Kunstgeschichte: Von der islamischen Kunst zur Romanik

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Islamische Kunst: Merkmale und Einflüsse

Die islamische Kunst zeichnet sich durch byzantinische Einflüsse sowie Einflüsse der Römer und Sassaniden (Perser) aus. Sie ist geprägt vom Monotheismus, ist sehr anpassungsfähig und stellt eine Synthese neuer Kulturen dar. Wesentliche Merkmale sind der Anikonismus (Bilderstürmerei), Stilisierung und Wandelbarkeit. Da nur Gott ewig und unverändert ist, muss die Kunst die Veränderlichkeit des Menschen im Laufe der Zeit widerspiegeln. Dies wird durch das Spiel von Licht und Schatten an den Wänden sowie durch starke Kontraste erreicht. Helligkeit wird oft durch glasierte Keramik und Gitter (Backlights) ausgedrückt. Um die Veränderbarkeit zu demonstrieren, werden oft einfache Materialien wie Ziegel, Putz und Stuck (aus Pulver, Salz und Gips) verwendet. Ein weiteres Merkmal ist die ständige Wiederholung dekorativer Elemente.

Architektur und Konstruktion

Die Häuser sind meist niedrig mit kubischen Volumina, wobei Kuppeln an die Umgebung angepasst sind. Als Baumaterial dienen Ziegel und Bauschutt (unregelmäßige Steine). Marmor wird nur selten verwendet, häufiger hingegen Gips. Als Stützen dienen Säulen und dünne Pfeiler. Der Hufeisenbogen wurde von den Westgoten übernommen. Bei den Decken finden Gewölbe Verwendung, deren Besonderheit darin besteht, dass sich die Rippen im Scheitelpunkt nicht kreuzen. Es gibt auch geflochtene oder mozarabische Gewölbe.

Dekoration und Gebäudetypen

Dekoration findet vor allem im Innenraum statt. Das Äußere ist schlichter, wobei Dekorationen meist an Türen und Kuppeln konzentriert sind. Im Inneren finden sich Kalligraphie (Suren des Korans), pflanzliche Motive (byzantinischer Einfluss, Ataurique) oder geometrische Muster, die Wiederholung und Vielfalt widerspiegeln.

  • Religiöse Gebäude: Moscheen, Medresen (theologische Schulen) und Mausoleen.
  • Zivile Gebäude: Souks (Märkte), befestigte Unterkünfte, Bäder und Paläste.
  • Militärische Gebäude: Befestigte Anlagen wie Alcazares, Wehrtürme (z. B. der Goldturm).

Die Moschee

Die Moschee folgt dem Modell des Hauses von Mohammed. Ihre Bestandteile sind:

  • a) Sahn (Hof): Wird in der Regel für Waschungen genutzt. Die Säulengänge werden als Riwaq bezeichnet.
  • b) Haram: Die Gebetshalle mit parallelen oder senkrechten Gängen.
  • c) Qibla: Die Gebetswand.
  • d) Mihrab: Eine Nische, in der der Imam das Gebet leitet.
  • e) Maqsurah: Ein abgegrenzter Bereich.
  • f) Minbar: Die Kanzel, auf die der Imam steigt.
  • g) Minarett (Almina): Der Turm, von dem der Muezzin fünfmal täglich zum Gebet ruft.

Beispiele: Felsendom, Moscheen von Damaskus und Kairo.

Kleinkunst und spanisch-maurische Kunst

Es gibt Spezialisten für glasierte Keramik, Mosaike (byzantinischer Einfluss) und Textilien (Teppiche).

Die Moschee von Córdoba

Sie ist größer als die Moschee von Damaskus und wurde vom 8. bis zum 10. Jahrhundert erbaut. Sie ist die einzige mit einer Ausrichtung nach Süden. Als Material dienten hispanische Spolien. Als Vorbilder für die Stützen (Säulen und Bögen) dienten das Aquädukt der Wunder und die Moschee von Damaskus. Es werden Hufeisenbögen und übereinanderliegende Bögen verwendet. Die Bögen sind mit abwechselnd roten und weißen Keilsteinen gestaltet. Die Decke besteht aus glattem Holz.

  • Abd al-Rahman II.: Ließ die Qibla und geschnitzte Kapitelle fertigen.
  • Abd al-Rahman III.: Erweiterte den Hof und verstärkte die Fassade sowie das Minarett.
  • Al-Hakam II.: Erweiterte die Tiefe der Qibla und fügte vier Kuppeln zur Beleuchtung hinzu. Der Mihrab ist achteckig mit epigraphischer und pflanzlicher Dekoration (Stuck).
  • Almanzor: Erweiterte die Moschee nach links.

Kunst der Taifa-Königreiche, Almoraviden und Almohaden

Die Kunst wird barockisierend: einfache Materialien, aber reiche Dekoration. Beispiele: Aljafería-Palast (Zaragoza), Alcazaba von Málaga und Almería. In der Almohaden-Zeit entstehen der Vorhangbogen und feinere Kreuzrippengewölbe. Beispiele: Giralda (Minarett der Moschee von Sevilla) und Torre del Oro.

