Die Krise des Franco-Regimes: Ende einer Diktatur
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Die vierte Etappe: Die Krise des Franco-Regimes
Im Jahr 1969 war angesichts der politischen Situation und des schlechten Gesundheitszustands von Franco offensichtlich, dass das Ende des Regimes nahte. Franco ernannte Juan Carlos I. zu seinem Nachfolger. Carrero Blanco, der stellvertretende Regierungschef und Repräsentant des reaktionären Sektors, übernahm 1973 die Verantwortung für die staatlichen Funktionen.
Das Attentat auf Carrero Blanco
Nach der geltenden Regelung sollte Carrero Blanco die Diktatur fortsetzen, doch seine Kandidatur wurde am 20. Dezember 1973 jäh beendet, als er durch ein Attentat der ETA getötet wurde.
Die Regierung von Arias Navarro
Im Januar 1974 wurde die neue Regierung unter Arias Navarro gebildet. Zu Beginn seiner Amtszeit versuchte die Regierung, einen liberalen Touch zu vermitteln. Doch aufgrund einer Reihe von Ereignissen kehrte die Regierung schnell zu einer immobilistischen Position zurück:
- ETA-Angriff: Ein Anschlag auf ein Café in Madrid forderte 11 Tote und mehr als 70 Verletzte.
- Der Fall Añoveros: Der baskische Bischof Añoveros geriet in Konflikt mit dem Regime, weil er eine Predigt über die Rechte des Baskenlandes verlesen ließ.
- Salvador Puig Antich: Die Hinrichtung des Anarchisten löste Entsetzen aus.
- Nelkenrevolution: Der Sieg der Revolution in Portugal (25. April) führte zu Misstrauen und verstärkter Unterdrückung in Spanien.
Die Öffnung des Sektors scheiterte, und der Rücktritt liberaler Minister führte zu einer weiteren Verschlechterung der Lage im Land.
Internationale Umstände und wirtschaftliche Krise
Die internationalen Rahmenbedingungen waren ebenfalls nicht zu Gunsten des Franco-Regimes:
- Ölkrise: Die Entscheidung der OPEC, die Ölpreise zu erhöhen, hatte einen massiven Einfluss auf die Weltwirtschaftskrise, die auch Spanien hart traf.
- Internationale Isolation: Die Hinrichtung politischer Gegner führte zu weltweiten Protesten. Spanien befand sich politisch in einer ähnlichen Isolation wie in den 1940er Jahren.
- Westsahara-Konflikt: Die Situation in der Sahara musste schnell gelöst werden. Während der Besitz von Ceuta und Melilla sowie ein Fischereiabkommen gesichert wurden, wurde die Sahara – statt eines Referendums zur Selbstbestimmung – unter die Verwaltung von Marokko und Mauretanien gestellt.