Kultur und Bildung im Spanien des 19. Jahrhunderts
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Kulturelle Transformationen im 19. Jahrhundert
Kulturelle Veränderungen der liberal-bürgerlichen Revolution
- Säkularisierung der Kultur: Fokus auf nationale, wissenschaftliche und technische Aspekte.
- Schaffung eines Nationalbewusstseins: Sprache und Kultur werden gefördert. Die Bürgerschaft identifiziert sich mit dem Nationalstaat.
- Verbreitung des Lesens: Schaffung eines öffentlichen Bildungssystems.
- Mäzenatentum der Bourgeoisie: Kunst und Ästhetik richten sich nach dem bürgerlichen Geschmack.
- Einführung eines staatlichen Bildungssystems: Getrennt von der Kontrolle der Kirche.
Veränderungen im Bildungswesen
- 1857: Gesetz über das öffentliche Unterrichtswesen (Ley Moyano).
- Duales System: Es existierte ein staatliches System (mit Budgetbeschränkungen, aufgeteilt auf Universitäten, Gemeinden für Grundschulen und Provinzen für weiterführende Schulen) und ein privates System (meist religiöse Träger).
- Alphabetisierung: Mitte 1800 konnte die Hälfte der Bevölkerung weder lesen noch schreiben; 1900 waren es nur noch 36 % Analphabeten.
- Schulbesuch: Nur 1,6 % besuchten die Grundschule, meist männliche Schüler aus wohlhabenden Familien. In jeder Provinzhauptstadt gab es ein Institut. 1887 wurden diese Institutionen vom Staat abhängig.
- Privatschulen: Während der Restauration nahm die Zahl der Privatschulen (Vereine, religiöse Vereinigungen) zu. Im Jahr 1900 besuchte nur ein Drittel der Gymnasiasten staatliche Hochschulen.
Hochschulstudium und akademische Freiheit
- Mehr als die Hälfte der Abiturienten besuchte eine Universität.
- Es gab ein einheitliches und zentralisiertes Universitätssystem. Die Zentraluniversität Madrid vergab alle Bachelor- und Masterabschlüsse; weitere Universitäten befanden sich in Barcelona, Oviedo und Salamanca.
- Mangel an akademischer Freiheit: Krausisten wie Castelar und Salmerón wurden von der Universität vertrieben, da sie sich weigerten, auf monarchistische und katholische Prinzipien zu schwören und den Darwinismus sowie Positivismus vertraten.
- Gründung der Institución Libre de Enseñanza (private, säkulare Bildungseinrichtung) durch Giner de los Ríos.
- 1885 wurde die ideologische Freiheit der Lehrstühle (cátedras) genehmigt, was eine größere Toleranz ermöglichte.
Die Presse und die Verbreitung von Kultur
- Die Zeitung wurde zum wichtigsten Medium des 19. Jahrhunderts in Spanien.
- Während des Trienio Liberal entstanden Zeitungen sowie Diskussions- und Debattierclubs.
- Nach dem absolutistischen Jahrzehnt wurde 1837 die Pressefreiheit wiederhergestellt.
- Neue Drucktechniken weckten das politische Interesse (z. B. bei Larra).
- Die Restauration: Goldenes Zeitalter des Journalismus, Rückzug der politischen Parteien, Verbesserungen in Fotografie und Druck.
- Die Kultur wurde über Akademien und Museen (Prado, Archäologisches Nationalmuseum) verbreitet.
- Private Institutionen wie das Ateneo de Madrid und literarisch-künstlerische Zirkel spielten eine wichtige Rolle.
Kunstbewegungen des 19. Jahrhunderts
Romantik
- Erhabene Poesie
- Sitten- und Geschichtsroman (Costumbrismo)
- Porträtmalerei der Bourgeoisie
Realismus
- Realistischer Roman
- Konservatives Theater
- Eklektische Architektur (Neugotik, Neomudéjar)
- Realistische Malerei
- Blütezeit der Zarzuela