Leitfaden zur Diagnose und Problemanalyse in Projekten
Eingeordnet in Lehre und Ausbildung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 4,52 KB
Definition und Prozess der Diagnose
Die Diagnose ist der Prozess der Analyse, Messung und Interpretation, der dazu dient, Situationen und Probleme sowie die beteiligten kausalen Faktoren zu identifizieren. Sie hilft Führungskräften dabei, die notwendigen Hintergrundinformationen für die Planung zu erhalten.
Die drei Funktionen der Diagnose
- Deskriptiv: Beschreibend
- Erklärend: Ursachen aufzeigend
- Prädiktiv: Vorhersagend
Informationsquellen
Primärquellen:
- Interviews mit Informanten
- Fokusgruppen
- Spezifische Erhebungen (Fallstudien)
Sekundärquellen:
- Volkszählungen (Census) und Wirtschaftsstatistiken
- Haushaltsbefragungen zur Beschäftigung und andere
Die Bedeutung der Diagnose
Die Bedeutung der Diagnose liegt darin, dass sie Informationen über eine Problemsituation in Bereichen wie Bevölkerung, Lage und Defizite beschreiben und erklären kann. Sie bildet den notwendigen Hintergrund, um eine Interventionsstrategie korrekt zu planen.
Es ist unmöglich, eine Intervention richtig zu gestalten, ohne eine umfassende Analyse der Realität durchzuführen, in die eingegriffen werden soll. Die Diagnose ermöglicht die rationelle Verteilung der verfügbaren Ressourcen und ist ein zentrales Element der Beurteilung – sowohl während als auch nach der Umsetzung.
Sie muss im Einklang mit der Erfahrung und Kompetenz der Einrichtung stehen, für die sie erstellt wurde. Es ist wichtig, dass sie von einem multidisziplinären Team und unter Beteiligung der vom Problem Betroffenen vorbereitet wird. Die übermittelten Informationen müssen sachlich richtig, präzise abgegrenzt und wahrheitsgemäß sein.
Das Problem: Definition und Identifizierung
Ein Problem ist eine Situation, die als Unannehmlichkeit, Unzufriedenheit oder negativer Zustand bezeichnet wird. Es kann sich durch das Fehlen einer guten Sache oder die Existenz von etwas Schlechtem manifestieren. Dieser unbefriedigende Zustand kann von den betroffenen Personen nicht unabhängig gelöst werden.
Wie identifiziert man ein Problem?
Die Situation wird im Hinblick auf Abweichungen vom üblichen Niveau, dem Normalzustand oder einem Standard analysiert. Dies erfordert eine externe Referenz zur Erkennung. Dabei wird die Situation mit wünschenswerten Ebenen verglichen, die sich auf Werte und die Vision der Identifizierung beziehen.
Priorisierung von Problemen
- Größe: Anzahl der betroffenen Bevölkerung.
- Schweregrad (Gravity): Prozentualer Anteil als direkter Angriff auf das Leben oder die Lebensqualität (gegenwärtig oder zukünftig).
- Präventionsmöglichkeit: Umkehrbarkeit oder Durchführbarkeit bei potenziellen Problemen oder Risikofaktoren, welche die Lebensqualität der Zielgruppe untergraben.
- Bedeutung für die Gemeinschaft.
- Betroffene Biodiversität: Grad der Verschlechterung der natürlichen Ressourcen.
Quellen zur Problemerkennung
- Systematische Erfahrung
- Literaturrecherche
- Wahrnehmung der Bevölkerung
Regeln zur Identifizierung des Problems
- Schreiben Sie jede Fragestellung als einen eindeutigen negativen Zustand auf.
- Identifizieren Sie nur bestehende Probleme, keine möglichen oder potenziellen Probleme.
- Fokussieren Sie sich auf die Analyse eines Hauptproblems.
- Ein Problem ist nicht das Fehlen einer Lösung, sondern ein bestehender negativer Zustand.
Konzeptionelle Definition
Dies ist die literarische Darstellung des Konzepts, das mit dem Problem verbunden ist. Dadurch wird vermieden, dass es je nach Leser unterschiedlich interpretiert wird.
Wesentliche Schritte der Methode
- Analyse des Problems
- Analyse der Ziele
- Analyse der Alternativen
Logik des Vorgehens
- Identifizieren Sie die wichtigsten Probleme in der Situationsanalyse.
- Formulieren Sie das zentrale Problem.
- Definieren Sie die Auswirkungen des Problems und überprüfen Sie dessen Bedeutung.
- Ermitteln Sie die zentralen Ursachen des Problems.
- Erstellen Sie ein Diagramm des Kausalbaums.
- Prüfen Sie das Schema und verifizieren Sie die Gültigkeit.