieger gehen weit über den alten Kouros-Typus hinaus und antizipieren den Anthropozentrismus sowie die Liebe zum Detail nachfolgender Epochen. Die Krieger von Riace hatten einen großen Einfluss auf Künstler wie Praxiteles und spätere hellenistische Bildhauer.