Die Alhambra

Die Architektur ist auf den menschlichen Maßstab zugeschnitten und fügt sich in die Natur ein. Es gibt wenige Wände, dafür viele Terrassen und Innenhöfe mit dünnen Säulen, Wasserläufen und Gärten.

  • Mexuar: Öffentlicher Bereich und Verwaltungssitz.
  • Myrtenhof: Das statische Wasser dient als Spiegel des Palastes.
  • Löwenhof: Die Fassade besteht aus sieben zentralen Bögen mit Glockenform und Sebka-Dekoration.

Die Materialien sind einfach, aber mit Stuck überzogen (Horror Vacui).

Vorromanische Kunst

Dazu gehören die karolingische, asturische und mozarabische Kunst. Nach dem Fall des Weströmischen Reiches blieben Kultur und Religion trotz der Barbareneinfälle bestehen, erfuhren jedoch eine künstlerische Vereinfachung (ländliche Welt). Stile: Ostgoten, Langobarden, Merowinger, Angelsachsen.

Westgotische Kunst

  • Material: Werksteine (Quader), im Verband gelegt.
  • Stützen: Dicke Wände mit wenigen Fenstern. Korinthische oder byzantinische Kapitelle, Hufeisenbögen.
  • Decken: Tonnengewölbe oder Kreuzgewölbe (ohne hervorgehobene Rippen).
  • Grundriss: Basilikaform oder griechisches Kreuz.
  • Dekoration: Geometrisch und abstrakt (Kreuze, Kreise, Hakenkreuze).
  • Goldschmiedekunst: Sehr hochwertig (Cabochons, Fibeln, Gürtelschnallen, Ketten).

Mozarabische Kunst

  • Material: Quader, Mauerwerk, Ziegel.
  • Stützen: Wände, Säulen mit korinthischen Kapitellen, Hufeisenbögen mit Rahmen (Alfiz).
  • Decken: Kuppeln mit Rippen, die sich nicht kreuzen (Gajon-Gewölbe).
  • Grundriss: Basilika mit Ikonostase.
  • Beispiele: San Miguel de la Escalada (León), San Baudelio (Soria), San Cebrián de Mazote (Valladolid).

Asturische Kunst

Aufgrund geografischer Isolation entstand eine eigenständige Kunst. Stile: Prä-Ramirense (San Julián de los Prados), Ramirense (Sta. María del Naranco, San Miguel de Lillo), Post-Ramirense (San Salvador de Valdediós).

  • Architektur: Ziegel oder kleine Quadersteine. Wände mit Öffnungen, Säulen mit Sogueado-Verzierung. Rundbögen.
  • Decken: Tonnengewölbe (besonders in der Ramirense-Phase).
  • Grundriss: Dreischiffige Basilika mit rechteckigen Apsiden und einer verborgenen Kammer (Camera Santa).
  • Dekoration: Medaillons, Alfiz-Formteile und Wandmalereien im Innenraum.

Santa María del Naranco

Ursprünglich als Lustschloss für König Ramiro I. erbaut, später in eine Kirche umgewandelt. Das Gebäude ist zweistöckig und rechteckig. Im zweiten Stock gibt es eine zentrale Kammer und zwei Balkone mit Bögen auf Doppelsäulen. Das Äußere ist schlicht, fast ohne Gesimse, mit Medaillons an den Fenstern.

Die Romanik

Die erste einheitliche christliche Kunst in Europa, Erbe der römischen Tradition. Historischer Kontext: Die Angst vor dem Jahr 1000 (Apokalypse des Johannes). Feudalsystem und kirchliche Macht spiegeln sich in der Kunst wider. Die Ausbreitung der Klöster (Benediktiner) und Pilgerfahrten (Reliquienverehrung) führten zu einer Vereinheitlichung der Kunst. Wichtige Orte: Heiliges Land, Rom und Santiago de Compostela. Der Cluniazenserorden förderte diesen Prozess.

Architektur der Romanik

Die Architektur ist die dominante Kunstform. Merkmale:

  • Monumentalität: Nacheiferung der Römer.
  • Material: Steinquader (mit Steinmetzzeichen), im Inneren Füllmauerwerk.
  • Stützen: Sehr dicke Wände, wenige Fenster. Kreuzförmige Pfeiler (Bündelpfeiler).
  • Bögen: Rundbögen und Gurtbögen im Gewölbe.
  • Fassaden: Flankiert von Türmen, mit reicher ikonographischer Dekoration in den Portalen.

Klöster und regionale Stile

Die Reform von Cluny (Schwarze Mönche) und später die Zisterzienser (Weiße Mönche) prägten den Klosterbau. Die Kirche von Cluny war bis zum 16. Jahrhundert die größte der Welt.

  • Frankreich: Ursprung der Romanik. Große, helle Kirchen. In der Normandie Holzdecken, in der Provence römischer Einfluss. Poitiers und Angoulême haben Türme mit Schuppenmustern.
  • Italien: Starker Einfluss der Antike und Byzanz. Verwendung von farbigem Marmor statt Skulpturen. Das Ensemble von Pisa (Kathedrale, Campanile, Baptisterium) zeigt die Macht des Stadtstaates. Die Kathedrale hat einen lateinischen Kreuzgrundriss und orientalische Einflüsse bei den Bögen.
  • Spanien: (Text bricht hier ab).

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