Landwirtschaft und Industrie in der Industriellen Revolution
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Veränderungen in Landwirtschaft und Industrie in Großbritannien
Das „goldene Zeitalter“ der englischen Landwirtschaft zwischen 1800 und 1850, in dem die Früchte vorangegangener Änderungen geerntet wurden, leitete neue Transformationen ein, die als zweite landwirtschaftliche Revolution bis ins 20. Jahrhundert andauerten.
Technische Veränderungen in der Landwirtschaft
Ein zentrales Element war die Beseitigung der Brache und der Übergang zu kontinuierlichen Anbaumethoden. Die technischen Neuerungen umfassten:
- Ausweitung der Anbauflächen durch intensivere Techniken.
- Einführung neuer Fruchtfolgesysteme.
- Einsatz von mechanischem Kapital statt reiner Handarbeit.
- Höhere Produktivität pro Fläche durch effizientere Viehhaltung.
Institutioneller Wandel: Enclosures
Der institutionelle Wandel war eng mit den Enclosures (Einhegungen) verknüpft. Dies beinhaltete die Privatisierung von Gemeindeland und die Zusammenlegung von Openfields. Dies führte zu einer Neudefinition der Eigentumsrechte und einer stärkeren Polarisierung der Betriebsgrößen.
Organisatorische Veränderungen
Es bildete sich eine neue Produktionsstruktur heraus, die durch kapitalistische Betriebe geprägt war, ohne die kleinen Familienbetriebe vollständig zu verdrängen. Die Produktion basierte nun auf einer Trilogie: Eigentümer, große Pächter und Lohnarbeiter.
Veränderungen in der Industrie
Die Industrie bildete den Kern der Industriellen Revolution (RI). Die Textilindustrie, insbesondere die Woll- und Baumwollverarbeitung, nahm hierbei eine Vorreiterrolle ein.
Mechanisierung der Textilindustrie
Die Mechanisierung verlief in Schüben:
- 1733: Erfindung des Flying Shuttle (Webschiffchen), was zu einem Engpass in der Spinnerei führte.
- 1765: Spinning Jenny von Hargreaves.
- 1769: Water Frame von Arkwright.
- 1779: Mule von Crompton.
- 1787/1822: Einführung mechanischer Webstühle durch Arkwright und Roberts.
Die Stahlindustrie
Die englische Eisenherstellung stand im 18. Jahrhundert vor der Herausforderung von Kohlemangel und Entwaldung. Die Lösung brachte die Nutzung von Steinkohle:
- 1709: Abraham Darby nutzte erstmals Koks im Hochofen.
- 1784: Henry Cort entwickelte das Puddelverfahren in Kombination mit Walzwerken.
Dies machte England zum weltweit führenden Produzenten und Exporteur von Eisen.
Die neue Energiequelle: Dampf
Die Industrialisierung war untrennbar mit der Nutzung der Dampfkraft verbunden. Sie ermöglichte eine massive Steigerung der Arbeitsproduktivität und die räumliche Verlagerung von Unternehmen. Bis 1870 entsprach die britische Dampfleistung der Kraft von 40 Millionen Menschen, was die traditionellen Energieformen (wie Wasserkraft) weit in den Schatten stellte.