Kulturgeschichte, Kunststile und die Gründung der UdSSR
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Kultur und literarische Strömungen
In der Kultur stechen zwei literarische Bewegungen hervor: Realismus, der die moderne Wirklichkeit detailliert und genau beschreibt, sowie der Modernismus, ein Versuch, der Wirklichkeit durch die Flucht in die Vergangenheit oder in ferne Länder zu entfliehen.
Kunst und Architektur
Eisenarchitektur und Moderne
Die Eisenarchitektur zeichnete sich durch die Verwendung neuer, hochfester Materialien zu niedrigen Kosten aus. Herausragende Beispiele sind der Eiffelturm und der Lesesaal der Nationalbibliothek. In der Moderne (Art Nouveau) sind Victor Horta (Hôtel Tassel) und Hector Guimard (U-Bahn-Eingänge und Castel Béranger) besonders hervorzuheben.
Skulptur: Realismus und Impressionismus
Die realistische Skulptur stellt Mitglieder des Proletariats dar. Hier glänzte Constantin Meunier (Der Puddler und Der Hafenauslader). In der impressionistischen Skulptur nutzte Rodin den Lichteinfall, um mit Licht und Schatten zu spielen und die Konturen der Figuren zu verwischen.
Entwicklung der Malerei und die Avantgarde
Vom Realismus zum Post-Impressionismus
Der Realismus in der Malerei versuchte, die zeitgenössische Wirklichkeit objektiv und roh darzustellen. Er verabschiedete sich von der romantischen Idealisierung, um anonyme Menschen zu zeigen und die Grausamkeit des Arbeitslebens sowie soziale Unterschiede anzuprangern. Der Impressionismus erhielt seinen Namen von einem Gemälde Monets mit dem Titel Impression. Die Kunst wurde streng experimentell; der Künstler war nicht mehr am Werk an sich, sondern an dem flüchtigen Eindruck einer Szene interessiert.
Der Post-Impressionismus und der Pointillismus zeichnen sich durch die Verwendung nebeneinander gesetzter Punkte aus reinen Farben aus. Künstler wie Gauguin, van Gogh und Cézanne gelten als Vorläufer verschiedener Stile wie Fauvismus, Expressionismus und Kubismus.
Die Avantgarde-Bewegungen
Die wichtigsten Bewegungen der Avantgarde waren:
- Fauvismus: Wichtigster Vertreter war Matisse, der Farben am Rande der Realität einsetzte.
- Expressionismus: Zeigte in seinen Werken Emotionen, Pessimismus und menschliche Spannungen.
- Kubismus: Zersetzte Formen in flache, geometrische Flächen, die gleichzeitig dargestellt wurden.
- Futurismus: Betonte Gewalt, Geschwindigkeit und Bewegung.
Bürgerkrieg und die Konsolidierung der UdSSR
Im März 1918 unterzeichnete Russland den Vertrag von Brest-Litowsk und zog sich aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Danach begann ein Bürgerkrieg (1918–1920) zwischen den „Weißen“ (Anhänger des zaristischen Regimes) und der revolutionären „Roten Armee“. Die Weißen wurden besiegt. 1922 entstand eine neue politische Organisation, die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR), die 1924 eine Verfassung auf Basis folgender Grundsätze verabschiedete:
- Ein föderaler Staat, bestehend aus den einzelnen Republiken, mit Russland als dominanter Republik.
- Die Konzentration aller Macht in den Händen der Kommunistischen Partei.
- Ein Oberster Sowjet als Vertretung der Volkssouveränität (ähnlich einem Parlament).
- Ein Sowjetkongress als Vertretung der Regionen, der die Regierung wählt.
Es wurden Anstrengungen unternommen, den Kapitalismus durch den marxistischen Sozialismus zu ersetzen (Abschaffung des Privateigentums und Errichtung einer zentralen Planwirtschaft). Da die Situation nach dem Bürgerkrieg jedoch von Hunger, Zerstörung und Millionen Toten geprägt war, wurde zwischen 1921 und 1928 die Neue Ökonomische Politik (NEP) eingeführt. Diese stellte teilweise und vorübergehend kapitalistische Wege wieder her, um die private Initiative und Produktivität zu fördern: Bauern konnten Teile ihrer Produktion auf dem freien Markt verkaufen, und kleine Handwerker sowie Genossenschaften wurden gefördert. Dies führte zu einer gewissen wirtschaftlichen Stabilität.