Die Krise von 1898: Spanisch-Amerikanischer Krieg und Kubas Unabhängigkeit
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Der Spanisch-Amerikanische Krieg (1898) und die Krise des Spanischen Reiches
Im Jahr 1898 begann zwischen Spanien und den USA ein Krieg um die Kontrolle über Kuba. Es war ein kurzer Krieg, bedingt durch die amerikanische Überlegenheit, hatte jedoch gravierende Folgen für das schwindende spanische Reich. Diese Krise begünstigte die Entstehung kultureller Bewegungen, die die Wiederherstellung (Restauración) kritisierten und eine Politik der Regeneration forderten.
1. Der Unabhängigkeitskrieg Kubas und der Philippinen
Kuba: Die Perle der Antillen
Kuba war seit seiner Entdeckung durch Christoph Kolumbus spanischer Besitz und galt wegen seiner Natur und strategischen Lage als die „Perle der Antillen“. Im 19. Jahrhundert entwickelte es sich zum größten Zuckerproduzenten.
Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem Wandel in der kreolischen Aristokratie, da das Ende der Sklaverei, das Zuckermonopol und neue Steuern die wirtschaftliche Situation veränderten. Unter Ausnutzung des Sturzes von Isabel II. begann der Krieg gegen Spanien um die Unabhängigkeit Kubas, womit ein langer und harter Konflikt seinen Anfang nahm.
Guerillakrieg und der Frieden von Zanjón
Die Rebellen nutzten die Guerillamethode und erhielten Unterstützung von den Campesinos (Bauern). Spanien konnte nicht alle seine Truppen in diesem Krieg einsetzen, da es gleichzeitig mit den Karlistenkriegen beschäftigt war. Nach dem Ende des Karlistenkrieges wurden die spanischen Truppen unter dem Versprechen einer Amnestie konzentriert, und der Krieg endete mit dem Frieden von Zanjón. Spanien erfüllte jedoch seine Versprechen nicht.
- 1886 wurde die Sklaverei abgeschafft.
- Der Überseeminister Maura schlug Reformen und eine Ausweitung der Volkszählung vor, was jedoch als „unpatriotisch“ abgelehnt wurde.
Die Spanier, die Reformen ablehnten, gerieten in Konflikt mit der Regierung. Im Gegensatz dazu stand die Unabhängigkeitsbewegung, organisiert in der Kubanischen Revolutionären Partei (PRC), gegründet von José Martí.
Die Situation auf den Philippinen
Auf den philippinischen Inseln gab es außerhalb der Hauptstadt Manila nur eine geringe spanische Präsenz. Spanien sah sich dort mit bäuerlichen, klerikalen und nationalistischen Aufständen konfrontiert.
Das Fehlen von Reformen führte dazu, dass Mestizen und Einheimische eine gemischte Gruppe von Anhängern der Emanzipationsbewegung bildeten. Ein Fehler des Generalgouverneurs, der die Hinrichtung von José Rizal anordnete, befeuerte die Bewegung. Die neue Regierung ernannte daraufhin Hauptmann Primo de Rivera, der eine vorübergehende Befriedung erreichte.
2. Die Strategie gegen die Guerillas (Weylers Reconcentración)
Martínez Campos wurde entsandt, um die Befriedung der 1860er Jahre zu wiederholen, erkannte jedoch, dass die Situation nun anders war. Er empfahl eine härtere Politik, die er selbst nicht umsetzen konnte.
Er wurde durch General Valeriano Weyler ersetzt, der 200.000 Soldaten für einen harten Anti-Guerilla-Kampf einsetzte. Um zu verhindern, dass die Aufständischen Zulauf erhielten, organisierte Weyler die Bauern in Pueblos (Dörfern), um sie zu isolieren und jeglichen Kontakt mit den Kämpfern zu unterbinden (Reconcentración-Politik). Weyler ging sehr hart gegen Rebellen und Zivilbevölkerung vor.
Der Krieg war für die Spanier ungünstig, da er sich im Wald (Dschungel) abspielte. Die Soldaten waren weder ausreichend ausgebildet noch verfügte die Armee über genügend Mittel. Hohe Sterblichkeit unter den Truppen, verursacht durch Krankheiten, erschwerte den Sieg zusehends.
3. Gescheiterte politische Reformversuche
Die Idee von Cánovas del Castillo war es, nach militärischen Erfolgen Reformen einzuführen, um die Situation zu stabilisieren. Dies wurde jedoch weder von den USA noch vom konservativen Lager positiv aufgenommen. Die USA begannen, die Kubaner zu unterstützen.
Die Ermordung Cánovas' im Jahr 1897 führte zu einem Wandel: Die Liberalen übernahmen die Regierung und beschlossen, der Politik Vorrang vor der militärischen Befriedung zu geben. General Weyler wurde durch General Blanco ersetzt.
Unter Moret-Sigismund wurden eine breite politische Amnestie und Autonomieregime gewährt. Die Reformen kamen jedoch zu spät und führten lediglich dazu, dass die Forderungen Kubas und der USA an Stärke gewannen.
4. Die US-Intervention und der Krieg von 1898
Die USA waren eine aufstrebende Weltmacht, während Spanien kaum noch seine letzten Besitztümer halten konnte.
Gründe für die US-Expansion
Die treibenden Kräfte hinter dem US-Expansionsprojekt waren:
- Wirtschaftliche Interessen (Minen und Zuckerplantagen in Kuba).
- Die militärische Kontrolle über die Karibik.
Der US-Imperialismus tarnte seine Absichten oft mit humanitären Gründen, verfolgte aber auch strategische Ziele wie den Bau des Panamakanals. Präsident McKinley versuchte, die Insel von Spanien zu kaufen, was jedoch abgelehnt wurde.
Der Vorwand zum Krieg
Der Vorwand, um den Krieg gegen Spanien zu erklären, war die Explosion des Schlachtschiffs USS Maine im Hafen von Havanna. Die genauen Ursachen sind bis heute unbekannt, doch die USA beschuldigten Spanien.