Die Krise von 1917 in Spanien: Ursachen und Folgen

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Die Krise des Jahres 1917 in Spanien

Die Krise von 1917 vollzog sich in drei Akten. Drei große Bewegungen trafen mit dem Ziel zusammen, den Sturz der Regierung herbeizuführen. Ihre Protagonisten waren das Militär, die Politik und die Arbeiterschaft.

Die militärische Bewegung

Es zeigten sich Erscheinungen einer rachsüchtigen militärischen Bewegung, die unzufrieden mit den Rechten der Offiziere in Marokko (Beförderungen, Gehälter) war. Es entstanden sogenannte Juntas, die Verbesserungen forderten. Dies führte zum Sturz der liberalen Regierung von García Prieto und zur Einsetzung des Konservativen Eduardo Dato. Die Regierung beugte sich schließlich dem militärischen Druck, und das Heer (Ejército) erließ 1918 neue Bestimmungen. Die Armee wurde zu einem Garanten für das Bestehen des Regimes und der sozialen Ordnung sowie zum aktiven Element im politischen Leben.

Die politische Bewegung: Die Parlamentarische Versammlung

Seit Februar 1917 blieb das Parlament geschlossen. Eine Gruppe von Abgeordneten und Senatoren, darunter Katalanen und Reformer, bildete in Barcelona die Parlamentarische Versammlung, um eine grundlegende Reform des politischen Lebens in Spanien zu fördern. Die Versammlung, die eine starke Unterstützung der Bevölkerung auf den Straßen hatte, forderte einen Regierungswechsel und die Einberufung verfassungsgebender Cortes. Diese Reformforderungen (Petición) wurden von der Regierung jedoch vernachlässigt, was das Misstrauen der Armee verstärkte.

Die Arbeiterbewegung und der Generalstreik

Dies war der wichtigste Faktor in der Krise. Die soziale Anspannung war seit 1914 stetig gestiegen: steigende Preise, Knappheit und eine Regierung, die unfähig war, die Kontrolle zu übernehmen. Im August 1917 wurde ein Generalstreik ausgerufen, unterstützt von der UGT, CNT und der PSOE sowie einigen republikanischen Sektoren. Der Streik hatte einen doppelten Charakter:

  • Ökonomisch: Lohnforderungen und Arbeitszeitregelungen.
  • Politisch: Notwendigkeit tiefgreifender Veränderungen in der Regierung.

Der Streik breitete sich über das Land aus. Die Antwort der Regierung war hart: Sie schickte Truppen auf die Straßen, was zu Konfrontationen mit Streikposten führte. Die Zahl der Toten, Verletzten und Inhaftierten nahm zu. Die Mitglieder des Streikkomitees in Madrid, darunter Julián Besteiro und Francisco Largo Caballero, wurden verhaftet.

Auswirkungen der Krise von 1917

Der August 1917 verdeutlichte die Mobilisierungskapazität der Gewerkschaften. Angesichts der Bedrohung der sozialen Ordnung vollzog die Juntista-Bewegung eine Wende: Die Offiziere unterstützten nun die Repression und gaben jegliche Reformwünsche auf. Die Krise führte zudem zu einer Instabilität der Staatsführung: Es kam zum Rücktritt (Dimisión) und zur Bildung einer Koalitionsregierung, der sich auch die Katalanen anschlossen. Die Ansprüche der Parlamentarier ließen sich jedoch nicht mit dem neuen Regierungsprogramm vereinbaren.

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