Kulturanthropologie: Studien, Konzepte und soziale Identität

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Beiträge der Kulturanthropologie

Die Kulturanthropologie studiert den Lebensstil verschiedener menschlicher Gruppen und deren Entwicklung. Hochschulen sind verpflichtet, diese kulturellen Ausdrucksformen der interpretativen Anthropologie zu analysieren und ihren Sinn zu verstehen. Sie versucht, die kulturellen Entwicklungen zu erfassen, die Menschen in ihrer Lebensweise erleben und mit anderen reproduzieren.

Entwicklung menschlicher Gesellschaften

Jäger-und-Sammler-Gesellschaften

Die ersten Gesellschaften waren egalitäre Gesellschaften, die auf Jagd und Sammeln basierten. Der Führer war eine erfahrene Person.

Landwirtschaftliche Gesellschaften

Hier entstand eine neue Wirtschaftsform, die auf der Anhäufung und Umverteilung kontrollierter Produkte beruhte. Eine gemeinsame Führung wurde oft durch einen Stammesführer weitergegeben.

Übergang zum Staat

Der Übergang von primitiven zu staatlichen Strukturen brachte neue Bedingungen mit sich:

  • Zentralisierung der Macht
  • Soziale Schichtung (Stratifikation)
  • Funktionale Arbeitsteilung
  • Ungleichheit in der Vermögensverteilung
  • Stadtentwicklung
  • Kulturelles Wachstum

Verschiedene kulturelle Haltungen

Ethnozentrismus

Ethnozentrismus analysiert andere Kulturen anhand der eigenen, wodurch diese zur Maßstab für den Rest wird. Diese Haltung hat mindestens zwei Konsequenzen:

  1. Mangelndes Verständnis für Lebensweisen, die nicht der eigenen entsprechen.
  2. Die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls innerhalb der eigenen Gruppe.

Ethnozentrismus kann sich in offener Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, aber auch in Aporophobie (Ablehnung von Armut) äußern.

Kultureller Relativismus

Der Kulturelle Relativismus schlägt vor, Kulturen anhand ihrer eigenen Werte und nicht aus der Perspektive einer fremden Kultur zu analysieren. Er empfiehlt die Toleranz gegenüber kulturellen Unterschieden. Diese Haltung birgt jedoch erhebliche Einschränkungen:

  • Er behindert den Dialog zwischen den Kulturen.
  • Er kann Risiken wie Rassismus, die Trennung zwischen Kulturen, eine romantische Haltung oder kulturelle Lähmung nicht vermeiden.

Interkulturalität

Die Interkulturalität befürwortet die Begegnung zwischen Kulturen auf gleicher Augenhöhe. Ziele sind:

  • Die Anerkennung des pluralistischen Charakters unserer Gesellschaft.
  • Das Verständnis der Komplexität der Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturen.
  • Die Unterstützung bei der Suche nach Antworten auf globale Probleme.

Dialog zwischen den Kulturen

Der Dialog zwischen den Kulturen ist ein Bedürfnis unserer Zeit. Ein überzogener Universalismus kann eine kulturelle Haltung fördern, die einen echten Dialog verhindert, indem sie die Einführung einer Kultur in eine andere erzwingt. Universelle Werte können sein:

  • Die Achtung der Menschenrechte.
  • Die Anerkennung von Werten wie Freiheit, Gleichheit und Solidarität.
  • Die Dialogbereitschaft, ermöglicht durch aktive Toleranz.

Die soziale Identität

Wir werden in bestimmte soziale Gruppen hineingeboren und erwerben dadurch eine soziale Identität (Enkulturation). Sowohl die persönliche als auch die soziale Identität werden durch einen Sozialisationsprozess erworben, bei dem wir die Werte, Bräuche und Sitten der Gesellschaft, zu der wir gehören, übernehmen und uns mit ihnen identifizieren. Dieser Prozess ermöglicht den Erwerb dieser Identität.

Sozialisation und ihre Formen

Sozialisation ist der Prozess, durch den ein Individuum die Kultur der Gesellschaft verinnerlicht, in der es lebt.

Primäre Sozialisation

Ziel ist die Einführung des Subjekts in die Gesellschaft. Sie ist von großer emotionaler Intensität geprägt.

Sekundäre Sozialisation

Neue Sozialisationsinstanzen treten in Kraft. Man kann auswählen, in welchem sozialen Bereich man sich einführen und verinnerlichen möchte. Sie ist weniger emotional aufgeladen.

Resozialisierung

Die Resozialisierung beinhaltet die Internalisierung unterschiedlicher kultureller Inhalte einer Gesellschaft, die von der ursprünglichen Sozialisation abweichen. Sie umfasst zwei Schritte: den Abbau der alten Sichtweise der Wirklichkeit und den Aufbau einer neuen Identität. Sie tritt typischerweise nach einer tiefen Krise auf.

Die Tradition

Die Tradition ist das, was wir von unseren Vorfahren übernehmen und weiterentwickeln. Traditionen sind das Ergebnis eines historischen Prozesses, durch den Generationen an die Nachfolgenden Überzeugungen, Deutungsweisen und auch Machtstrukturen und Möglichkeiten weitergeben.

Wir sind Kultur

Subkultur und Gegenkultur

Innerhalb jeder Kultur kann man von Subkulturen sprechen, da die Menschen darin nicht alle auf die gleiche Weise leben, sondern sich nach Alter, sozioökonomischem Status usw. unterscheiden. Die Gegenkultur ist eine Rebellion gegen die hegemoniale Kultur, die ein alternatives Kultur- und Gesellschaftsprojekt präsentiert. Beispiele hierfür sind soziale Gruppen, die alternative soziale Gruppen angreifen.

Kultur und Zivilisation

Im Laufe der Zeit entstanden erhebliche Unterschiede zwischen Kultur und Zivilisation. Heute gilt die Zivilisation als die Synthese allgemeiner Eigenschaften, die eine Reihe miteinander verbundener Kulturen kennzeichnen.

Funktionen der Sprache

  • Repräsentativ: Sprachliche Zeichen sind Symbole, die Sachverhalte darstellen.
  • Expressiv: Sprachliche Zeichen sind Symptome, die Sachverhalte offenbaren.
  • Appellativ: Sprachliche Zeichen sind Signale, die eine bestimmte Reaktion bei den Sprachnutzern hervorrufen sollen.

Dimensionen der Sprache

  • Syntaktisch: Bezieht sich auf die Beziehungen der Zeichen zueinander. Die Syntax legt fest, wie Wörter anzuordnen sind.
  • Semantische Dimension: Bezieht sich auf die Beziehungen der Zeichen zu ihren entsprechenden Bedeutungen.
  • Pragmatische Dimension: Bezieht sich auf die Beziehungen zwischen den Zeichen und den Nutzern dieser Zeichen.

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