Lazarillo de Tormes: Analyse und Zusammenfassung

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Prolog: Die Rechtfertigung der Lebensgeschichte

Die Funktion des Prologs: Die Funktion des Prologs ist es, Lázaros Lebensgeschichte zu rechtfertigen und zu erzählen. Er fasst die Gründe für diese Rechtfertigungen zusammen. Die Begründung liegt darin, dass es ein großes Verdienst ist, aus Armut zu Reichtum und einem Vermögen zu gelangen, während es weniger Verdienst ist, bereits reich geboren zu sein und diesen Status nur beizubehalten.

Wie nennt man diesen Stil? Es handelt sich um den Briefstil.

Traktat 1: Lázaro und der Blinde

Was bedeuten diese Sätze und der Stil des Ausdrucks? Glaubst du, dein Vater ist gesegnet? Es geht um universelle Wahrheiten (Anteporal). Lázaro hofft, dass sein Vater im Jenseits gesegnet ist. Wenn die Absicht des Diebstahls gut war, bezieht sich dies auf die Glückseligkeit.

Welche historische Referenz erlaubt uns die Datierung? Es wird ein Kreuzzug erwähnt, ein „Feldzug gegen die Mauren“. Im siebten Traktat wird zudem ein Kaiser in Toledo erwähnt, was mit der Eroberung Amerikas und Karl V. in Verbindung steht.

Was meint der Protagonist mit „den Guten“? Ist das eine ethische Haltung? Mit „den Guten“ meint er reiche, gebildete und einflussreiche Personen. Es ist keine ethische Haltung im reinen Sinne, sondern eher verwerflich und opportunistisch. Es beschreibt gierige Menschen, die nur an ihren Finanzen interessiert sind.

Warum ändert Lázaro seine Meinung über den Liebhaber seiner Mutter? Weil dieser Nahrung und Geld brachte, was ihre Not linderte.

Welche Reflexion stellt der Junge nach der Erfahrung mit dem Steinbullen an? Am Eingang von Salamanca stand ein Steinbuller. Der Blinde sagte Lázaro, er solle sein Ohr daran halten. Dann schlug er Lázaros Kopf gegen den Stein. Lázaro erwachte aus seinem „Traum der Kindheit“ und lernte, dass er in der Welt auf sich allein gestellt ist.

Moralische Qualitäten des Blinden: Er ist bösartig, aber listig und klug. Er ist gierig, da er Lázaro kaum füttert, aber er ist auch ein Lehrmeister der Überlebenskunst.

In welchen Provinzen spielt dieser Traktat? In Toledo und Salamanca.

Traktat 2: Der Priester von Maqueda

Drei Adjektive für den Kleriker: Gierig, selbstsüchtig und völlig glaubenslos. Er ist ein Parasit, der nur seinen eigenen Bauch füllen will.

Wann durfte Lázaro im Haus des Klerikers essen? Nur samstags (Schlachtabfälle) und wenn jemand starb, weshalb Lázaro ironischerweise für den Tod von Menschen betete, um satt zu werden.

Erklärung der List mit der Truhe: Lázaro besorgt sich heimlich einen Schlüssel für die Brottruhe. Er isst das Brot und schiebt es auf Mäuse. Später behauptet er, eine Schlange sei im Haus. Am Ende wird der Schlüssel in Lázaros Mund entdeckt, während er schläft.

Traktat 3: Der arme Junker (Escudero)

Welche Vorsichtsmaßnahmen trifft Lázaro angesichts des Elends seines Herrn? Da sein Herr nichts zu essen hat, geht Lázaro selbst betteln und teilt das Essen mitleidig mit seinem Meister.

Wie wird der Junker charakterisiert? Als Lügner, der versucht, den Schein von Wohlstand und Ehre zu wahren, obwohl er in absoluter Armut lebt.

Welche Gefühle empfindet Lázaro für seine Herren? Mitleid für den Junker, Verachtung für die Gier des Blinden und des Klerikers, aber auch Dankbarkeit für die Lektionen des Blinden. Der wichtigste Faktor für den Beziehungswechsel ist stets der Hunger.

Ein amüsantes Ereignis: Lázaro hört bei einem Begräbnis, dass der Tote in ein „dunkles Haus“ gebracht wird. Er glaubt, damit sei das Haus seines Herrn gemeint, und rennt erschrocken nach Hause.

Thema der ersten drei Traktate: Der Kampf ums Überleben und der Hunger. Lázaro lernt von jedem Meister: Vom Blinden die List, vom Priester die Erfindungskraft und vom Junker den Stolz und das Misstrauen.

Traktat 4 und 5: Der Mönch und der Ablasskrämer

Funktion des 4. Traktats: Kritik an der Kirche. Der Mönch erfüllt seine religiösen Pflichten nicht und ist ständig unterwegs.

Rolle Lázaros und die Ablassbriefe (Bullen): Lázaro ist hier eher ein Zuschauer. Die „Bullen“ waren Sündenvergebungen, die von der Kirche gewinnbringend verkauft wurden.

Traktat 6: Der Kaplan

Lázaros Lage: Er arbeitet als Wasserträger, verdient erstmals eigenes Geld und kann sich ordentliche Kleidung kaufen.

Dauer der Tätigkeit: Er verbrachte vier Jahre bei dem Kaplan.

Traktat 7: Der Stadtausrufer

Beziehung zur Prophezeiung des Blinden: Der Blinde prophezeite, dass Lázaro mit Wein seinen Lebensunterhalt verdienen würde. Nun ist er Stadtausrufer für Wein in Toledo.

Das Gemurmel über Lázaros Frau: Die Leute sagen, seine Frau habe ein Verhältnis mit seinem Herrn, dem Erzpriester.

Moralischer Standpunkt: Lázaro hat zwar materiellen Wohlstand erreicht, aber moralisch hat er kapituliert, da er die Untreue seiner Frau für seine soziale Sicherheit ignoriert.

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