Lazarillo de Tormes (1554) – Leben, Struktur & Stil
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Lazarillo de Tormes (1554): Leben & Bedeutung
Lazarillo de Tormes — Das Leben des Lazarillo de Tormes und seiner Geschicke und Missgeschicke (1554). Es ist ein anonymes Buch.
Mehrere Meister dienen als Stationen und präsentieren eine Galerie verschiedener menschlicher Typen, doch es ist Lazarillo, der als originelle Figur dargestellt wird:
- Lazarillo ist ein unschuldiges Kind, das durch grausame Erfahrungen zur Erkenntnis der Wirklichkeit und der Werte gelangt. So entsteht die Figur des pícaro (Schelm).
- Lazarillo ist ein Junge von niederer Herkunft, ein Antiheld, der kämpfen muss, um zu überleben.
Struktur
Das Werk steht im Mittelpunkt; das Buch ist in einen Prolog und sieben Tratados (Verträge) gegliedert. Die Entwicklung der Handlung verläuft in gemächlichem Tempo in den ersten drei Tratados, nimmt aber in den folgenden an Fahrt auf.
Stil
Die Einfachheit des Stils und die Natürlichkeit sind Ergebnis von Einflüssen der Renaissance. Der Wortschatz ist umgangssprachlich, reich an Sprichwörtern und Redensarten sowie voller Ironie und kritischer Anspielungen.
Schulische und religiöse Prosa
Die didaktische Prosa
Der spanische Humanismus behandelt moralisch-ethische, religiöse, historische und politische Themen meist mit kritischem Geist.
Highlights
- Juan de Valdés: Sein wichtigstes Werk ist der Diálogo de la lengua; er gibt Ratschläge zur Verwendung des Kastilischen.
Die religiöse Prosa
Sie umfasst viele Themen: Leben der Heiligen, biblische Kommentare und theologische Reflexionen.
Hervorzuhebende Autoren:
- San Juan de la Cruz: Er schrieb in Prosa und Poesie und beschrieb mystische Erfahrungen in seinen Werken.
- Fray Luis de León: Zu seinen Prosatexten gehören verschiedene Übersetzungen (z. B. das Lied der Lieder) sowie ein Traktat über die Rolle christlicher Frauen (La perfecta casada / „Die vollkommene Ehefrau“).
- Reflexionen in Form eines Dialogs über die Namen, die den heiligen Büchern gegeben werden, um Christus zu bezeichnen (In the Name of Christ).
Santa Teresa de Jesús
- Autobiographische Bücher: Libro de la vida („Buch des Lebens“), Libro de las fundaciones („Buch der Stiftungen“).
- Mystische Werke: Die innere Burg (span. Las Moradas).
Alle diese Werke haben gemeinsame Elemente, insbesondere die Beschreibung und Deutung mystischer Erfahrungen.