Die Krise des Wohlfahrtsstaates: Wachstum und Reformbedarf

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Kapitel 3: Die Krise des Wohlfahrtsstaates

Der nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte Sozialpakt, der positive Ergebnisse hervorbrachte, scheint gebrochen. Die Diskussion über die soziale Krise des Staates ist sehr global. Analysten betrachten den Staat oft als Makroinstitution. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Sozialpolitik die Perspektive des Gesamtstaates verliert.

1. Wachstum der öffentlichen Ausgaben im Wohlfahrtsstaat

Im Kontext der Krise des Wohlfahrtsstaates wird häufig auf das Wachstum der öffentlichen Ausgaben verwiesen. Keynes' Vorschläge gewannen an Bedeutung. Historische Daten zeigen eine Tendenz zum Wachstum der Staatsausgaben, wenngleich mit erheblichen Schwankungen. Es ist zu beachten, dass die sozialen Buchführungssysteme zu Meinungsverschiedenheiten über die relevanten Größen führen können. Viele der Transferleistungen gehen an Familien und Unternehmen.

Die Konsolidierung des institutionellen Rahmens des Wohlfahrtsstaates führte zu einem Anstieg der öffentlichen Ausgaben. In den meisten entwickelten Demokratien sind die öffentlichen Ausgaben gestiegen. Dies deutet auf einen Zusammenhang zwischen dem wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und ideologischen Prozess hin, wobei politische Entscheidungsprozesse eine wichtige Rolle spielen.

Klassifizierung der Staatsausgaben

Die öffentlichen Ausgaben können nach staatlichen Aufgaben analysiert werden. Eine gängige Unterscheidung ist die zwischen obligatorischen Ausgaben für Regulierung und Sozialausgaben:

  • Regulierungsausgaben: Wichtig für das Wirtschaftswachstum.
  • Sozialausgaben: Verbunden mit sozialen und politischen Gründen.

Kernbereiche und Kontroversen

Zu den Kernausgaben des Wohlfahrtsstaates zählen:

  • Gesundheit
  • Soziale Sicherheit
  • Bildung
  • Wohnen
  • Soziale Sicherung und Förderung

Weitere Bereiche umfassen Stadt- und Regionalplanung, Umwelt, Wasserinfrastruktur, Freizeit, Kultur und Gemeinwohl. Der Wohlfahrtsstaat ist ein offener Prozess. Bereits in den siebziger Jahren wurde die soziale Sicherheit problematisch. Die Aufwendungen wuchsen schneller als die Grundlagen, was zu Kontroversen in einigen Sektoren führte. Angesichts der Variabilität des Begriffs „Wohlfahrt“ besteht jedoch Einigkeit über die Notwendigkeit, den Kern zu erhalten.

Die Probleme wurden durch die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie durch wachsende Defizite noch verschärft.

Wirtschaftskrisen und die Belastung des Sozialstaates

In allen Ländern sind die Wachstumsraten gesunken, während Arbeitslosigkeit, Inflation und Ungleichgewichte zugenommen haben. Heute ist bekannt, dass die Bedingungen der Nachkriegszeit unwiederholbar sind; die Auswirkungen des Krieges selbst trugen wahrscheinlich wesentlich zum anschließenden phänomenalen Wachstum bei.

Einige Autoren vertreten die Theorie, dass die Konjunkturzyklen der Krise auf die Erschöpfung früherer Zyklen zurückzuführen sind. Andere sehen das Hauptproblem der westlichen Volkswirtschaften in der Belastung durch den Sozialstaat. Diese Belastung könne nur durch staatliche Reformen gesenkt werden, wodurch politische Entscheidungen es einigen Ländern ermöglichten, die Krise besser zu bewältigen als andere.

Die problematische Wirtschaftslage erfordert konkrete Maßnahmen und Ergebnisse. Die Strategie der Regierung muss angemessen sein und einen Konsens mit den betroffenen Sektoren erzielen.

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