Die Krise von 1808: Unabhängigkeitskrieg und Revolution
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Die Krise von 1808: Der Beginn des Unabhängigkeitskrieges
Ende 1807 war die Situation in Spanien äußerst ernst. Die Folgen der napoleonischen Kriege, der Zusammenbruch des Kolonialhandels und die britische Blockade gegen England verschlimmerten die Lage massiv. Der spanische Staat war bankrott, belastet durch kontinuierliche Kriege und die wirtschaftlichen Folgen der Einziehung von 1797.
Soziale Unruhen und die Opposition gegen Godoy
Alle sozialen Gruppen waren empört. Man beschuldigte Manuel de Godoy für die militärischen Niederlagen und den wirtschaftlichen Zusammenbruch. Die Opposition formierte sich um Ferdinand VII., der als Hoffnungsträger und „Retter“ des Landes inszeniert wurde. Im Jahr 1807 wurde im Prozess von El Escorial die erste Verschwörung Ferdinands aufgedeckt.
Der Vertrag von Fontainebleau und die französische Besatzung
Napoleon nutzte die Schwäche Spaniens aus. Durch den Vertrag von Fontainebleau (1807) erhielt er das Recht, Truppen durch Spanien nach Portugal zu führen. General Murat wurde an die Spitze der französischen Armee in Spanien gesetzt, was in der Bevölkerung für großes Misstrauen sorgte.
Der Aufstand von Aranjuez und die Abdankung
Am 1. März 1808 kam es zum Aufstand von Aranjuez. Godoy wurde abgesetzt und verhaftet. Karl IV. sah sich gezwungen, zugunsten seines Sohnes Ferdinand VII. abzudanken. Napoleon lud Ferdinand jedoch zu Gesprächen nach Bayonne ein, wo er den Rücktritt der gesamten königlichen Familie erzwang.
Der 2. Mai und der Widerstand
Am 2. Mai 1808 erhob sich Madrid gegen die französische Besatzung. Der Aufstand breitete sich schnell auf das ganze Land aus. Trotz der militärischen Überlegenheit der französischen Armee leistete die spanische Bevölkerung, unterstützt durch britische Truppen, erbitterten Widerstand.
Wichtige Etappen des Krieges:
- Belagerung von Saragossa: Unter General Palafox wurde ein starker Widerstand organisiert.
- Eingreifen Napoleons: Napoleon führte persönlich seine Armee an und nahm Madrid im Dezember 1808 ein.
- Guerillakrieg: Ab 1808 entwickelten sich Guerillataktiken, die die französischen Truppen zermürbten.
- Wende 1812: Durch den Russlandfeldzug musste Napoleon Truppen aus Spanien abziehen, was den Sieg der spanisch-britischen Allianz ermöglichte.
Das Ende des Krieges und die politische Neuordnung
Im Jahr 1813 wurde im Vertrag von Valençay Ferdinand VII. wieder auf den spanischen Thron eingesetzt. Während des Krieges bildeten sich lokale und später provinzielle Juntas, die in der Zentralen Obersten Junta mündeten. Diese Institutionen leiteten eine Modernisierung ein, die den Grundstein für liberale Forderungen nach einem parlamentarischen System und dem Ende des Absolutismus legte.