Legitimität und Formen politischer Macht

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Rechtliche Gültigkeit vs. soziale Wirksamkeit

Wenn wir fragen, ob eine Regel illegal oder legal ist, stehen wir vor der Frage der rechtlichen Gültigkeit. Dies entspricht dem Recht zu herrschen und wird verwendet, um Verfassungen und internationale Verträge zu bewerten.

Wenn wir hingegen nach der Gültigkeit einer sozialen Norm fragen, verweisen wir auf die soziale Wirksamkeit. Die Soziologie untersucht diesen Aspekt, da sich die Meinungen der Menschen ändern können. Die Kraft einer sozialen Norm kann im Laufe der Zeit variieren, bis hin zum Verlust der Geltung durch Nichtgebrauch.

Argumente zur Legitimation politischer Macht

Im Laufe der Geschichte haben verschiedene Autoren die Frage nach der Legitimität politischer Macht durch unterschiedliche Argumente beantwortet:

  • Theologische Argumente: Politische Macht existiert, weil Gott es so wollte. Es wurde eine Hierarchie geschaffen, in der einige das Kommando führen und der Rest gehorchen muss.
  • Naturalistische Argumente: Politische Macht ist eine Notwendigkeit der menschlichen Spezies. Wie bei anderen Tiergruppen leben Menschen in politischen Gemeinschaften, in denen Regierende und Regierte existieren, wie Aristoteles argumentierte.
  • Funktionalistische Argumente: Viele moderne Philosophen argumentieren, dass politische Macht nützlich und vorteilhaft ist, um gesellschaftliche Ordnung und ein friedliches Miteinander zu gewährleisten.

Modi der politischen Macht

Aristoteles untersuchte in seiner Verfassungslehre politische Modelle anhand zweier Kriterien: der Anzahl der Herrschenden und deren Zielsetzung (Interesse der Herrscher vs. Gemeinwohl).

Demokratie: Regierung des Volkes

Der Begriff leitet sich vom griechischen Kratos (Macht) und Demos (Volk) ab. Hier liegt die Legitimität bei den Menschen.

Griechische Wurzeln

  • Regierung durch die Volksversammlung.
  • Exklusives Modell mit direkter Beteiligung.

Ähnlichkeiten zur heutigen Demokratie

  • Rationale Argumente als Grundlage der Legitimität.
  • Die Beziehung zwischen Bürgerschaft und Partizipation als grundlegendes Merkmal.
  • Die Bedeutung der politischen Bildung für funktionierende demokratische Prozesse.

Unterschiede zur heutigen Demokratie

  • Die Größe der Gemeinschaften war kompakter und wirtschaftlich unabhängiger.
  • Es gab keinen vom Staat getrennten Institutionenapparat.
  • Demokratie war ein Lebensweg, der sich auf die alltäglichen Probleme der Bürger konzentrierte.

Republikanisches Staatsverständnis

  • Die direkte Beteiligung des Volkes verschwindet.
  • Politische Macht ist nur dann vertretbar, wenn sie das Gemeinwohl der Bürger verfolgt.

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