Leitfaden zur Designmethodik: Prozesse, Rollen & Modelle
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Was ist eine Designmethode?
Eine Methode ist eine Reihe von aufeinanderfolgenden Schritten oder Empfehlungen, die sich auf ein Gestaltungsverfahren beziehen. Sie besteht aus mehreren Phasen, die darauf abzielen, die Natur des Problems zu verstehen, mögliche konzeptionelle Lösungsvorschläge zu generieren und schließlich die Umsetzung zu erarbeiten.
Warum eine Methode anwenden?
- Wirtschaftliche Gründe: Um greifbare Ergebnisse zu liefern, Termine einzuhalten und Ressourcen zu optimieren.
- Menschliche Gründe: Zur Verbesserung der menschlichen Leistungsfähigkeit. Wenn Mitarbeiter die Bedeutung ihrer Arbeit und ihre spezifische Aufgabe im Prozess verstehen, führt dies zu einer positiven Korrelation und gesteigertem Engagement.
- Historische Gründe: Design erfordert einen Return on Investment. Daher müssen Fachleute ihre Entscheidungen mit logischen Argumenten untermauern und nicht nur auf Genialität vertrauen.
Phasen und Aktivitäten im Designprozess
Der Designprozess umfasst typischerweise die folgenden Aktivitäten:
- Kundenakquise und Auftragsdefinition
- Analyse des Forschungsbedarfs und der Marktanforderungen
- Erstellung von Spezifikationen für das Produktdesign
- Generierung von Ideen
- Screening und Vorauswahl von Ideen
- Definition von Alternativen
- Evaluation und Auswahl der finalen Lösung
- Konzeptionelle Definition der Lösung
- Detail-Engineering oder technisches Design
Techniken und Werkzeuge im Design
Werkzeuge sind Ressourcen, die Design-Ideen physisch unterstützen, während Techniken verfahrensorientiert sind. Sie werden entwickelt, um die Leistung des Designers bei der Ausführung einer Design-Aktivität zu verbessern und die Qualität der Ergebnisse zu steigern. Zu den üblichen Werkzeugen gehören Schreiben, Zeichnen, Berechnungen sowie digitale Hilfsmittel wie Plotter, Scanner und Software.
Klassifizierung von Designtechniken
Techniken werden je nach Art des Problems klassifiziert:
- Techniken zur Problemanalyse: Interviews, Fragebögen, Analyse optischer und funktionaler Ungereimtheiten, Dokumentationssuche.
- Techniken zur Lösungsfindung: Methoden zum Lösen mentaler Blockaden, Brainstorming, Synektik, Funktionsanalyse, morphologische Kästen.
- Evaluationstechniken
- Techniken zur Zuverlässigkeitsprüfung
Akteure und ihre Funktionen im Projekt
- Leitung (Management): Trägt die maximale Verantwortung, legt die Arbeitsmethode fest, verwaltet Ressourcen und trifft Entscheidungen.
- Planung und Kontrolle: Erstellt den Zeit- und Wirtschaftsplan für das Projekt und überwacht dessen Einhaltung.
- Kreative Gestaltung: Entwickelt passende Lösungen für festgelegte Anforderungen und ist für die Bewertung und Auswahl von Alternativen zuständig.
- Technische Berechnungen: Löst technische und technologische Probleme und quantifiziert die vorgeschlagenen Lösungen.
- Budgetierung und Wirtschaftsstudien: Erstellt Wirtschaftsberichte.
- Grafische Ausarbeitung und Modellierung: Erstellt Ansichten, Fertigungszeichnungen, Computergrafiken und Animationen.
- Informationsmanagement: Ist mit der Dokumentation des Projekts beauftragt.
- EDV-Systeme: Verantwortlich für Konzeption, Implementierung, Sicherheit und Wartung der IT-Infrastruktur.
- Administration: Bietet administrative Unterstützung (Kommunikation, Beschaffung, Buchhaltung etc.).
- Prototyping: Zuständig für den Bau der im Projekt verwendeten physischen Prototypen.
Organisationsmodelle für Designteams
Hierarchisches Modell
Rollen, Verantwortlichkeiten und die Befehlskette sind klar definiert und stabil. Die Struktur hängt von der Größe der Organisation ab, nicht von einem bestimmten Projekt.
Flexibles Organisationsmodell
Die Organisation wird „ad hoc“ für ein bestimmtes Ziel oder Projekt gebildet. Dies beinhaltet Management by Objectives, die Bildung von zweckgebundenen Teams und die Ernennung eines Projektleiters.
Divisionales Organisationsmodell
Ähnlich dem hierarchischen Modell, aber die Funktionen sind nach Tätigkeitsbereichen mit einem gemeinsamen Ziel oder nach Geschäftseinheiten (Divisionen) spezialisiert.