Kunstgeschichte: Von der Romanik bis zur Renaissance
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Der Kontext der Renaissance: Wiedergeburt der Antike
Die Renaissance (Wiedergeburt) versteht sich als das Wiederaufleben der klassischen Antike in Italien während des 15. Jahrhunderts. In Italien war die mittelalterliche Kunst nie so tief verwurzelt wie in anderen Teilen Europas; der Klassizismus war dort stets präsent. Die Renaissance ist eine italienische Kunstbewegung, die sich schließlich über ganz Europa ausbreitete. Es ist jedoch schwierig, einen einheitlichen Stil festzulegen, da beispielsweise in Flandern im 15. Jahrhundert mit Künstlern wie Van Eyck eine andere Schule als die rein mittelalterliche entstand.
Humanismus und der Wandel des Weltbildes
Die kulturelle Renaissance war eng mit dem Humanismus verbunden. Dieser brachte eine neue Leitidee hervor: den Anthropozentrismus im Gegensatz zum mittelalterlichen Theozentrismus. Die klassische Kultur wurde wiederentdeckt und das kirchliche Denken durch die Fokussierung auf das menschliche Wesen ersetzt.
Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen
Aus wirtschaftlicher Sicht führte der Wohlstand zur Errichtung von Fördersystemen durch Sponsoren. Diese Mäzene spielten eine zentrale Rolle: In einer ersten Phase waren dies Familien wie die Medici, in einer zweiten Phase die Päpste. Politisch gesehen kam es zur Schaffung neuer Nationalstaaten, während Italien selbst in kleine Gebiete wie Florenz und Rom unterteilt blieb.
Die Ära der Genies: Quattrocento und Cinquecento
Im 15. Jahrhundert (Quattrocento) und 16. Jahrhundert (Cinquecento) verschwand die Anonymität der Künstler, und große Genies der Kunst traten hervor. Diese wurden sozial als gebildete Männer angesehen, deren Genie hochgeschätzt wurde. In dieser Zeit wurden zudem bedeutende kunsttheoretische Verträge und Traktate verfasst. Am Ende der Renaissance folgte der Übergang zum Manierismus.
Der Kontext der Romanik und Gotik im Mittelalter
Im Mittelalter entstanden zwei bedeutende Schulen: die romanische und die gotische Kunst. Die Romanik entstand im 10. Jahrhundert, während die Gotik im 12. Jahrhundert folgte. Über einen gewissen Zeitraum existierten beide Stile nebeneinander, bevor die Gotik die Romanik schließlich vollständig ablöste.
Verbreitung und regionale Ausprägungen
Diese Stile besetzten weite Teile Westeuropas. Die reichsten Zeugnisse romanischer Kunst finden sich in Spanien, Deutschland und Frankreich. Frankreich bildete jedoch früh einen Abzweig zur Gotik aus und wurde zusammen mit England und Spanien zu einem der bedeutendsten Länder für diesen Stil.
Die maßgebliche Rolle der Kirche
Die Rolle der Kirche war in beiden Perioden entscheidend. Als höchste Autorität des Mittelalters beeinflusste sie die Kunst in allen Bereichen:
- Malerei: Sie war nicht übermäßig entwickelt und stellte fast ausschließlich religiöse Motive dar. Am häufigsten war die Darstellung des Pantokrators, gelegentlich auch der Jungfrau Maria. Gegen Ende der Gotik wurden die Themen zunehmend humanisiert.
- Architektur: Hier wandelte sich das Bild von den romanischen Wallfahrtskirchen hin zu monumentalen gotischen Kathedralen, die zum Mittelpunkt des städtischen Lebens wurden.
- Skulptur: Der kirchliche Einfluss manifestierte sich in religiösen Themen wie dem gekreuzigten Christus, der Jungfrau mit dem Kind sowie Reliefs an architektonischen Räumen, die biblische Szenen wie die Apokalypse darstellten.
In der romanischen Kunst flossen zwei scheinbar widersprüchliche Aspekte zusammen: der ausgeprägte Regionalismus und ihr gleichzeitig internationaler Charakter.