Die Küste: Ökosysteme, Dynamik und Morphologie

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Definition der Küste

Die Küste ist der Landstrich zwischen der oberen und unteren Grenze des Küstenbereichs und den angrenzenden Gebieten, die unter dem direkten Einfluss des Meeres stehen. Sie bildet die Kontaktzone zwischen Land und Meer.

Die Küste als Schnittstelle

An der Küste interagieren vier Subsysteme:

  • Erdatmosphäre: Diese Bereiche weisen aufgrund des hohen Feuchtigkeitsgehalts, der Salzpartikel und der Winde besondere Eigenschaften auf, die Strömungen, Wellen sowie das Leben und die Geologie beeinflussen.
  • Hydrosphäre: Bestehend aus marinen Gewässern, ist sie das wichtigste Element für die Modellierung der Geologie und dient als Lebensraum für viele Küstenregionen.
  • Geosphäre: Bestimmt durch Materialien, Form, Lithologie und geologische Prozesse, fungiert sie als externer Einfluss auf die Küste.
  • Biosphäre: Die biologische Gemeinschaft weist eine große Vielfalt an Lebensräumen auf, die durch die Wechselwirkung mariner und terrestrischer Ökosysteme entstehen.

Küstenzonierung

Die Grenzen des Küstenstreifens sind unscharf und variabel:

  • Supralitoral: Der Streifen zwischen der Hochwasserlinie und der Begrenzung der Wellenbewegung bei großen Stürmen. Hier beginnt die terrestrische Vegetation.
  • Foreshore (Gezeitenzone): Der Küstenstreifen zwischen der Ebbe-Linie (niedrigster Wasserstand) und der Flut-Linie (höchster Wasserstand).
  • Sublitoral: Dieser Bereich beginnt unterhalb der Gezeitenzone und reicht bis zur unteren Grenze der Wellenbewegung.

Dynamik der Küste

Wellen und Küstenerosion

Wellen sind das wichtigste Mittel der Küstenmodellierung. Sie wirken durch Erosion und Sedimentation. Sie transportieren Materialien durch Lösung, Suspension, Saltation und Traktion.

Küstenströmungen

Die Küstenströmung (Longshore Drift) verläuft parallel zur Küste und wird durch vorherrschende Winde beeinflusst. Sie kombiniert sich oft mit der Wellenbewegung.

Gezeiten

Gezeiten sind ein bedeutender sedimentärer Faktor, besonders in flachen Küstengewässern wie Teichen, Sümpfen oder Wattflächen.

Küstenmorphologie

Die Küstenmorphologie beschreibt die Form und das Relief der Küste als Ergebnis geologischer Prozesse über lange Zeiträume.

Klippen und Abriebplattformen

Klippen entstehen durch kontinuierliche Erosion. Am Fuß der Klippe bildet sich oft eine Abriebplattform.

Strände und Küstenformen

Strände entstehen durch die kombinierte Wirkung von Wellen und Strömungen. Weitere Küstenformen sind:

  • Pfeile: Sandablagerungen, die von der Küste ausgehen.
  • Küstenbars: Ähnlich wie Pfeile, aber isoliert von der Küste.
  • Tombolos: Ehemalige Pfeile, die eine Insel mit dem Festland verbinden.
  • Albuferas: Lagunen, die durch Pfeile vom Meer abgetrennt wurden.

Rias, Fjorde und Deltas

  • Rias: Überflutete Flusstäler durch tektonische Senkungen oder Meeresspiegelanstieg.
  • Fjorde: Durch Gletscher geformte, U-förmige Täler, die überflutet wurden.
  • Deltas: Sedimentablagerungen an Flussmündungen bei schwachen Meeresströmungen.
  • Ästuare: Mündungsbereiche mit starken Gezeitenströmungen.

Küsten-Gemeinschaften

Terrestrische Küstengemeinschaften

In der Supralitoral-Zone finden sich halophile Pflanzenarten, die hohe Salzkonzentrationen im Boden und in der Luft vertragen. Die Tierwelt umfasst zahlreiche Wirbeltiere, insbesondere Vögel und Insekten.

Marine Küstengemeinschaften

Diese Gruppe umfasst Organismen der Gezeitenzone und des Sublitorals:

  • Pelagisch: Organismen, die im Wasser schwimmen (z. B. Plankton).
  • Benthisch: Organismen, die auf dem Meeresboden leben (z. B. Korallen, Algen, Muscheln).
  • Nektonisch: Aktive Schwimmer wie Fische und Meeressäuger.

Plankton

Plankton besteht aus mikroskopischen Organismen, die bis zu einer Tiefe von 200 Metern schweben:

  • Phytoplankton: Photoautotrophe Organismen nahe der Oberfläche.
  • Zooplankton: Heterotrophe Arten.

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