Lateinische Grammatik: Konjunktiv, Imperativ und Konjunktionen

Eingeordnet in Englisch

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 5,31 KB

Der Konjunktiv (Subjunktiv)

Der Konjunktiv ist ein Modus, der verwendet wird, um eine Maßnahme oder Handlung auszudrücken, die in den Gedanken existiert und die subjektive Einstellung oder den Willen (Voluntas) der sprechenden Person wiedergibt. Er dient der Äußerung von Wünschen (Exhortatio), Vermutungen, Zweifeln, Möglichkeiten und Irrealität. Seine Verwendung findet sich vor allem in der Konstruktion von untergeordneten Sätzen (Subordination). Die Zeiten des Konjunktivs sind das Präsens und das Imperfekt sowie deren Perfektformen: das Perfekt und das Plusquamperfekt.

Konjugationsbeispiele im Konjunktiv

  • amo, -as, -are: Präsens = amem, Imperfekt = amarem, Perfekt = amaverim, Plusquamperfekt = amavissem
  • moneo, -es, -ere: Präsens = moneam, Imperfekt = monerem, Perfekt = monuerim, Plusquamperfekt = monuissem
  • mitto, -is, -ere: Präsens = mittam, Imperfekt = mitterem, Perfekt = miserim, Plusquamperfekt = misissem
  • audio, -is, -ire: Präsens = audiam, Imperfekt = audirem, Perfekt = audiverim, Plusquamperfekt = audivissem

Der Imperativ

Der Imperativ Präsens ist immer aktiv und hat nur zwei Personen: die zweite Person Singular und die zweite Person Plural. In der zweiten Person Singular besteht diese Zeitform aus dem reinen Stamm ohne modale oder zeitliche Endungen sowie ohne Personalendungen. Im Gegensatz dazu fügt die zweite Person Plural das Morphem -te an den Stamm an. Die Verben der 3. Konjugation nehmen nach dem Stamm einen Bindevokal an: In der zweiten Person Singular wird ein -e und in der zweiten Person Plural ein -i gesetzt.

Beispiele für den Imperativ

  • amo, -as, -are: ama, amate
  • moneo, -es, -ere: mone, monete
  • mitto, -is, -ere: mitte, mittite
  • audio, -is, -ire: audi, audite
  • sum: es, este

Die Konjunktion CUM

Cum ist eine Verbindung zur Einführung von adverbialen Nebensätzen, die einem Adverb oder einer adverbialen Bestimmung (CC) entsprechen. Sie drückt Umstände der Zeit, des Ortes oder der Ursache des Hauptsatzes aus. Die Verbindung cum kann mit dem Konjunktiv oder dem Indikativ stehen, abhängig davon, ob sie eine Realität oder einen Wunsch ausdrückt.

Verwendung mit dem Indikativ

Wenn die Kombination indikativ ist, hat das Verb nach cum einen zeitlichen Wert und Sinn (wann, in dem Moment).

Verwendung mit dem Konjunktiv

Wenn das Verb im Konjunktiv steht, hat cum mehrere Werte:

  • Temporal-Kausal: Wenn das Verb im Imperfekt oder Plusquamperfekt steht. Es bedeutet „als“ oder „nachdem“ (seit wann). Es ist gleichbedeutend mit einem Partizip (Gerundium): einfach beim Imperfekt und zusammengesetzt beim Plusquamperfekt.
  • Kausal: Wenn das Verb im Präsens oder Perfekt steht. Dies bedeutet „da“ oder „weil“.
  • Konzessiv: Wenn im Hauptsatz ein Adverb wie tamen vorkommt. Es bedeutet „obwohl“.

Die Konjunktion QUOD

Die Verbindung quod kann mit dem Indikativ oder Konjunktiv stehen, je nachdem, ob eine reale oder eine angenommene Idee ausgedrückt wird. Sie besitzt zwei Grundwerte:

  • Faktisch (Voll): Führt Subjektsätze oder Objektsätze (CD) ein, die materielle Handlungen unterordnen. Es bedeutet „die Tatsache, dass“.
  • Kausal: Führt einen untergeordneten adverbialen Kausalsatz ein. Es bedeutet „da“ oder „weil“.

Zudem kann quod als neutrales Relativpronomen, als relatives Adjektiv oder zur Einleitung von untergeordneten Interrogativsätzen (Substantivsätze) fungieren.

Die Konjunktionen UT und NE

Wie andere Verbindungen können ut und ne mit dem Indikativ oder Konjunktiv stehen.

Verwendung mit dem Indikativ

  • Komparativ: Bedeutet „wie“ oder „auf die gleiche Weise“.
  • Temporal: Bedeutet „als“, „sobald“ oder „während“.

Verwendung mit dem Konjunktiv

  • Substantivisch (Voll): Führt untergeordnete Substantivsätze ein. Dies ist abhängig von Verben der Sorge, des Befehls, der Entscheidung oder der Absicht. Es bedeutet „dass“ (oft im Deutschen mit Infinitiv). Die Konjunktionen sind ut oder ne, wobei ne für negative Unterordnungen verwendet wird.
  • Konsekutiv: Folgt auf Verben, die eine erreichte Handlung anzeigen. Es bedeutet „dass“ oder „sodass“. Ut non wird für die negative Folge verwendet.
  • Konzessiv: Wird oft mit tamen im Hauptsatz verwendet. Es bedeutet „obwohl“.
  • Final: Drückt eine Absicht oder einen Zweck aus. Es bedeutet „damit“ oder „um zu“ (+ Infinitiv).

Verwandte Einträge: