Kriegsschuldfrage und Russische Revolution 1917: Analyse der Ursachen

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Kriegsschuldfrage und Ursachen des Ersten Weltkriegs

Deutschland

  • Bedingungslose Unterstützung an Österreich (Blankoscheck), ohne die ursprüngliche Absicht (Krieg gegen Serbien) zu vermeiden.
  • Verletzung der belgischen und luxemburgischen Neutralität.
  • Ablehnung der Schlichtung Großbritanniens mit den Großmächten.
  • Flottenbauprogramm und Streben nach einem Präventivkrieg.
  • Anstreben imperialistischer Expansion und Kolonien.
  • Provokation der Marokkokrisen.
  • Bündnissystem zur Isolierung Frankreichs (Rückversicherungsvertrag mit Russland 1887).

Österreich-Ungarn

  • Okkupation von Bosnien-Herzegowina 1908 (gegen Beschlüsse der Berliner Konferenz).
  • Stellung des Ultimatums als Vorwand für die Kriegserklärung.
  • Provokation an Serbien durch den Besuch des Thronfolgers in Sarajewo am serbischen Nationaltag.
  • Vielvölkerstaat ohne politische Beteiligung oder Befreiung der meisten südslawischen Staaten.

Frankreich

  • Verteidigung Serbiens im Falle eines Krieges mit der k.u.k. Monarchie.
  • Absicht, Deutschland durch Bündnisse zu isolieren.
  • Bündnis mit Großbritannien wegen des Status quo in Nordafrika.

Großbritannien

  • Flottenbauprogramm.
  • Bündnis mit Frankreich.

Serbien

  • Finanzierung nationalistischer Organisationen innerhalb der k.u.k. Monarchie.
  • Anti-österreichische Propaganda.
  • Attentat in Sarajewo.

Russland

  • Anstreben imperialistischer Expansion.
  • Kontrolle des Zugangs zum Schwarzen Meer (Bosporus) sowie Konstantinopel und die Dardanellen.
  • Militärische Unterstützung für Serbien.

Von der Februarrevolution zur Oktoberrevolution 1917

Voraussetzungen für die Revolution

Politische und wirtschaftliche Rückständigkeit

  • Politisch rückständige Monarchie Europas (Zar und Adel herrschten allein; Bürger nur beschränkte Mitwirkung durch die Duma).
  • Wirtschaftlich rückständig (Leibeigenschaft erst ab 1861 abgeschafft; unproduktive Landwirtschaft (Hungersnot); unentwickelte Industrie).

Belastungen des Ersten Weltkriegs

  • Zusammenbruch der Armee.
  • Zusammenbruch der Wirtschaft und der Versorgung der Städte.

Verlauf der Revolutionen

März 1917: Sturz des Zaren

Massendemonstrationen und Streiks in St. Petersburg führen zum Sturz des Zaren.

Aus der zarischen Duma bildet sich die Provisorische Regierung.

Machtkampf zwischen Provisorischer Regierung und Sowjets

Die Sowjets kontrollieren Fabriken, Dörfer und die Armee und fordern:

  • Sofortiges Kriegsende.
  • Bodenreform.
  • Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung (konstitutionelles Russland).

Die Provisorische Regierung kann die Forderungen der Räte nicht erfüllen, wodurch die Bolschewiki immer mehr Unterstützung gewinnen und fordern: Land, Brot und Frieden, Alle Macht den Räten.

Oktober 1917: Machtübernahme

Am 7./8. Oktober erfolgt der Sturz der Provisorischen Regierung.

Machtübernahme durch den Rat der Volkskommissare unter Lenin.

Am 8. Oktober legitimiert die Allrussische Räteversammlung mehrheitlich die neue Regierung.

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