La Celestina: Analyse des Meisterwerks von Fernando de Rojas
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Einführung und Autorschaft
Im späten fünfzehnten Jahrhundert wurde ein Meisterwerk der hispanischen Literatur veröffentlicht: La Celestina. Es wurde im sechzehnten Jahrhundert nicht nur in Spanien zum Bestseller, sondern auch in anderen Ländern auf Kastilisch gedruckt und in viele Sprachen übersetzt. Bezüglich der Autorschaft ist allgemein anerkannt, dass die Akte II bis XXI das Werk von Fernando de Rojas sind; der erste Akt könnte das Werk von Rodrigo Cota sein.
Zusammenfassung der Handlung
Die Handlung ist komplex. In der ursprünglichen Fassung der Komödie wird Calisto von Melibea abgewiesen. Auf Anraten seines Dieners Sempronius wendet er sich an die Kupplerin Celestina. Celestina überzeugt Melibea, eine Affäre mit Calisto zu beginnen. Sempronius und Calistos anderer Diener, Pármeno, fordern ihren Anteil an der Beute von den Liebenden. Dies wird ihnen verweigert, woraufhin sie Celestina ermorden. Als Calisto Melibea verlässt, stürzt er von einer Leiter und stirbt. Melibea begeht Selbstmord, indem sie sich von einem Turm ihres Hauses stürzt, nachdem sie die Klagen ihres Vaters über die Welt, das Glück und die Liebe gehört hat.
In der Version von 1502 wird das Werk erweitert: Die Liebenden sterben nicht sofort nach der ersten Liebesnacht. Calisto stirbt, als er versucht, seine Diener zu verteidigen, die er zu Elicia und Areúsa (Celestinas Schülerinnen und die Geliebten von Pármeno und Sempronius) geschickt hatte, welche auf Rache aus waren.
Genre: Drama oder Dialogroman?
Kritiker bezeichnen es als Drama, da es nur aus Figuren in Worten besteht, ohne das Eingreifen eines Erzählers. Für andere ist es ein Dialogroman, der realistisch den sentimentalen Roman parodiert, insbesondere Das Gefängnis der Liebe (Cárcel de Amor). La Celestina wird dem Rahmen der humanistischen Komödie zugeordnet, die an Universitäten laut vorgelesen, aber nicht aufgeführt wurde. Das Werk übernimmt die Darstellung zeitgenössischer Fakten, die Handlung an verschiedenen Orten, die unbestimmte Dauer der Ereignisse, lange Monologe und Antiklerikalismus.
Dramatische Formen des Diskurses
- Dialog: Wechselnde lange und rhetorische Interventionen mit großen Repliken, unterbrochen von kurzen Wortwechseln und Gegenreden.
- Monolog: Wird in der Einsamkeit der Figuren verwendet, um ihre Schwächen, Ängste und Absichten darzustellen.
- Auseinander (Beiseite/Aside): Der Mechanismus des typischen Humors der römischen Komödie funktioniert in La Celestina nicht immer humorvoll. In einigen Fällen hört die zweite Person nichts, in anderen wiederholt sie das Gesagte, oder gibt vor, nicht zuzuhören.
Zentrale Themen und Motive
Parodie der höfischen Liebe
Zu Beginn des Buches begeht Calisto den ersten Verstoß gegen die Regeln der höfischen Liebe, indem er die Wartezeit überspringt und Melibea seine Liebe erklärt, als er sie zum ersten Mal allein antrifft. Zudem wahrt der Herr das Geheimnis nicht, sondern erzählt Sempronius von seinen Abenteuern und folgt dessen Rat, indem er auf die Kupplerin zurückgreift. Dies entwertet die Figur Melibeas.
Magie und Aberglaube
Celestina setzt Magie ein, um Melibea für Calisto zu gewinnen. Die Kupplerin nutzt Philocaptia-Praktiken, von denen man glaubte, dass sie Liebe als Leidenschaft hervorrufen könnten (sie beschwört den Teufel).
Liebe als Wahnsinn (Amor Hereos)
Es taucht auch die Idee der Liebe als Wahnsinn auf. Zur Zeit, als Rojas das Werk verfasste, wurde dieses Gefühl als eine Art Wahnsinn (Amor Hereos) angesehen. Diese Entfremdung wird Melibea dazu bringen, sich selbst zu töten.
Körperliche Liebe und Sexualität
Die Liebe ist körperlich. Die Kupplerin sieht Vergnügen nicht nur in der geistigen Freude, sondern auch in den Ergebnissen des Geschlechtsverkehrs. Sexualität wird offen dargestellt: Die Dienerin Lucrecia ist bei den Treffen zwischen Melibea und Calisto anwesend, und Celestina möchte Pármeno und Areúsa beim Geschlechtsverkehr zusehen.
Kritik an der Liebe
Nach Calistos Unfalltod begeht Melibea Selbstmord. Dies veranlasst ihren Vater, Pleberio, in einem ergreifenden Monolog am Ende des Werkes eine scharfe Klage gegen die Liebe zu halten.
Zweck des Werkes
Einige Gelehrte sehen eine moralisierende Absicht (schlechtes Verhalten von Damen und Herren führt zum Tod aller). Andere sehen eine desillusionierte und pessimistische Weltsicht, die die Hilflosigkeit des Menschen gegenüber dem Schicksal betont.
Psychologische Merkmale der Celestina
- Klugheit: Sie weiß, wie sie beim Sprechen manipulieren muss, um Vorteile zu erzielen.
- Schmeichelei: Sie umgarnt Melibea mit Komplimenten.
- Beherrscht von Begierde: In ihrer Jugend war sie Prostituierte und Spionin beim Geschlechtsverkehr.
- Betrug: Sie erzielt ihren Gewinn durch Täuschung und Wahnvorstellungen.
- Bösartigkeit: Sie bezieht sich auf Pluto, den Gott der Unterwelt, und verbündet sich mit ihm.
- Gier: Sie verspricht eine Aufteilung des Gewinns, behält aber alles für sich.