Las Cortes de Cádiz und die Verfassung von 1812

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Der Beginn des Liberalismus in Spanien fand im Jahre 1812 während der Dauer des Unabhängigkeitskrieges (GI) statt und wurde durch die Cortes von Cádiz zum Ausdruck gebracht.

Der Prozess der Cortes von Cádiz

Der Prozess der Cortes von Cádiz begann in der Obersten Junta Central. Die Eröffnung des Parlaments fand am 24. September 1810 auf der Isla de León statt, bevor es im Februar 1811 nach Cádiz umzog. In der ersten Sitzung wurde die nationale Souveränität durch ein Dekret des Parlaments angenommen. Dieses formulierte die Grundsätze des neuen Regimes, die Aufteilung der Zuständigkeiten (Gewaltenteilung) und die Immunität der Abgeordneten. Darüber hinaus wurde Ferdinand VII. als König anerkannt und sein Rücktritt für nichtig erklärt.

In den Cortes von Cádiz versuchte man, das politische, wirtschaftliche und soziale System durch zwei Initiativen zu reformieren: die Schaffung eines neuen Staates durch eine Verfassung und die Regelung der Grundlagen des Herrschaftssystems (HR).

Die Verfassung von 1812: „La Pepa“

Die erste spanische Verfassung wurde am 19. März 1812 verkündet. Sie wurde vom Volk als „La Pepa“ getauft, da sie am Tag des Heiligen Josef (San José) ausgestellt wurde.

Die wichtigsten Artikel der Verfassung befassen sich mit:

  • Regierungsform: Moderate Erbmonarchie.
  • Nationale Souveränität.
  • Wahlsystem: Indirektes allgemeines Wahlrecht für Männer.
  • Verteilung der Zuständigkeiten (Gewaltenteilung):
    • Exekutive: Der König, ausgeübt durch die Minister.
    • Legislative: Die Cortes (Parlament).
    • Judikative: Die Gerichte.
  • Rechte:
    • Freiheit und Eigentum.
    • Verfahrensrechte und Gleichheit vor dem Gesetz.
    • Die Freiheit der Presse.
    • Grundbildung.
  • Jeder muss zum Staat beitragen (wirtschaftliche Unterstützung).
  • Der Staat ist konfessionell (Beichtstuhl). Nur die öffentliche Ausübung der katholischen Religion ist gestattet.
  • Zentralisiertes Planungsmodell.
  • Nationales Militärkorps in jeder Provinz.

Darüber hinaus wird die Nation als Gemeinschaft der Bürger beider Hemisphären definiert, wobei die Gleichstellung zwischen den Bewohnern der Halbinsel und den Amerikanern festgelegt wurde. Die Befugnisse des Königs wurden reduziert und er musste diese gemeinsam mit dem Parlament ausüben.

In diesem Werk sehen wir den Einfluss von Denkern wie Locke, Montesquieu und Rousseau u. a. Die Verfassung war bis zur Rückkehr von Ferdinand VII. im Jahre 1814 in Kraft. Sie trat erneut im Jahr 1820 mit dem Aufstand von Riego (Bewässerung) bis 1823 in Kraft. Zudem gab es eine dritte Periode zwischen 1836 und 1837.

Die legislative Arbeit und Reformen

Die Cortes von Cádiz versuchten Maßnahmen zur Demontage des sozialen und wirtschaftlichen Ancien Régime (AR) umzusetzen:

  • Abschaffung der feudalen Gerichte: Dies ermöglichte eine effektive Gleichheit vor dem Gesetz.
  • Abschaffung der Zünfte: Diese waren ein Hemmschuh für die neuen kapitalistischen Produktionsbeziehungen.
  • Desamortisation (Entziehung): Diese wurde durchgeführt, um das Problem der Staatsschulden zu lindern.
  • Abschaffung der Inquisition: Sie wurde als Hindernis für die Freiheit und die Entwicklung der Wissenschaft angesehen.

Die Arbeit der Cortes von Cádiz führte in Spanien liberale Prinzipien ein, wie die parlamentarische Monarchie, die Gewaltenteilung und die Gleichheit vor dem Gesetz. Dies begründet ihre historische Bedeutung als Modell für die Liberalen des 19. Jahrhunderts. Jedoch waren ihre Wirksamkeit und Tragweite begrenzt. In einem Land im Kriegszustand, das von einer fremden Armee besetzt war und in dem die Menschen extrem an den alten Traditionen des Ancien Régime (AR) festhielten, konnten nur sehr wenige Maßnahmen tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden – zumindest während der ersten Amtszeit.

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