Leitfaden zur Erstellung von Forschungsberichten
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Arten von Berichten
Der technische Bericht
Das Ergebnis ist ein übersichtlicher Bericht, der in Länge und Komplexität an die jeweilige Anforderung angepasst ist. Er lässt sich leicht in schematische und grafische Formate (z. B. PowerPoint-Präsentationen oder ähnliche Programme) integrieren.
Der Executive Report
Dies ist eine anspruchsvollere Version des technischen Berichts. Seine Hauptmerkmale sind Vereinfachung und Unmittelbarkeit. Besonderer Wert wird auf Empfehlungen gelegt, die sich aus den Ergebnissen ableiten und konkrete Maßnahmen zur Lösung eines Problems vorschlagen. Beispiele hierfür sind Berichte in den Bereichen Marketing, öffentliche Ordnung, Wirtschaft usw. Die Darstellung ist ebenso anspruchsvoll wie beim technischen Bericht, da beide Berichtsformen im Bereich von Marktentscheidungen und politischer Führung eingesetzt werden.
Der veröffentlichte Bericht
Dieser Bericht, der oft in Form von Pressemitteilungen für verschiedene Medien und deren Leserschaft aufbereitet wird, enthält eine Zusammenfassung der markantesten Ergebnisse der Untersuchung. In der Regel umfasst er nicht mehr als eine Seite und ähnelt im Format einem Zeitungsbericht. Der Schwerpunkt liegt auf den Ergebnissen, während technische und methodische Details weggelassen werden. Ein Beispiel wäre: „Erhöhte Herz- und Atemwegserkrankungen bei Frauen durch gestiegenen Schnupftabakkonsum.“
Ein Bericht muss eine innere Einheit und logische Konsistenz in der Darlegung der Ergebnisse aufweisen. Die Glaubwürdigkeit qualitativer Forschung hängt maßgeblich davon ab, dass es keine Widersprüche oder losen Enden bei der Beantwortung von Fragen gibt. Während Inkonsistenzen in quantitativen Ergebnissen als interessante, weiter zu untersuchende Fragestellung gelten können, führen sie in einem qualitativen Bericht zu Unglaubwürdigkeit und Misstrauen gegenüber der gesamten Untersuchung.
Bestandteile eines qualitativen Berichts
Ein qualitativer Bericht muss Informationen zu den folgenden Kontexten enthalten:
Der Kontext der Feldarbeit
Dieser Abschnitt muss nicht nur Ort und Zeitraum der Durchführung (z. B. zwischen Datum X und Datum Y) beschreiben, sondern auch deren Entwicklung. Wichtig sind Informationen über die Stabilität der gewonnenen Daten. Ebenso sollten das Verhalten der Beobachter und die besonderen Umstände der Beobachtung dokumentiert werden, einschließlich geplanter, ersatzweiser oder unvorhergesehener Ereignisse. Kritische Fragen, die beantwortet werden müssen, sind:
- Anzahl der Beobachter und der Beobachtungssituationen
- Verwendete Protokolle und Frameworks (waren sie für alle gleich?)
- Erfüllung der Untersuchungsziele
- Durchführung der Datenqualitätskontrolle (insbesondere bei der Erfassung und Verarbeitung)
- Mögliche Tendenzen oder relevante Reaktionen während der Beobachtung (z. B. Interviews an einem neutralen Ort, Verweigerung der Aufzeichnung eines Gesprächs)
Der Kontext der Studienpopulation
Die Informationen im Bericht müssen die Details der Stichprobe und die Umstände ihrer Gewinnung behandeln. Stichproben in qualitativen Studien sind nicht repräsentativ; sie werden anhand von Profilen und Kriterien ausgewählt, die sich an der sozialen Struktur der untersuchten Population und den Forschungszielen orientieren. Es ist entscheidend, die Quelle der Population und das Auswahlverfahren klar zu identifizieren. Dieser Prozess sollte die Merkmale der untersuchten Population sowie die Rolle der „Gatekeeper“ (Personen, die den Forschern den Zugang zur Population ermöglichen) beschreiben. Dazu gehören:
- Die Art und Weise, wie der Kontakt zu den Personen hergestellt wurde
- Die Situationen, in denen die Kontakte stattfanden
- Probleme, die sich aus den Kontakten ergaben
Dies ist notwendig, um das Verhalten der Population zum Zeitpunkt des Zugangs nachvollziehbar zu machen. Diese Angaben können im gesamten Bericht oder in einem eigenen Methodik-Abschnitt gemacht werden (siehe z. B. Lara, M. A., S. 147, „Eine qualitative Studie über den Drogenkonsum in einer Schule in La Magdalena Contreras, Mexiko-Stadt“).
Ein qualitativer Bericht muss alle Informationen über den Forschungskontext enthalten, um nicht zu einer reinen Erzählung ohne wissenschaftliche Grundlage zu werden.