Leitfaden zu deutschen Nebensätzen: Arten und Beispiele

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Deutsche Nebensätze: Ein Überblick

Substantivsätze (Inhaltssätze)

Substantivsätze sind Nebensätze, die im Hauptsatz die Funktion eines Substantivs oder einer Nominalphrase übernehmen. Sie können Subjekt oder Objekt sein.

Einleitende Konjunktionen (Nexus): dass, ob, sowie Interrogativpronomen (Fragepronomen wie wer, was, wann).

Adjektivsätze (Relativsätze)

Adjektivsätze, auch Relativsätze genannt, übernehmen die Funktion eines Adjektivs. Sie beschreiben ein Substantiv oder Pronomen (das sogenannte Bezugswort) im Hauptsatz näher.

Sie werden durch Pronomen, Adjektive oder Adverbien eingeleitet, die sich auf das Bezugswort beziehen.

  • Relativpronomen: der, die, das, welcher, welche, welches
  • Relativadjektive: dessen, deren
  • Relativadverbien: wo, wohin, wie, wann

Arten von Relativsätzen

  • Spezifizierende (restriktive) Relativsätze: Beschränken die Bedeutung des Bezugswortes und sind für das Verständnis notwendig. Sie werden nicht durch Kommas abgetrennt. Beispiel: Die Studenten, die weit weg wohnten, kamen zu spät. (Bedeutet: Nur die Studenten, die weit weg wohnten.)
  • Erläuternde (nicht-restriktive) Relativsätze: Geben eine zusätzliche, nicht notwendige Information. Sie werden durch Kommas abgetrennt, was eine Pause in der Aussprache andeutet. Beispiel: Die Studenten, die weit weg wohnten, kamen zu spät. (Bedeutet: Alle Studenten kamen zu spät, und sie wohnten übrigens weit weg.)

Adverbialsätze

Adverbialsätze geben die näheren Umstände einer Handlung an. Man unterscheidet zwischen eigentlichen und uneigentlichen Adverbialsätzen.

Eigentliche Adverbialsätze

  • Lokalsätze (Ort): Geben einen Ort an. Nexus: wo, wohin. Beispiel: Springe, wohin du willst.
  • Temporalsätze (Zeit): Machen Angaben zur Zeit (vorher, gleichzeitig, nachher). Nexus: wann, als, während, sobald, nachdem. Beispiel: Springe, wann immer du willst.
  • Modalsätze (Art und Weise): Geben an, wie eine Handlung ausgeführt wird. Nexus: wie, als ob, indem. Beispiel: Springe, wie du willst.

Uneigentliche Adverbialsätze

  • Komparativsätze (Vergleich): Dienen dem Vergleich mit der Handlung im Hauptsatz. Sie verwenden korrelative Elemente (z.B. so ... wie, mehr ... als). Man unterscheidet Vergleiche der Gleichheit, Unterlegenheit und Überlegenheit.
  • Kausalsätze (Grund): Drücken die Ursache für eine Handlung aus. Nexus: weil, da. Beispiel: Ich bekam den Preis, weil ich gute Arbeit geleistet habe.
  • Konsekutivsätze (Folge): Drücken die Folge einer Handlung aus. Nexus: sodass, so ..., dass. Beispiel: Ich habe so gute Arbeit geleistet, dass ich den Preis bekam.
  • Finalsätze (Zweck): Drücken den Zweck oder die Absicht einer Handlung aus. Nexus: damit, um ... zu. Beispiel: Ich habe gute Arbeit geleistet, damit man mir den Preis gibt.
  • Konditionalsätze (Bedingung): Nennen eine notwendige Voraussetzung für die Handlung des Hauptsatzes. Nexus: wenn, falls, sofern. Beispiel: Wenn ich gute Arbeit leiste, bekomme ich den Preis.
  • Konzessivsätze (Einräumung): Drücken ein Hindernis oder einen Gegengrund aus, der aber die Handlung des Hauptsatzes nicht verhindert. Nexus: obwohl, obgleich, auch wenn. Beispiel: Obwohl es keine gute Arbeit war, gebe ich die Auszeichnung.

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